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Eingabesysteme Taster kontra Folientastatur: Womit Betätiger punkten können

| Autor / Redakteur: Ruth Schlegel * / Kristin Rinortner

Bei Eingabesystemen geht die Tendenz zur Folientastatur. Eine Alternative für viele Einsatzgebiete sind flexible Betätiger, die optisch und vom Platzbedarf einer Folientastatur nahe kommen.

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Kran-Cockpit: Die Befehlsgeräte zeichnen sich durch eine hohe Funktionalität, Ergonomie und Qualität aus. Eine flexible Alternative zur Folientastatur sind hier Betätiger.
Kran-Cockpit: Die Befehlsgeräte zeichnen sich durch eine hohe Funktionalität, Ergonomie und Qualität aus. Eine flexible Alternative zur Folientastatur sind hier Betätiger.
(Bild: Liebherr)

Liebherr gehört zu den führenden Herstellern von Fahrzeugkränen. Die Kräne werden am Standort Ehingen mit modernsten Konstruktionsmethoden permanent weiterentwickelt und durch Simulationen und Tests intensiv auf den Prüfstand gestellt. Die Befehlsgeräte zeichnen sich durch eine hohe Funktionalität, Ergonomie und Qualität aus. Aber auch ein eigenständiges Design mit einem hohen Wiedererkennungswert sind wichtige Kriterien.

Für das Kabinen-Design der Kräne berücksichtigen die Konstrukteure aktuelle ergonomische Gesichtspunkte. Aufeinander abgestimmte Bedienelemente und Displays garantieren eine angenehme Arbeitsumgebung (Bild 1).

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Aufgrund der neuen Maschinenrichtlinie ist geht hier die Tendenz zur Folientastatur, da sich bei einer solchermaßen aufgebauten Bedien-Kontroll-Einheit die Schaltzustände der einzelnen Tasten mit einem geringeren Aufwand durch eine SPS überwachen lassen. Wo jedoch weiterhin einzelne Taster eingesetzt werden können oder sollen, werden Betätiger der Firma Schlegel eingesetzt.

Modular aufgebaute Betätiger zum Kombinieren

Die Betätiger sind modular aufgebaut. Hülse, Bezeichnungsschildchen und Tasterkappe können je nach Anforderung miteinander kombiniert werden. Beschriftung und Farbgebung der Taster sind somit hoch flexibel. Die Bedienpaneele der Kräne können so frühzeitig vorbereitet und erst kurzfristig, je nach Konfiguration, mit den erforderlichen Tastern, Meldeleuchten, Schlüsselschaltern und Not-Aus-Tastern in der gewünschten Anordnung ausgestattet werden.

Wählt ein Kunde nicht die Maximalausstattung eines Kranes, wird ihm die Bedienung nicht durch eine Anzahl funktionsloser Taster erschwert, da diese dann einfach durch optisch angepasste Blindverschlüsse ersetzt werden.

Jede Konfiguration der Funktionselemente wird also problemlos im Bedienpaneel abgebildet, und trotzdem hält sich die Lagerhaltung an Einzelteilen in Grenzen.

Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Lieferantenauswahl spielte auch der durch Schlegel gelebte Servicegedanke. Dieser zeigt sich unter anderem darin, dass auch kleinste Stückzahlen, wenn nötig einzelne Teile, problemlos und kurzfristig – sofern es sich um Standardkomponenten handelt – geliefert werden.

Die in den Kran-Kabinen von Liebherr verwendeten Betätiger gehören zur Baureihe Oktron-Juwel (Bild 2). Diese Baureihe zeichnet sich durch eine Höhe von 2 mm sowie die nahtlos nebeneinander montierbaren quadratischen Betätiger aus. Damit ist das bestückte Paneel hinsichtlich Optik und Platzbedarf einer Folientastatur ähnlich, weist jedoch eine größere Flexibilität in Bezug auf Anordnung und Austausch der einzelnen Elemente sowie eine bessere Haptik auf.

Die Betätiger sind entsprechend der Schutzklasse IP65 dicht. Die Drucktasten lassen sich beleuchten sowie über die separaten Bezeichnungsschildchen auch kundenspezifisch beschriften. Die Knebel der bei Liebherr eingesetzten Leucht-Wahltasten haben ein in fünf verschiedenen Farben wählbares transluzentes Fenster, das auch eine Beleuchtung der Wahltasten ermöglicht. Weiterhin kommen in den Kränen Schlüsseltasten sowie Not-Aus-Tasten zum Einsatz (Bild 3).

Selbstüberwachende Kontaktblöcke für Not-Aus-Taster

In naher Zukunft sollen auch die von Schlegel entwickelten selbstüberwachende Kontaktblöcke für Not-Aus-Taster verwendet werden. Diese Kontaktblöcke eliminieren die Gefahr, die von einer fehlerhaften Verbindung des Not-Aus-Betätigers mit dem Kontaktblock ausgeht: Die Trennung eines Not-Aus-Kontaktgebers vom Betätiger kann zunächst völlig unbemerkt vonstattengehen.

Gründe können eine fehlerhafte Montage oder in seltenen Fällen ein Abreißen des Kontaktgebers vom Betätiger durch massive mechanische Krafteinwirkung, z.B. durch Kollisionen mit schweren Gegenständen, sein.

Diese Trennung der beiden Bauteile führt dazu, dass die Funktionalität eines regulären Not-Aus nicht nur gestört, sondern gänzlich zerstört wird und der Not-Aus seine Sicherheitsfunktion nicht mehr erfüllen kann, was schwerwiegende Konsequenzen zur Folge haben kann.

Der selbstüberwachende Sicherheits-Kontaktgeber sorgt dafür, dass die Verbindung von Not-Aus-Kontaktgeber und Betätiger permanent überwacht und im Fall der Trennung der beiden Bauteile voneinander sofort automatisch das Not-Aus-Signal ausgelöst und die Anlage abschaltet. Sie kann erst nach vollständiger Behebung des Fehlers wieder in Betrieb genommen werden.

Die Kontaktelemente sind mit Schraub-, Flachsteck- und Käfigzugfederanschlüssen erhältlich. Sie sind zwangsöffnend nach IEC60947-5-1, ein- oder zweikanalig verfügbar und in Kombination mit einem geeigneten Betätiger überlistsicher nach EN60947-5-5 und EN418. Durch die hochwertigen Kontakte lassen sich sowohl niedrige als auch hohe Ströme und Spannungen, von 1 mA bei 20 mV (mit Goldkontakten) bis 16/10 A bei 250/400 V, zuverlässig schalten. Es gibt sie sowohl als herkömmliche Kontaktgeber als auch für AS-Interface-Bus, Safety@Work.

Der Anwender kann aus der weiten Palette der TÜV-zertifizierten Not-Aus-Betätiger mit Einbauöffnungen unterschiedlicher Geometrien und Abmessungen (16, 22 oder 30 mm) wählen. Die Betätiger sind bekannt für ihr modernes und ansprechendes Design, das z.B. durch Schutzkragen in verschiedenen Formen und Größen sowie eine Vielzahl an Beleuchtungs- und Beschriftungsmöglichkeiten eine optimale optische Anpassung an das Einsatzgebiet ermöglich.

Gleichzeitig sind die mechanische Robustheit und herausragende Funktionalität, beispielsweise durch die deutlich sichtbare Schaltstellungsanzeige, die Dreh- oder Zug-Entriegelung und die Dichtigkeit, je nach Ausführung, der Schutzklassen von IP65 bis zu IP69K, erwähnenswert.

* Ruth Schlegel ist Assistentin der Geschäftsleitung bei Georg Schlegel in Dürmentingen.

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