TechMatch 2019 – Der Wettstreit der Hardware-Start-ups

| Redakteur: Richard Oed

Start-ups, Jury und die Organisatoren haben sich zum Gruppenbild aufgestellt.
Start-ups, Jury und die Organisatoren haben sich zum Gruppenbild aufgestellt. (Bild: Texas Instruments / Jan Gallas)

Zwölf hochmotivierte Start-ups, fünf Minuten Präsentation und drei Minuten Antworten auf Fragen der fachkundigen Jury. Das war der Rahmen für spannende fünf Stunden TechMatch in Bielefeld, wo sich am Schluss das Team Clevabit den ersten Platz sichern konnte.

„Matching Ideas to Technology“: Unter diesem Motto lud der Halbleiterhersteller Texas Instruments (TI) am 31. Januar 2019 zwölf ausgewählte Start-ups zur Vorstellung ihrer Projekte und Ideen in die Alte Hechelei in Bielefeld. Wurde dort zu Spinnereizeiten der Flachs gehechelt, so bot sich am Tag des TechMatch ein ganz anderes Bild: Technische Innovationen bestimmten die Vorträge und Demonstrationen der jungen Unternehmen. Nur fünf Minuten hatte jedes Team Zeit, um seine Entwicklungen einer kritischen Expertenjury zu präsentieren und diese von der Neuheit und Umsetzbarkeit zu überzeugen.

Dies war nicht immer einfach, bestand das Gremium der Preisrichter aus fachkundigen Vertretern von TI, sowie aus Fachleuten der Eventpartner Digi-Key, Asteelflash, Würth Elektronik, Startup-Landschaft, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und der ELEKTRONIKPRAXIS. Die vorgestellten Themen aus dem Bereich Industrie- und Automationstechnik reichten dabei von IoT-basierten Verkaufsaufstellern im Einzelhandel und Plug & Play-Lösungen zur Datenerfassung von Maschinen über akustische Assistenzsysteme für lärmintensive Industriebereiche bis hin zu Virtual-Reality-Handschuhen für Handverletzte zur spielerischen Unterstützung des Heilungsprozesses. Bewertet wurden die vorgestellten Projekte bezüglich Business Case, technische Innovation und Lieferkette. Als Besonderheit gab es ein Publikumsvotum, das mit in die Entscheidung einfloss.

Alle Teams zeigten während ihrer Pitches einen ansteckenden Enthusiasmus und ein großartiges Engagement für Ihre Arbeit. Nach fast fünf Stunden Präsentationen, Fragen, Keynotes und Beratung stand dann das Urteil der Jury fest: Das Start-up Clevabit aus Emsdetten nördlich von Münster wurde für seine Lösung zur Erhebung von Daten in der Viehzucht mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Daten für die Viehzucht machten das Rennen

Die gesammelten Informationen zu Luftqualität im Stall und zum Tier selbst werden innerhalb einer App gespeichert und analysiert. Darauf basierende datengetriebene Entscheidungen helfen nicht nur dabei, die Kosten für Futter, Medikation und Stromverbrauch zu reduzieren, sondern unterstützen auch das Wohlbefinden der Tiere. Insbesondere das gut durchdachte Konzept, der Blick auf das Wohl des Tieres, die verbesserte Qualität der daraus produzierten Lebensmittel sowie die Tatsache, dass bereits mit einem Netzwerk von Tierärzten zusammengearbeitet wird, überzeugten die Experten, wie Herrman W. Reiter, der Global Strategic Business Development & Suppliers Managing Director von Digi-Key, in seiner Laudatio bei der Preisübergabe betonte.

Den zweiten Platz sicherte sich das Team von Motion Miners aus Dortmund. Ihre Entwicklung ermöglicht eine automatische Analyse von manuellen Prozessen mit Hilfe von Inertialsensoren und Algorithmen des maschinellen Lernens. Die zugrunde liegende Künstliche Intelligenz und Signalverarbeitung erlauben eine zuverlässige Erhebung von Daten zu Ergonomie, Produktivität und Effizienz, und decken so Verbesserungspotenziale auf.

Platz 3 schließlich belegte CAE Software & Systems aus Gütersloh. Deren SoundCam ist die erste Kamera, die Akustik-Bilder erzeugt und gleichzeitig preiswert ist. Dabei ist das System so intuitiv und einfach zu bedienen wie ein Smartphone. Die SoundCam lokalisiert Schallquellen in Echtzeit und zeigt die Ergebnisse sofort auf dem Bildschirm an. Damit lassen sich beispielsweise schnell Undichtigkeiten in Druckluftsystemen oder knarrende Teile an Autos erkennen.

Attraktive Preise wurden vergeben

Inspirieren lassen konnten sich die vielen Besucher des TechMatch auch von den Keynotes von Texas Instruments und der verschiedenen Partner, die jeweils aber ebenfalls nur fünf Minuten sprechen durften. Und während der Pausen kam außerdem das Netzwerken zwischen Teilnehmern, Start-ups und den beteiligten Firmen nicht zu kurz.

Die drei Gewinner konnten sich über wertvolle Preise im Gesamtwert von 30.000 Euro freuen, wie beispielsweise technische Unterstützung in Form von insgesamt 45 Mannstunden von TI-Ingenieuren. Des Weiteren bieten Digi-Key kostenlose Komponenten im Wert von 10.000 Euro, Würth Elektronik Labor- und FAE-Stunden im Wert von 8000 Euro oder Asteelflash Entwicklungsunterstützung im Wert von ebenfalls 10.000 Euro. Zusätzlich überreichte Würth Elektronik allen Teilnehmern Gutscheine für Entwicklungskits im Wert von jeweils 150 Euro.

Übergeben wurden die Preise durch die Referatsleiterin für Gründungen, Gründungsförderung und -beratung im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Dr. Meike Rabanus. Sie wies in ihrer Ansprache besonders auf die Bedeutung der Start-ups für die mittelständisch geprägte Industrie in der Region hin.

Ausgewählt wurden die zwölf Pitch-Teams sowie vier zusätzliche Aussteller aus ungefähr 200 Start-ups rund um Bielefeld. Mit der Eventserie TechMatch will Texas Instruments die Zusammenarbeit mit Hardware-Start-ups intensivieren, um frühzeitig neue Trends zu identifizieren. Die Start-ups wiederum profitieren von der technischen Expertise von TI und von den exzellenten Vernetzungsmöglichkeiten mit Industrievertretern. Das erste TechMatch mit zehn jungen Unternehmen fand 2017 in München statt. Dieses Jahr setzte sich Bielefeld aufgrund seiner hohen Start-up-Dichte gegen Städte wie Berlin oder Hannover durch. So kamen 19% der 2018 neugegründeten Start-ups aus Nordrhein-Westfalen, aber nur 15,8% aus Berlin. Die herausragenden Ideen und der kommunikative Rahmen lassen auf eine baldige Neuauflage des TechMatch hoffen.

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