Technische Akademie Esslingen: 50 Jahre Steckverbinder-Seminar

| Autor / Redakteur: Dr. Helmut Katzier * / Kristin Rinortner

Steckverbinder: Was vor 50 Jahren an der Technischen Akademie Esslingen begann, ist heute aktueller denn je – der elektrische Steckverbinder ist eines der wichtigsten Bauteile der Elektrotechnik und Elektronik.
Steckverbinder: Was vor 50 Jahren an der Technischen Akademie Esslingen begann, ist heute aktueller denn je – der elektrische Steckverbinder ist eines der wichtigsten Bauteile der Elektrotechnik und Elektronik. (Bild: VCG)

Steckverbinder sind das Rückgrat der modernen Industrie. Bereits vor 50 Jahren erkannte die TAE deren Bedeutung und initiierte Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema Steckverbinder.

Am 30. Juni 1969 fand zum ersten Mal ein Weiterbildungslehrgang zum Thema Kontakttechnik an der Technischen Akademie Esslingen e.V. statt. Das Seminar wurde von Herrn Prof. Dr.-Ing. Eugen Schäfer von der Hochschule Aachen entwickelt. Die Resonanz war so groß, dass das Seminar im darauffolgenden Jahr auf zwei Tage erweitert und mit über 120 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Die Erfolgsgeschichte hielt auch in Zukunft an. In den ersten Jahren lagen die Themenschwerpunkte im Bereich der Kontaktphysik und den mechanischen Eigenschaften von Steckverbindern. Mit Ausnahme der koaxialen Hochfrequenzsteckverbinder spielten damals die elektrischen Übertragungseigenschaften eine eher untergeordnete Rolle. Im Jahr 1974 wurde das Seminar aufgrund der großen Themenvielfalt auf drei Tage ausgedehnt.

Ab 1996 übernahm Günter Knoblauch aus München-Neuried die Leitung des Steckverbinder-Seminars. Weitere Themengebiete kamen hinzu: Werkstoffe, Anschlusstechnologien, Qualifizierung, elektrische Eigenschaften, kundenspezifische Steckverbinder und Management-Konzepte. Sie wurden den Herausforderungen im Bereich der Steckverbinder angepasst. Der neue Titel des Seminars „Steckverbinder – Systemkonzepte und Technologien“ beschreibt diese Erweiterung.

Dr. Helmut Katzier von der Siemens AG, heute Ingenieurbüro für Aufbau- und Verbindungstechnik (AVT) in München, übernahm 2003 die Leitung des Seminars. Das Themenspektrum dieses Technologieseminars hat sich mittlerweile extrem gewandelt. Dennoch sind die Grundlagen wie Kontaktphysik, Werkstoffe, Qualifizierung und Verbindungstechnologien weiterhin wichtige Grundpfeiler. Die elektrischen und die thermischen Eigenschaften spielen eine immer größere Rolle. Durch die schnell voranschreitende Digitalisierung werden die elektrischen Übertragungseigenschaften hochfrequenter digitaler Signale ebenfalls immer wichtiger. Damit werden neue Applikationsfelder im Automobil- und Industriebereich erschlossen. Ein weiterer Entwicklungstreiber von High-End-Steckverbindern ist die Elektromobilität mit ihren Hochstrom-Steckverbindungen. Die thermischen Eigenschaften müssen dabei besonders kritisch betrachtet werden.

Ein seit Jahrzehnten anhaltender Trend ist die Forderung nach immer kleineren Bauformen und größerer Integrationsdichte bei immer geringeren Kosten. Das stellt die Steckverbinder-Hersteller vor extreme Herausforderungen. Denn: die Zuverlässigkeit darf nicht darunter leiden. Viele Fehlerursachen in elektronischen Systemen sind auf falsch ausgewählte oder fehlerhafte Steckverbinder zurückzuführen. Daher werden im aktuellen Seminar Fehlerbilder, Fehlerursachen und die solide Qualifizierung von Steckverbindern ausführlich behandelt.

Was vor 50 Jahren an der Technischen Akademie Esslingen e.V. begann, ist heute aktueller denn je: der elektrische Steckverbinder ist eines der verbreitetsten Bauteile der Elektrotechnik und Elektronik und hat damit eine enorme technische sowie wirtschaftliche Bedeutung.

Das Seminar bringt Anwender, Forscher und Hersteller von Steckverbindern zusammen. Zahlreiche strategische Kooperationen nahmen hier ihren Anfang. Hierzu wurde das Seminar von Beginn an durch Fachreferenten und Fachreferentinnen aus der Industrie und Wissenschaft immer mit hoher Aktualität gestaltet. Insgesamt 14 Referenten vermitteln zu den einzelnen Schwerpunkten wertvolles Detailwissen.

Neben dem offenen Steckverbinderseminar an der TAE nutzen mittlerweile auch viele Firmen die Möglichkeit einer Inhouse-Schulung, die dann sehr speziell auf die Fragestellungen und Herausforderungen des Unternehmens abgestimmt sind – und das weltweit. Seit 2007 gibt es den Anwenderkongress Steckverbinder in Würzburg, der von der ELEKTRONIKPRAXIS Akademie organisiert wird. Diese Veranstaltung hat sich ebenfalls in kurzer Zeit zu einem etablierten Forum für Steckverbinderhersteller und -anwender entwickelt.

Beide Veranstaltungen ergänzen sich ideal und bieten immer aktuelle und umfassende Informationen über den Bereich elektrischer Steckverbinder.

Das nächste offene Steckverbinder-Seminar an der TAE findet vom 14. bis 16. Mai 2019 in Esslingen statt und der nächste Steckverbinderkongress vom 1. bis 3. Juli 2019 in Würzburg.

* Dr. Helmut Katzier ist Inhaber des Ingenieurbüros für Aufbau- und Verbindungstechnik in München.

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