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Gastkommentar Technische Innovationen mit Fördermitteln realisieren

| Redakteur: David Franz

Damit finanzielle Gründe nicht innovative Entwicklungen verhindern, gibt es in Deutschland für Unternehmen eine Vielzahl an Möglichkeiten, für F&E Projekte nicht zurückzahlbare Zuschüsse zu beantragen. Made in Germany – ein Gütesiegel, das trotz VW-Skandal und fortschreitender Globalisierung noch immer im Hinblick auf Qualität und Zuverlässigkeit weltweit einen einzigartigen Ruf genießt.

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Jonas Lerchenmüller: Key Account Manager bei der Innoscripta GmbH, welche Ideenträgern in kleinen und mittelständischen Unternehmen Lösungswege zur Umsetzung von innovativen Produkten ausarbeitet und Finanzierungshilfen sichert.
Jonas Lerchenmüller: Key Account Manager bei der Innoscripta GmbH, welche Ideenträgern in kleinen und mittelständischen Unternehmen Lösungswege zur Umsetzung von innovativen Produkten ausarbeitet und Finanzierungshilfen sichert.
(Bild: Jonas Lerchenmüller)

Die deutsche Elektronikindustrie verdankt diese gute Reputation oft einer innovativen Entwicklungsarbeit engagierter Ingenieure. Diese müssen allerdings die Möglichkeit besitzen, ihre kreativen Ideen auch in marktfähige Produkte zu überführen – was oft mit hohen Forschungs- und Entwicklungskosten verbunden ist. Aus diesem Grund gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, für Unternehmen nicht zurückzahlbare Zuschüsse zu beantragen.

Per Definition können sowohl klein- und mitteständische Unternehmen (KMUs) als auch Großunternehmen und Konzerne staatliche Subventionen beantragen. Die größte Auswahl bietet sich den sogenannten KMUs, die eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft darstellen. Um diese Firmen zu stärken und sie weiter zu unternehmerischen Tätigkeiten zu motivieren, wurden unterschiedlichste Fördermittel speziell ins Leben gerufen.

Welche Entwicklungen förderfähig sind, hängt in der Regel vom jeweiligen Förderprogramm ab. Allerdings gibt es auch Programme wie das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, die themenneutral gestaltet sind. Für eine erfolgreiche Förderung gilt es, folgendes zu beachten: Das Vorhaben muss sich vom aktuellen Stand der Technik und von Konkurrenzprodukten abheben. Neben Produktneuentwicklungen sind auch Verfahrensoptimierungen im Produktionsbereich förderfähig.

Produktideen die bereits beworben worden sind, sind nicht mehr förderfähig. Neben der echten Innovation gilt es, die technische Komplexität eines Projektes darzustellen. Ein gefördertes Projekt sollte sich mindestens über eine Projektdauer von zwei bis drei Jahren erstrecken.

Wichtig ist auch: Maximal 25% der Belegschaft dürfen aktiv an einem Projekt mitwirken, da vermieden werden soll, dass das Tagesgeschäft des Unternehmens vernachlässigt wird. Ein Unternehmen kann im Rahmen eines ZIM-Projekts bis zu 171.000 Euro an nicht rückzahlbaren Zuschüssen beantragen. Gefördert werden vorrangig die Personalkosten der Mitarbeiter, die aktiv an dem entsprechenden Projekt arbeiten.

Die Fördersumme errechnet sich an Hand der Unternehmensgröße: Unternehmen zwischen acht und 50 Mitarbeiter erhalten inklusive pauschalen Aufschlag ca. 90% der angefallenen Bruttopersonalkosten erstattet, Unternehmen zwischen 51 und 250 erhalten ca. 80% und Unternehmen mit 251 bis 500 Mitarbeiter erhalten ca. 70% bezuschusst. Darüber hinaus können für Kooperationsprojekte in Zusammenarbeit mit einer Universität oder einer Hochschule weitere Zuschüsse beantragt und für das Projekt gewonnen werden. Die Forschungspartner werden dabei in der Regel zu 100% gefördert.

In der Regel muss ein umfangreicher Förderantrag an den Projektträger des gewählten Förderprogramms gestellt werden. Dieser umfasst im Durchschnitt etwa 40 Seiten und beinhaltet folgende Punkte: Recherche zum aktuellen Stand der Technik, Marktpotentialanalyse, Zielwertanalyse, Projekterläuterung, Risikodarstellung, Darstellung der notwendigen Projektschritte beziehungsweise des gewählten Lösungswegs, Definition von Meilensteinen, Unternehmenspräsentation und Lösungswegdarstellung.

Nach der Antragsstellung ist es erforderlich, den Projektträger während des ganzen Projekts transparent über den Verlauf und die erzielten Fortschritte zu informieren. Dieser Informationsfluss muss Zwischen- und Endberichte, Stundennachweise sowie die Informationen zum Mittelabruf umfassen.

Aus der Fülle von Förderprogrammen das Erfolgversprechendste herauszufinden, stellt für viele KMUs oft eine große Herausforderung dar. Deshalb gibt es Dienstleister, die sich auf die Identifikation geeigneter Programme sowie die Beantragung von Fördergeldern spezialisiert haben.

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