Technologiebeschleuniger Tech-Start-ups

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Die Beispiele zeigen, dass die Bedeutung von Start-ups von Unternehmen zu Unternehmen variieren. „Manche nutzen Start-ups für Technologiescouting, um zu wissen, was es Neues gibt; andere versuchen, von den Methoden, Arbeitsweisen und deren Motivationen zu lernen und sie auf die Mitarbeiter zu übertragen, oder Start-ups liefern einfach Lösungen, die ihnen direkt helfen, um entweder ihre Produkte zu erweitern oder ein konkretes Problem zu lösen“, sagt Michael Reutter, Mitbegründer und Geschäftsführer von aucobo. Das Start-up vernetzt über eine einfache Schnittstelle verschiedene Systeme der Produktion. Dabei können neben typischer Unternehmenssoftware wie ERP oder MES auch Hardware wie Smartphone, Scanner oder Sensorik und Maschinen angebunden werden. Mithilfe des Digitalisierungs-Werkzeugkastens aucobo können zum ersten Mal die Anwender, wie beispielsweise der Fertigungsleiter, Vorarbeiter oder Instandhalter, ihre Arbeit erleichtern, indem Sie zum Beispiel häufige Aufgaben automatisieren.

Heiliger Gral der Simulationsbranche

Vielversprechend ist auch das schwedische Hightech-Start-up Adaptive Simulations, das seit Mai für 1,5 Mio. Euro zwei neue Investoren hat. Darunter Creathor Venture, ein europäisches Venture-Capital-Unternehmen im Hightechbereich.

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Adaptive Simulations ist ein Spin-off der renommierten Königlich-Technischen Hochschule (KTH) aus Stockholm und bietet dem Markt für virtuelle Simulationen/Strömungssimulationen Cloud-basierte, vollautomatisierte Lösungen in einem Software-as-a-Service-Modell an. Die Technologie soll das Potenzial haben, das aktuelle Marktvolumen zu verzwanzigfachen.

Momentan gibt es rund 500.000 Nutzer von nicht automatischen Strömungssimulationen, während der potenzielle globale Markt für automatisierte Simulationen auf mehr als 10 Mio. Nutzer geschätzt wird. Basis der Innovation sind lernende Algorithmen, ein Ergebnis jahrelanger Forschung in numerischer Analyse, Informatik und numerischer Strömungsmechanik (CFD, Computational Fluid Dynamics) an der KTH. Jetzt sei die bahnbrechende Forschung reif für die Vermarktung.

Auch Werkzeughersteller DMG Mori hat Anfang Februar mit der Gründung der Istos GmbH seine Digitalisierungskompetenz ausgebaut. Das neue Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf entwickelt seitdem für DMG Mori und interessierte Partner Projekte für die digitale Produktion. Erklärtes Ziel ist es, durch vollständig vernetzte Produktionsprozesse die Kunden vom Werkzeugmaschinenhersteller sowie Firmen außerhalb der Werkzeugmaschinenindustrie beim digitalen Wandel zu begleiten.

Dass sich Tech-Start-ups lohnen, darüber ist man sich am Markt sicher. „Die Zusammenarbeit mit Start-ups lohnt sich fast immer. Entweder als Sparring Partner, um gegenseitig von einander zu lernen, aber auch mit Nutzung der neuen Technologien“, sagt Reutter, warnt aber zugleich, dass man Start-ups keinesfalls nur als Technologielieferanten sehen darf.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Maschinenmarkt.de.

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Mag. Victoria Sonnenberg

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Redakteurin MM MaschinenMarkt, MM MaschinenMarkt