Oszilloskop-Messtechnik, Teil 4

Tektronix bietet eine analoge Echtzeit-Bandbreite von 70 GHz

| Redakteur: Hendrik Härter

Das DPO77002SX bietet auf einem Kanal 70 und auf zwei Kanälen 33 GHz Bandbreite.
Das DPO77002SX bietet auf einem Kanal 70 und auf zwei Kanälen 33 GHz Bandbreite. (Tektronix)

Tektronix meldet sich mit einem High-End-Oszilloskop und einer Bandbreite von 70 GHz zurück. Das Messgerät punktet durch Signaltreue, Kanalskalierbarkeit und eine kompakte Baugröße.

Lange Zeit war es ruhig bei Tektronix, wenn es um Ankündigungen in der High-End-Oszilloskopklasse ging. Doch nun ist das amerikanische Unternehmen zurück und im Gepäck hat es ein Echtzeit-Oszilloskop mit einer Bandbreite von 70 GHz. Dazu hat sich das Unternehmen das Asynchronous Time Interleaving patentieren lassen, womit ein hoher Störabstand für eine hohe Signaltreue garantiert werden kann.

Andere Scope-Hersteller verwenden für hohe Bandbreiten das Frequenz-Interleaving. Beim konventionellen Frequenz-Interleaving sieht jeder einzelne A/D-Wandler im Signalerfassungssystem nur einen Teil des Eingangsspektrums, das hoch- und niederfrequente Band. Bei der Asynchronous-Time-Interleaving- (ATI-)Technik sehen jedoch alle ADCs das gesamte Spektrum mit vollständiger Signalpfadsymmetrie. Dadurch verspricht sich der Hersteller Leistungssteigerungen gegenüber konventionellen Interleaving-Architekturen bei gleichzeitiger Signaltreue.

Zudem hat die getrennte Digitalisierung der Bänder zusätzliche Störungen zur Folge und verursacht Phasen- und Amplitudenfehler, sowie andere Fehlanpassungen, die sich nur schwer korrigieren lassen, wenn beide Bänder vereint werden. Bei ATI wird das volle Signalsprektrum durch zwei symmetrische Signalpfade mit übereinstimmenden Eigenschaften digitalisiert. Störungen lassen sich reduzieren, wenn das volle Spektrum wiederhergestellt wird.

Eine genaue Timing-Synchronisation von Systemen aus mehreren Instrumenten ist für kohärente optische High-Speed-Anwendungen erforderlich. In diesem Fall hilft UltraSync diese Anforderungen: Eine Hochleistungssynchronisation und ein Steuerbus vereinen mehrere DPO70000SX-Oszilloskope, um die erforderliche High-Speed-Erfassung über mehrere Kanäle zu ermöglichen.

Skalierbarkeit der Oszilloskope durch UltraSync

UltraSync behinhaltet einen Referenztakt von 12,5 GHz und einen koordinierten Trigger-Bus für einen geringen Eigenjitter von Signalerfassung zu Signalerfassung, der einen typischen Kanal-zu-Kanal-Jitter eines einzelnen Instruments entspricht. Außerdem umfasst es einen High-Speed-Datenpfad, um Signale von Erweiterungseinheiten in die Master-Einheit für die Analyse zu übertragen. Da jedes Oszilloskop seine erfassten Signale selbst verarbeitet, werden nur vollständige Signale an die Master-Einheit geschickt und die Leistungsfähigkeit bleibt so auch bei mehreren Kanälen erhalten. UltraSync erlaubt der Analyse-Software für optische Signale die Steuerung von Erfassungssystemen aus mehreren Instrumenten und somit die derzeit genauste optische Modulationsanalyse.

Praktische Bauform

Neben der verbesserten Systemflexibilität bieten die DPO70000SX Oszilloskope eine schmale 5¼-Zoll-Bauform. Durch das kompakte Gehäuse können die Ingenieure zwei Oszilloskope auf dem Platz eines Standard-Oszilloskops unterbringen. Zudem lässt sich mit dieser Konstellation ein Kanal mit 70 GHz und einer Abtastrate von 200 GS/s arbeiten oder zwei Kanäle mit 33 GHz und 100 GS/s nutzen.

Die verfügbaren Doppelgerätesysteme synchronisieren zwei Oszilloskop-Einheiten, die zwei Kanäle mit je 70 GHz und 200 GS/s oder vier Kanäle mit je 33 GHz und 100GS/s zur Verfügung stellen, und zwar als ein einzelnes, koordiniertes Instrument. Doppelgerätesysteme lassen sich in einzelne Einheiten trennen. Eine zusätzliche DPO7AFP-Frontplatte ermöglicht eine direkte Steuerung der allgemeinen Instrument-Einstellungen und damit die gleiche Bedienung wie bei einem eigenständigen Oszilloskop.

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