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Wave Glider Surfboard-Roboter überquert autonom den Pazifik

| Redakteur: Peter Koller

Der erste von vier autonomen maritimen Robotern hat die automatische Überquerung des Pazifik geschafft – und mit einer zurückgelegten Distanz von mehr als 16.000 km einen neuen Weltrekord für autonome Vehikel aufgestellt.

(Liquid Robotics)

Der Roboter vom Typ Wave Glider des Unternehmens Liquid Robotics mit dem Namen Papa Mau ist einer von vier autonomen maritimen Robotern, die im November 2011 in nördlichen Kalifornien zu Wasser gelassen wurden.

Die pro Stück etwa 200.000 US-$ teuren Gefährte (siehe auch Bildergalerie) versorgen sich durch die Wellenbewegung des Wassers mit Energie und kommen damit auf eine Geschwindigkeit von maximal etwa 2 Knoten – gut 3 km/h. Dazu besteht der Wave Glider aus zwei Komponenten: an der Oberfläche ist das Surfbrett-ähnliche Schwimmelement. Damit über ein etwa 7 Meter langes Kabel verbunden ist ein Tauchkörper. Sobald eine Welle das Schwimmelement anhebt, muss auch der Tauchkörper der Bewegung folgen. Kleine Flossen am Tauchkörper werden so nach oben oder unten bewegt und erzeugen so Energie, die mechanisch in einen Vortrieb umgewandelt wird.

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Die Wave Glider sind vollgestopft mit Sensoren, um Umweltdaten zu erfassen. Diese sind über die Website von Liquid Robotics frei zugänglich. Sensoren und autonome Steuerung samt GPS und Satellitenkommunikation werden von Li-Ion-Batterien (650 Wh) versorgt, die über Solarpanels mit einer Leistung von 80 W aufgeladen werden.

Die Surfboard Roboter sind zwar auf ein Ziel programmiert, agieren aber auf dem Weg dahin völlig autonom. Nachdem ihre Reise zunächst gemeinsam bis Hawaii ging, trennten sich dort die Wege. Papa Mau und Benjamin nahmen Kurs auf Brisbane in Australien, wo Papa Mau heute morgen australischer Zeit nach gut einem Jahr Reise ankam. Die beiden anderen sind auf dem Weg nach Japan.

Die Reise entpuppte sich als nicht ohne Hindernisse: So wurde einer der Wave Glider vorübergehend außer Gefecht gesetzt, weil ein Steuerungskabel von einem Hai durchgebissen wurde und in Oahu ausgetauscht werden musste. Bill Vass, CEO von Liquid Robotics: "Der Hai-Zahn steckte immer noch in der Stahlgeflecht-Ummantelung des Kabels."

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