Stromversorgungen

TDK-Lambda – von der Garagenfirma zum Global Player

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Die weltweit ersten teilkonfigurierbaren Netzteile

Seit 1979 entwickelt und fertigt Lambda modulare Netzgeräte (Bild 10). Heute spielt das Unternehmen insbesondere bei modularen Stromversorgungen eine führende Rolle und war maßgeblich an der Entstehung dieses Stromversorgungskonzepts beteiligt. Mehrere patentierte Konzepte zum Trafobau zeugen vom umfangreichen Knowhow auf diesem Gebiet. Im gleichen Jahr wird auch die ML-Serie vorgestellt, die ersten teilkonfigurierbaren Netzteile der Welt. In diesen waren innovative Dioden mit Kunststoffgehäuse, Regler von Shindengen sowie FETs verbaut. Die Netzteile der ML-Serie wurden in den Leistungsklassen 150 und 300 W angeboten.

Vor dieser Entwicklung musste der Anwender für jede einzelne Ausgangsspannung ein separates Netzteil kaufen. Konzipiert wurde die ML-Serie u.a. von Robin Jeffery in Ilfracombe/UK und dem damaligen technischen Direktor John Reid, ein ehemaliger NASA-Mitarbeiter. Neben vielen weiteren Neuerscheinungen wurde die ML-Serie damals bereits auch auf der electronica in München vorgestellt (Bild 11).

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1987 erscheint die LF-Serie, mit damals einmaligen 223 W Leistung pro Liter oder 3,65 W pro Kubikzoll (Bild 12). Die gesamte Steuerplatine ist in SMD-Technik gebaut – was eine optimale Zuverlässigkeit verspricht. Der duale Eingang macht die Netzteile international einsetzbar, da er sich für 95 bis 132 VAC und 187 bis 265 VAC eignet. Die Isolation zwischen Eingang und Ausgang beträgt 3750 VRMS. Zur Auswahl stehen 54 Modelle in sechs Leistungsklassen: 200, 300, 450, 600, 750 und 1000 W.

Zwischen 1988 und 1991 werden die Geräte der EWS-Serie entwickelt, an denen erstmals in mehreren Ländern gearbeitet wurde. So wurden die Modelle EWS15-180 z.B. in Singapur von C.C. Neo entwickelt, die Serie EWS300-5000T in Nagaoka (Japan) von Mamoru Mochida, Toshiyuki Ishihara, Takumi Kasahara entworfen: Die EWS-Serie war ein Vorläufer der heutigen HWS-Serie. Bis auf das EWS1500T-5-Netzgerät mit drei Phasen und bis zu 5 kW Leistung (Bild 13) war diese Serie einphasig ausgelegt.

1988 wird die deutsche Lambda Netzgeräte GmbH in Lambda Electronics GmbH umbenannt und die Lambda-Gruppe mit der britischen Unitech-Holding verschmolzen. Unitech entstand 1962 aus einer Fusion der beiden Unternehmen Electrotech Instruments (gegründet 1958) und Coutant Electronics (gegründet 1959). Zur Unitech gehören auch die beiden Stromversorgungshersteller Weir und APT. So entstand in Amerika, Europa und Asien ein weltweit anerkannter Marktführer im Bereich Industrie-Stromversorgungen.

Stromversorgung mit 1500 Watt und Konvektionskühlung

1989 wird die LRS-Serie gelauncht – zu dieser Zeit eine der modernsten Industriestromversorgungen (Bild 14). Das LRS59 (Bild 15) mit Einzelausgang brach mit 1500 W Konvektionskühlung einen Rekord. Es war perfekt für den Einsatz unter widrigen Bedingungen ausgelegt (z.B. sehr hohe und niedrige Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, Vibration und Schläge).

1990 erblickt die Omega-Serie das Licht der Welt – die ersten rein konfigurierbaren Netzteile. Der Trafo war primär und sekundär steckbar und das modulare Konzept erlaubte bis zu 100.000 Standard-Konfigurationen. Entwickelt wurden die Netzteile u.a. von Robin Jeffery in Ilfracombe/UK. Jeffery war bereits an der Vorläuferserie ML beteiligt. 1992 wird die PH-Serie offiziell vorgestellt (Bild 16), eine Produktfamilie von Wandlern mit 300-V- und 48-V-DC-Eingang. Diese Power-Modul-Serie wurde erstmals als globales Lambda-Projekt u.a. vom heutigen Managing Direktor TDK-Lambda EMEA Adam Rawicz zusammen mit dem heutigen Präsident der TDK-Lambda Corporation, Hiroyuki Yashiro, sowie von den Herren Nagasawa und Terashi aus Japan entwickelt.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.