Halbleiterproduktion Taiwan macht 26 Prozent des weltweiten Chip-Umsatzes aus

Von Sebastian Gerstl

Taiwan ist als Schlüssel-Standort für die weltweite Chipproduktion fest etabliert: 2021 machte die Inselrepublik mehr als ein Viertel des gesamten Umsatzes mit Halbleiterprodukten aus und liegt damit hinter den USA weltweit auf Platz 2.

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Laut TrendForce hatte Taiwan im Jahr 2021 einen Marktanteil von 26 Prozent an den Halbleitereinnahmen und lag damit hinter den USA an zweiter Stelle. Bei 300-mm-Äquivalenten Wafern liegt Taiwans Anteil am weltweiten Umsatz sogar bei 48 Prozent.
Laut TrendForce hatte Taiwan im Jahr 2021 einen Marktanteil von 26 Prozent an den Halbleitereinnahmen und lag damit hinter den USA an zweiter Stelle. Bei 300-mm-Äquivalenten Wafern liegt Taiwans Anteil am weltweiten Umsatz sogar bei 48 Prozent.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Taiwan hat sich als ein derzeit essentiell notwendiger Schlüsselstandort der globalen Halbleiterproduktion entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Marktanalysten von Trendforce zum globalen Halbleitermarkt 2021. Demnach machte die etwa 24 Millionen Einwohner zählende Inselrepublik im vergangenen Jahr 26 Prozent des weltweiten Halbleiterumsatzes aus. Mehr wurden nur in den USA umgesetzt.

Auch hinsichtlich Halbleiter-Design sowie im Bereich Packaging & Testing nimmt Taiwan mittlerweile führende Positionen ein. Laut Trendforce machten 2021 taiwanesische Firmen im vergangenen Jahr für 27 Prozent bzw. 20 Prozent des Umsatzes in den jeweiligen Bereichen ein und liegen damit auch hier an weltweit zweiter, bei Packaging & Testing sogar an erster Stelle.

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Absolut dominant ist Taiwan im Bereich der Foundry Services. 64 Prozent des Umsatzes der weltweiten Chip-Auftragsfertigungen liefen 2021 über in Taiwan ansässige Unternehmen. Dieser Anteil soll bis Jahresende 2022 noch auf 66 Prozent steigen. Neben TSMC, das aktuell von allen Unternehmen weltweit die fortschrittlichste Serien-Prozesstechnologie besitzt, bieten auch Foundries wie UMC (weltweit aktuell die drittgrößte Foundry), Vanguard und PSMC ihre eigenen Prozessvorteile und sind vor allem in Nischenmärkten stark gefragt. TSMC, aktuell der unangefochtene Platzhirsch unter den Auftragsfertigern, war 2021 laut Trendforce für 53 Prozent des Umsatzes aller Foundry-Services verantwortlich.

Taiwan hat dabei insbesondere von der sich abzeichnenden Chip-Knappheit, die durch die Pandemie und die geopolitischen Unruhen in den letzten zwei Jahren verursacht wurde, profitiert. Zudem haben taiwanesische Unternehmen geschickt auf die weltweiten Bemühungen unterschiedlicher Regierungen reagiert, die eine Lokalisierung der Chip-Herstellung anstreben, um einen Ausfall der eigenen Lieferkette aufgrund von logistischen Schwierigkeiten oder grenzüberschreitenden Lieferverboten zu vermeiden: Unternehmen wie TSMC oder UMC sind zu Partnern solcher weltweiten Bemühungen geworden und haben an Standorten wie Japan, Singapur oder USA mit dem Bau neuer Produktionsstätten begonnen.

Waferproduktion: Taiwan dominiert bei 200- und 300-mm-Äquivalenten

Taiwans wachsende Dominanz bei der weltweiten Chipfertigung macht sich besonders bei der Produktion von 8-Zoll-Wafern (200 mm Durchmesser) und 12-Zoll-Wafern (300 mm Durchmesser) bemerkbar. Laut Trendforce werden 2022 rund 48 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für 300-mm-Äquivalente auf Taiwan entfallen. Betrachtet man nur die Produktionskapazitäten für 12-Zoll-Wafer mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent, soll der Marktanteil der fortgeschrittenen Prozesse unter 16 nm (einschließlich) sogar 61 Prozent betragen. In Taiwan befinden sich 24 Fabs, die sich auf die Produktion von 8- und 12-Zoll-Wafern spezialisiert haben.Erst danach folgen China, Südkorea und die Vereinigten Staaten.

In Taiwan alleine befinden sich aktuell sechs neue Fabs in Bau, hinzu kommen weiter internationale Bauvorhaben von Foundries wie TSMC oder UMC. Während sich TSMC bei seinen Neubauten in erster Linie (allerdings nicht ausschließlich) auf modernste Prozesstechnologien im hauseigenen N5-, dem aktuell im Serienmarkt modernsten N3- oder sogar N2-Verfahren konzentriert, halten die anderen führenden Foundries in Taiwan wie UMC, Vanguard und PSMC an mehreren neuen Fabrikprojekten in Hsinchu, Miaoli und Tainan nach bewährten Fertigungsprozessen fest.

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Lokalisiserungsbemühungen werden Taiwans Anteil bis 2025 nur leicht schmälern

In Europa, China, Japan und den USA sind Regierungen aktiv damit beschäftigt, einheimische Chipproduktion zu fördern. TrendForce geht allerdings davon aus, dass der Marktanteil Taiwans an den Foundry-Kapazitäten bis 2025 durch diese Maßnahmen nur leicht zurückgehen wird.

Das liegt zum einen an den globalen Beteiligungen, die Firmen wie TSMC und UMC an diesen Ausbaubemühungen durch den Aufbau eigener Fabs im jeweiligen Ausland mit tragen. Nach Analyse der weltweiten Ausbau- und Förderungsankündigungen kommt Trendforce zu dem Schluss, dass wird Taiwan bis 2025 immer noch 44 Prozent der weltweiten Foundry-Kapazitäten und sogar 58 Prozent der weltweiten Kapazitäten für fortgeschrittene Prozesse kontrollieren wird und damit seine gefestigte, führende Stellung in der globalen Halbleiterindustrie beibehält.

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