Wärmebildkameras und Drohnen Teledyne übernimmt Flir für acht Milliarden US-Dollar

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit einem Übernahmevolumen von acht Milliarden US-Dollar hat Teledyne Technologies den Kameraspezialisten Flir übernommen. Mit der Übernahme kommen jetzt auch militärische Drohnen in das Angebot von Teledyne.

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Teledyne Technologies übernimmt für acht Milliarden US-Dollar den Spezialisten für Wärmebildkameras Flir.
Teledyne Technologies übernimmt für acht Milliarden US-Dollar den Spezialisten für Wärmebildkameras Flir.
(Bild: FLIR entrance sign / M.O. Stevens / CC BY-SA 3.0)

Das amerikanische Technologie-Unternehmen Teledyne übernimmt Flir, einen Spezialisten für Wärmesensoren und -kameras. Bei der Übernahme geht es um eine Summe in Höhe von acht Milliarden US-Dollar. Zur Hälfte soll der Deal in bar und zur anderen Hälfte in Aktien erfolgen. Mitte dieses Jahres soll soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Robert Mehrabian, Executive Chairman bei Teledyne: „Unsere Geschäftsmodelle sind ähnlich und im Kern bieten beide Unternehmen proprietäre Sensortechniken an. Wir ergänzen uns sehr gut und haben nur minimale Überschneidungen. Unsere bildgebenden Sensoren basieren auf verschiedenen Halbleitertechniken für unterschiedliche Wellenlängen“.

Wärmebildkameras und militärische Drohnen

Fllir ist vor allem mit seinen Wärmebildkameras bekannt geworden. Das Unternehmen wurde im Jahr 1978 gegründet. Die Bezeichnung Flir geht auf Forward Looking Infrared zurück. Das ursprünglich an Luftfahrzeugen eindimensionale nach unten oder zur Seite schauende System wurde damals durch nach vorne schauende Scannerkameras abgelöst, die nicht mehr auf eine Bewegung des Trägersystems zur Bildgebung angewiesen waren.

In der jüngeren Vergangenheit haben die Firmenlenker bei Flir verstärkt auf Verteidigungssysteme gesetzt. Im Jahr 2016 kauften die Verantwortlichen das auf militärische Drohnen spezialisierte Unternehmen Prox Dynamics. Damit war der Geschäftsbereich der Unmanned Aerial Systems geboren.

Drei Jahre später, im Januar 2019, folgte die Übernahme des Drohnenherstellers Aeryon Labs. Einen Monat später kam Endeavor Robotics hinzu, das US-amerikanische Verteidigungs-Spin-off von iRobot. Zu guter Letzt kam der auf Verteidigungsdrohnen spezialisierte Hersteller Altavian hinzu. Doch nicht nur Drohnenhersteller standen auf der Einkaufsliste. Mit Point Grey hat Flir einen Kamerahersteller übernommen.

Steigender Gesamtumsatz

Zusammen mit der Sensorsparte e2v in Großbritannien und Frankreich, hatte Flir im vierten Quartal 2020 einen Umsatz von 800 Mio. US-Dollar erzielt. Das entspricht einen Gesamtumsatz des Unternehmens von 3,1 Mrd. US-Dollar, weniger als die Hälfte des Wertes der Transaktion. Im dritten Quartal konnten die Geschäftsbereiche Umwelttechnik sowie Test- und Messinstrumente einen kurzen Aufschwung nach einem coronabedingten schlechten zweiten Quartal verzeichnen. Ebenfalls einen Aufschwung erwartet das Unternehmen bei den Geschäften mit den medizinischen Bildgebungsverfahren.

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