Stromversorgungen

TDK-Lambda – von der Garagenfirma zum Global Player

| Autor: Thomas Kuther

Eine Stromversorgung aus den 50er Jahren: Im Model 33M kommen Vakuumröhren sowie große handgewickelte Transformatoren und Spulen zum Einsatz.
Eine Stromversorgung aus den 50er Jahren: Im Model 33M kommen Vakuumröhren sowie große handgewickelte Transformatoren und Spulen zum Einsatz. (Bild: TDK-Lambda)

TDK-Lambda ist heute einer der weltweit größten Hersteller von Stromversorgungen und gehört seit 2005 zum TDK-Konzern. Dabei hat alles ganz klein angefangen: in einer Hinterhofgarage in Queens.

Es ist der Beginn einer typischen Gründerstory, als Lester Dubin 1948 in einer Hinterhofgarage von Queens, New York, die Firma Lambda gründet. Das Lambda-Logo entstand aus den Initialen Lester Dubins – den griechischen Buchstaben Lambda und Delta (Bild 1). In den ersten Stromversorgungen aus der Fertigungsstätte von Lambda fanden sich Vakuumröhren, große handgewickelte Transformatoren und Spulen (Bild 2). Im Laufe der Zeit wurde die Garagenfirma für das aufstrebende Unternehmen allerdings zu klein und so zog Lambda 1962 nach Melville, Long Island um. Vier Jahre später, macht Lambda bereits einen Umsatz von 3 Mio. US-$ und wird von der VEECO Vacuum Electronics Corp. übernommen.

Der erste wichtige technologische Meilenstein folgte im Jahre 1966 mit der LE-Serie (Bild 3). Bei dieser Serie handelte es sich um die ersten transistorgeregelten Netzteile – ohne die empfindlichen Vakuumröhren. Die Umstellung von Röhrengeräten auf transistorgeregelte Geräte wird ein Jahr später abgeschlossen.

Die Expansion geht munter weiter: 1967 wird Lambda Electronique in Frankreich gegründet und drei Jahre später (1970) Nippon Electronic Memory Industry Co. (später DENSEI LAMBDA), Ltd. in Minato-ku, Tokio. Am 22. September 1971 wird die Lambda Netzgeräte GmbH in München gegründet. Der neue Standort in Bayern ist anfangs für den deutschlandweiten Vertrieb und Projektsupport zuständig. Nur wenige Jahre später ist man durch eine eigene Entwicklungsabteilung in der Lage, auf Basis von Standard-Stromversorgungen ein breites Spektrum an kundenspezifischen Stromversorgungen anzubieten. Für den Kunden heißt das: Kurze Entwicklungszeiten, höchste Flexibilität, internationale Sicherheitsstandards und optimierte Baugruppen durch den Einsatz weltweit bewährter Standard-Stromversorgungen.

Das erste Standardnetzteil kommt auf den Markt

1972 geht es mit der Entwicklung der TM-Serie in Japan weiter (Bild 4). Das erste Standard-Schaltnetzteil (entwickelt von Hiroyuki Ariyama) entsteht – zu einer Zeit, als kundenspezifische Netzteile auf dem Markt noch üblich waren.

1973 wird schließlich der Firmensitz der Lambda Netzgeräte GmbH nach Achern (Baden-Württemberg) verlegt (Bild 5) und wenige Monate später wird von dort aus der erste deutsche Hauptkatalog für Stromversorgungen gelauncht (Bild 6). Im selben Jahr eröffnet Lambda USA das erste Vertriebsbüro in Israel.

Ein Jahr später kommt die in den USA entwickelte LAS2000-Serie auf den Markt (Bild 7). Es handelt sich um Hybrid-Leistungsregler für Gleichspannung, die das Ergebnis modernster Forschung und Produktionstechniken auf dem Gebiet der Mikroelektronik waren. Diese Regler wurden in Dickfilmtechnologie CERMET gefertigt. Sie zeichnen sich besonders durch eine sehr hohe thermische Isolation zwischen den hitzeempfindlichen Elementen und dem Leistungstransistor aus und verfügen über eine hervorragende Temperaturleitfähigkeit zwischen den Leistungstransistoren und der Befestigungs-Basisplatte. Diese Regler erlauben jedem Hersteller von Stromversorgungsgeräten, den Konstruktionsaufwand auf ein Minimum zu reduzieren, da dieser Hybrid in einem Volumen von weniger als 50 cm3 alle Bauelemente enthält, die der Regelteil einer Stromversorgung benötigt.

1975 beginnt bei Lambda USA die Herstellung von Leistungshalbleitern und Komponenten für den Einsatz in Stromversorgungen. Dafür wird das Unternehmen Lambda Semiconductors in Corpus Christi, Texas, gegründet. Im selben Jahr 1975 stellt Lambda USA die Stromversorgungen der LO-Serie vor (Bild 8). Die Geräte zu einem damals unschlagbaren Preis gibt es mit einem, zwei oder drei Ausgängen und sie liefern bis zu 28 VDC sowie bis 23 A. Sie haben 1 Jahr Vollgarantie, eine MTBF von 5000 h bei Volllast.

1977 folgen die Spannungsregler der LAS1500-Serie – die ersten industriellen monolithischen Spannungsregler, die zu 100% unter Volllast getestet wurden (Bild 9). 1979 expandiert Lambda USA weiter und aus dem einstigen Vertriebsbüro in Israel entsteht die neue Niederlassung Nemic Lambda Israel in Karmiel.

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