Industrielösungen

Sysgo und Kaspersky bündeln Kräfte für Systemsicherheit

| Redakteur: Franz Graser

Andrej Nikishin, Director Future Technologies Projects bei Kaspersky Lab (links) und Knut Degen, Mitbegründer und CEO von Sysgo.
Andrej Nikishin, Director Future Technologies Projects bei Kaspersky Lab (links) und Knut Degen, Mitbegründer und CEO von Sysgo. (Bild: VBM-Archiv)

Zum Schutz sicherheitskritischer Anlagen und Infrastrukturen haben der Mainzer Betriebssystemspezialist Sysgo und die Anti-Malware-Experten von Kaspersky Lab eine gemeinsame Lösung entwickelt. Hierfür wird das Kaspersky Security System mit dem PikeOS-Hypervisor von Sysgo kombiniert.

Die beiden Partnerunternehmen gaben ihre Zusammenarbeit bei einer Pressekonferenz am Rande der Fachmesse Embedded World in Nürnberg bekannt. Die Integration der Kaspersky-Lösung soll gewährleisten, dass die Kommunikation von IT-Systemen den Sicherheitsanforderungen der Unternehmen entspricht.

Dabei sind die Aufgaben der Systemkomponenten der beiden Partner folgendermaßen aufgeteilt: Der PikeOS-Hypervisor schottet unterschiedliche Betriebssystemumgebungen (zum Beispiel ein Echtzeitbetriebssystem und Linux) gegeneinander ab, die Kaspersky-Technik überwacht den Datenverkehr der Systeme und den Informationsaustausch mit der Außenwelt auf eventuell eingeschmuggelte Malware.

Nach Aussage von Sysgo-CEO Knut Degen haben der Mainzer Betriebssystemhersteller und der Anti-Malware-Spezialist mit russischen Wurzeln 18 Monate an der Integration der beiden Techniken gearbeitet. Wichtig war dabei, dass die Kaspersky-Lösung die Echtzeit-Performance von Anwendungen, die physikalische Prozesse steuern, nicht beeinflussen durfte.

Während der Pressekonferenz in Nürnberg war ein gewisses Misstrauen gegenüber amerikanischen Technologielieferanten deutlich spürbar – erst in der vorangegangenen Woche hatte Kaspersky über die Aktivitäten der Hackergruppe „Equation“ informiert, die nach Informationen von Kennern der Szene mit dem US-Geheimdienst NSA in Verbindung steht.

Auf die Frage eines Journalisten, warum man gerade mit einem Systempartner mit russischen Wurzeln zusammenarbeite, antwortete Sysgo-CEO Degen: „Unser Ziel ist es, die beste verfügbare Technik zu nutzen. Es wäre schön, wenn wir sie in der EU finden würden, aber das war nun einmal nicht möglich. Kaspersky ist das beste, was wir wählen konnten. Eine US-Firma kam für uns als Partner nicht in Frage.“ Viele Firmen würden angesichts einer Zusammenarbeit mit einer US-Firma „sehr nervös“ werden, fuhr Degen fort.

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