Automotive

TE Connectivity kauft Hirschmann Car Communication

| Redakteur: Kristin Rinortner

Eric Küppers, TE: „Mit HCC erweitern wir unser Produktportfolio und können gemeinsam umfassende End-to-End-Lösungen für Datenverbindungen in zunehmend vernetzten und selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten.“
Eric Küppers, TE: „Mit HCC erweitern wir unser Produktportfolio und können gemeinsam umfassende End-to-End-Lösungen für Datenverbindungen in zunehmend vernetzten und selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten.“ (Bild: TE Connectivity)

TE Connectivity hat die Akquisiton von Hirschmann Car Communication (HCC) abgeschlossen. HCC wird zukünftig als Teil des TE-Geschäftsbereichs Transportation Solutions geführt.

Hirschmann Car Communication ist ein weltweit führender Spezialist für Antennentechnologie, insbesondere für Kommunikations- und Verbindungsanwendungen in der Automobilindustrie. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Neckartenzlingen, Deutschland, sowie Niederlassungen in Europa, Nordamerika und China.

„Dieser Zusammenschluss ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Wachstumsstrategie. Mit HCC erweitern wir unser Produktportfolio und können gemeinsam umfassende End-to-End-Lösungen für Datenverbindungen in zunehmend vernetzten und selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten“, sagt Eric Küppers, Präsident der TE Global Automotive Business Unit. „Sowohl TE als auch HCC haben hervorragende Engineering-Kompetenz in der Entwicklung von integrierten, hochtechnisierten Lösungen. Der Zusammenschluss bringt beiden Unternehmen erhebliche Vorteile. Die globale Präsenz von TE ermöglicht es uns, HCC-Antennensysteme unseren Kunden weltweit anzubieten. Wir heißen das HCC-Team herzlich willkommen bei TE.“

Gerade im Zuge der Entwicklungen von E-Mobility und autonomen Fahrzeugen sowie im Bereich Automotive Ethernet dürften sich beide Unternehmen gut ergänzen. TEs Expertise liegt in der drahtgebundenen Verbindungstechnik wie ungeschirmten Zweidrahtleitungen (UTP) und miniaturisierten, robusten Steckverbindern. Der Fokus von HCC richtet sich auf antennenbasierte V2X-Produkte, die das Steckverbinderangebot von TE um schnelle, flexible und robuste Lösungen für Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen in- und außerhalb des Fahrzeugs komplettieren.

„Wir helfen Automobilherstellern bei der Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in den Bereichen Datenverbindung und Energieverteilung, die sich durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und das vollautonome Fahren ergeben“, sagt Elizabeth Schroeder, General Manager Application Tooling bei TE.

Die Richard Hirschmann GmbH & Co. KG ist ein geschichtsträchtiges deutsches Unternehmen. Viele verbinden den Namen Hirschmann mit der „Zifa“, der Zimmer-Fernseh-Antenne, die Ende der 1950er und den darauffolgenden Jahren den Fernsehempfang möglich machte. Die Antenne Zifa 100 wurde aufgrund ihrer Form unter dem Namen „Libelle“ bekannt und war in fast jedem deutschen Wohnzimmer zu finden.

Das Unternehmen wurde 1924 von Richard Hirschmann in Esslingen gegründet, der damals den auch heute noch verbreiteten Bananensteckverbinder erfand. Ab 1933 wurden Antennen für den Radioempfang produziert, ab 1936 Autoantennen und ab 1951 folgte die Produktion von UKW- und Fernsehantennen. Ergänzt wurde das Produktportfolio 1964 um Fernsehumsetzer und 1985 um Satellitenschüsseln sowie ab 1995 um Sende- und Empfangstechnik für die digitalen Standards DVB und DAB.

Der Ingenieur Richard Hirschmann war Mitbegründer der Technischen Akademie Esslingen und richtete 1969 die gleichnamige Stiftung ein, die heute noch Nachwuchs in der Nachrichten- und Hochfrequenztechnik fördert.

Die Firma Richard Hirschmann wurde 1997 durch das Rüstungsunternehmen Rheinmetall übernommen, das Hirschmann 2004 an den Investor Hg Capital verkaufte. Hirschmann war bis 2004 ein etablierter Antennenhersteller. Der englische Investor zerschlug das Unternehmen in drei Teile und baute massiv Stellen ab.

Nach der Auflösung führten drei voneinander unabhängige Firmen den Markennamen weiter: Hirschmann Multimedia Electronics GmbH (HME), Hirschmann Automation and Control GmbH (HAC) und Hirschmann Car Communication GmbH (HCC). HME wurde 2005 an die dänische Triax verkauft, HAC ging 2007 an das US-Unternehmen Belden. HCC wurde 2007 von den Geschäftsführern gekauft und 2012 von VOXX International übernommen. Der Bereich Messleitungen und Zubehör (dazu gehört der Bananensteckverbinder) wurde 2006 von SKS Kontakttechnik gekauft.

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