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Synopsys präsentiert Prototyp von USB 3.2 mit 1600 MByte/s Geschwindigkeit

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Im Herbst wurde der neue USB-Standard 3.2 verabschiedet, nun hat Synopsys mit zwei FPGA-Plattformen einen ersten Prototypen der Schnittstelle präsentiert. Diese schafft mit bis zu 20 GBit/s eine doppelt so hohe Datenrate wie USB 3.1 Gen2 bisher, ohne dass ein neuer Kabeltypus notwendig wäre.

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Nach dem im September 2017 verabschiedeten USB 3.2 Standard können mit USB-C-Kabeln bis zu 20 Gbit/s an Daten übertragen werden. In einem frühen Prototypen präsentierte Synopsys nun eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 1,6 Bgyte pro Sekunde, also 13 Gbit/s - 3 Gbit/s schneller als bisher mit USB 3.1 möglich.
Nach dem im September 2017 verabschiedeten USB 3.2 Standard können mit USB-C-Kabeln bis zu 20 Gbit/s an Daten übertragen werden. In einem frühen Prototypen präsentierte Synopsys nun eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 1,6 Bgyte pro Sekunde, also 13 Gbit/s - 3 Gbit/s schneller als bisher mit USB 3.1 möglich.
(Bild: Synopsys)

Der EDA-Hersteller Synopsys hat nach eigener Aussage die weltweit erste Demonstration von USB 3.2 vorgeführt. Für die Demo verwendete Synopsys die eigene HAPS-Plattform (High Performance ASIC Prototyping Systems), um per FPGA einen Windows-10-basierten Host und einen Client, etwa eine externe SSD, mit Linux zu emulieren. Als Kabel zur Datenübertragung wurde nach Angaben von Synopsys in der Demo ein handelsübliches Belkin-Modell verwendet.

Nach USB 3.1 Gen 2 wird in USB-C-Kabeln ein einzelner High-Speed Data Path genutzt, der Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s erreichen kann. Nach dem Standard 3.2 können auch zwei verwendet werden. Die von Synopsys demonstrierten Prototyp-Plattformen verwenden zwei USB-PHYs, die nach FinFET-Prozessnodes implementiert sind. Beide laufen mit 10 Gbit/s pro Bahn. Laut Eric Huang von Synopsys ermöglicht das Lane Bonding dem Interface, beide Spuren zu kombinieren und so USB-3.2-Geschwindigkeiten von bis zu 20 Gbit/s zu erreichen - theoretisch also bis zu 2,5 Gbyte/s.

Allerdings ist bei dieser Zahl nicht der anfallende Overhead berücksichtigt. In der Demonstration seines Prototypen erreichte Synopys effektiv 13 GBit/s bzw 1600 MByte/s. Als Benchmark, um die Geschwindigkeit zu überprüfen, wurde HD_Speed verwendet.

"Als wir das Video starten, haben wir bereits die HD_speed Benchmarking-Anwendung gestartet", erklärt Eric Huang in einem Beitrag auf "Semiconductor Engineering". "Wir haben die USB-3.2-Geschwindigkeiten während der gesamten Demonstration beibehalten, während wir wiederholt die Einführung, die Hardwarebeschreibung, die Demonstration, das B-Roll-Material und alles aufnahmen."

Wie Golem.de ausführt wird es allerdings noch eine Weile dauern, ehe erste Host- und Client-Controller von beispielsweise Asmedia erscheinen. Diese dürften dann auch wie üblich per PCIe-Lanes angebunden werden statt direkt in Chipsätze von AMD oder Intel integriert zu sein. Aktuelle Modelle wie der X470 und der B360 unterstützen nativ USB 3.1 Gen2, Intel führte erst vor einigen Wochen den Support per Mainboard-PCHs ein.

Der USB-Dachverband USB-IF hatte im September 2017 die Spezifikationen für USB 3.2 veröffentlicht. Derzeit arbeiten diverse Firmen an der technischen Umsetzung von Controllern und PHYs für die neue Schnittstelle. Wichtig bei USB 3.2 ist, dass der Standard keine neuen Kabel vorsieht.

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