Nur jedes achte Unternehmen verfügt über eine digitalisierte Lieferkette

| Redakteur: Margit Kuther

Supply Chain Management: Noch ist die Lieferkette vielfach nicht digitalisiert.
Supply Chain Management: Noch ist die Lieferkette vielfach nicht digitalisiert. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Logistikbranche gilt Vielen als Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland. Doch die Realität sieht anders aus, denn etlichen Unternehmen ist der wirtschaftliche Nutzen von Cloud- und IoT-Technologien unklar.

Nur acht Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine digitalisierte Supply Chain. Im Rahmen einer Studie befragte Hermes Germany 200 Logistikentscheider deutscher Unternehmen zum Thema „Trends im Supply Chain Management“.

Laut Hermes-Barometer ist die Digitalisierung der Lieferkette weit weniger fortgeschritten, als angenommen: Lediglich 8 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits erfolgreich ein Transformationsprogramm aufgesetzt. Weitere 19 Prozent haben mit der Umsetzung eines solchen Programms begonnen.

42 Prozent der befragten Unternehmen stehen jedoch ganz am Anfang. Sie gaben an, gerade erst das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Digitalisierung geschaffen zu haben. Von einer Digitalstrategie, die knapp ein Drittel der Unternehmen bereits entwickelt hat, sind sie noch weit entfernt.

Knowhow ist gefragt

46 Prozent der Befragten wollen künftig beim Management ihrer Supply Chain die Dienste von Logistikdienstleistern in Anspruch nehmen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) aller befragten Logistikentscheider gab darüber hinaus an, bei der Auswahl von Logistikdienstleistern zunehmend auf deren Expertise im Hinblick auf die Digitalisierung von Lieferketten zu achten.

„Das zeigt, wie stark unser Knowhow gefragt ist. Gleichzeitig ist es schon etwas überraschend, wie viele Unternehmen noch unsicher sind, was die digitale Transformierung ihrer Supply Chain angeht“, kommentiert Jan Bierewirtz, Bereichsleiter Business Development Supply Chain Solutions bei Hermes Germany.

Selbstlernende Systeme im Trend

Studien belegen, dass vielen Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen von Cloud- und IoT-Technologien unklar ist. Auch Logistikentscheider messen diesen Technologien eine untergeordnete Bedeutung bei. Lediglich für rund ein Drittel der Befragten sind Cloud-Anwendungen und IoT-fähige Maschinen wichtig.

Von größter Bedeutung für die Befragten sind hingegen selbstlernende Systeme (46 Prozent), um beispielsweise Bestellvorgänge automatisch auszulösen. Gefolgt von mobilen Anwendungen z.B. für die innerbetriebliche Logistik (43 Prozent) sowie der Blockchain-Technologie zur Optimierung des Daten-Handlings und der Prozessoptimierung (40 Prozent). „Hier gilt es, den Unternehmen aufzuzeigen, welches Potenzial Cloud- und IoT-Technologie für ihre Supply Chain bieten“, so Jan Bierewirtz. „Um langfristig erfolgreich zu sein, führt kein Weg an dieser Technik vorbei“, prognostiziert Jan Bierewirtz.

Kostensenkung und Lean Management von größter Bedeutung

Ein zentraler Trend im Supply Chain Management ist nach wie vor der Wunsch nach Kostensenkung sowie Lean-Management-Ansätzen. Für 81 Prozent der Logistikentscheider haben sie die größte Bedeutung. Es folgen die Optimierung der Lagerbestände durch ein effektives Bestandsmanagement (78 Prozent) sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen (Kollaboration), das für 71 Prozent der Logistikentscheider von großer Bedeutung ist.

Natürlich sind die Reduktion von Komplexität und Kosten vorrangige Ziele eines erfolgreichen Supply Chain Managements. Kostenersparnis und ein verringerter Bedarf an liquiden Mitteln schaffen Raum für zusätzliche Investitionen und weitere Optimierungen“, erläutert Jan Bierewirtz. Logistikexperten wie Hermes Germany unterstützen Unternehmen dabei, Optimierungspotenziale entlang der Supply Chain zu identifizieren und zu nutzen. Mit Hilfe des Analysetools SCAN werden vorhandene Strukturen untersucht und schließlich Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen für die Erhöhung der Effizienz innerhalb der Supply Chain ausgesprochen.

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