Klimabewusster Heimarbeiten Stromsparen im Homeoffice

Autor / Redakteur: HEA / Michael Eckstein

In der Corona-Krise fallen viele Pendelfahrten ins Büro weg – das reduziert CO2-Emissionen. Leider steigt der Stromverbrauch dafür im Homeoffice. Diese Tipps helfen, die Stromrechnung trotzdem im Rahmen zu halten.

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Gut für den Geldbeutel: Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Homeoffice-bedingte Stromverbrauch senken – und mit ihm der selbstverursachte CO2-Ausstoß.
Gut für den Geldbeutel: Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Homeoffice-bedingte Stromverbrauch senken – und mit ihm der selbstverursachte CO2-Ausstoß.
(Bild: Clipdealer)

Für viele von uns hat sich der berufliche Alltag seit letztem Jahr fundamental verändert. Der Weg ins Büro wurde durch das Arbeiten im Homeoffice oft auf wenige Meter reduziert. Damit haben der alltägliche Pendelverkehr und berufliche Reisen deutlich abgenommen. Das hat zu einer Verminderung der CO2-Emissionen in diesem Bereich beigetragen.

Es gibt allerdings zwei Seiten der Medaille: Durch verstärkte Homeoffice-Regelungen sowie die Schließung von Schulen, Restaurants und Kultureinrichtungen verbringen wir deutlich mehr Zeit in den heimischen vier Wänden. Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. – hat abgeschätzt, dass sich deswegen der Stromverbrauch für einen 1-Personen-Haushalt um bis zu 20 Prozent erhöhen kann.

30% höherer Stromverbrauch durch Homeoffice

Den Berechnungen liegen Verbrauchswerte für einen zusätzlichen Desktop-Rechner, häufiges Kochen, mehr Beleuchtung und höherer Fernsehkonsum aufgrund mangelnder Alternativen für die Abendgestaltung zugrunde. Bei einem 4-Personen-Haushalt, in dem zwei Personen im Homeoffice arbeiten, kann der Anstieg bis zu 30 Prozent betragen. Dadurch werden zusätzliche CO2-Emissionen verursacht, die teilweise die Einsparungen durch den verkürzten Arbeitsweg kompensieren.

Den Stromverbrauch zuhause können wir allerdings durch das eigene Nutzungsverhalten auch während der Arbeitszeit stark beeinflussen, sodass hier ein großes Einsparpotential liegt. Wie das möglich ist, zeigen die folgenden Tipps zum klimabewussten Arbeiten im Homeoffice.

Computer mit geringem Stromverbrauch einsetzen: Bei gleicher Nutzung ist ein Laptop in der Regel deutlich energieeffizienter als ein Desktop-PC, denn ein durchschnittlicher Desktop-PC benötigt ca. 60 Watt Leistung, wo-hingegen ein herkömmlicher Laptop mit ca. 15 Watt auskommt. Wer seinen Desktop-PC durch ein Laptop ersetzt, kann demnach bis zu 75 Prozent Strom einsparen.

WLAN bei Nichtbenutzung abschalten: Der Router ist ein Dauerverbraucher im Haushalt, der heute oft auch die Festnetztelefonie über seine IP-Verbindung bereitstellt. Das Gerät – wie andere Verbraucher im Haushalt – ganz abzuschalten, verbietet sich daher. Einige Funktionen müssen aber nicht ständig aktiv sein – beispielsweise das WLAN. In der Nacht wird es in der Regel nicht benötigt und kann daher ausgeschaltet werden. Viele Router bieten dafür eine leicht programmierbare Zeitsteuerung in der Bedienoberfläche an.

Web-Konferenz ohne Bild: Eine Stunde Videokonferenz verursacht einen CO2-Ausstoß von bis zu 1.000 Gramm. Wer ganz auf die Kamera verzichtet, kann bis zu 96 Prozent der verursachten Emissionen einsparen. Das hat eine neue Studie von Purdue University, Yale University und vom Massachusetts Institute of Technology herausgefunden.* Es empfiehlt sich also, die Videonutzung dort, wo es möglich ist, auf das Wesentliche zu reduzieren.

Arbeitsplatz richtig beleuchten: Neben dem Einsatz energiesparender Leuchtmittel – Stichwort LED – ist es sinnvoll, den eigenen Arbeitsplatz in der Nähe des Fensters zu platzieren, um natürliche Beleuchtung so gut wie möglich nutzen zu können.

Stromsparen in der PC-Pause: Wer den Stromverbrauch seines Computers senken will, schaltet den Bildschirmschoner aus. Dieser verhindert nämlich, dass sich der PC in den noch sparsameren Ruhezustand versetzt. Besonders in längeren Pausen, in denen der Computer nicht genutzt wird, empfiehlt sich der Ruhemodus. Dabei ist der PC zwar ausgeschaltet, im Vergleich zu einem Neustart allerdings schneller wieder einsatzbereit.

Kaffeegenuss planen: Statt pro Tag mehrfach frischen Kaffee zu kochen, ist es energetisch sinnvoll, eine große Portion zuzubereiten und diese in einer hochwertigen Thermoskanne für viele Stunden warm zu halten. Rund die Hälfte an Strom spart zudem, wer das Brühen der Kaffeemaschine überlässt, statt Wasser im Topf heiß zu machen und auf „Großmutter“ Art mit Filter zu brühen.

Mittagessen energiebewusst zubereiten: Es empfiehlt sich, gleich mehrere Portionen, die für mehrere Tage reichen, zu kochen. Das ist nicht nur bequem, sondern spart auch eine Menge Energie. So muss das Mittagessen nur aufgewärmt und nicht jeden Tag neu zubereitet werden. Kleine Mengen bis 500 Milliliter, also einzelne Portionen, lassen sich am sparsamsten in der Mikrowelle aufwärmen, für größere Mengen ist der Topf besser.

Feierabend mit Stromstopp: Es lohnt sich, zum Feierabend Computer, Bildschirme, Scanner und Drucker komplett vom Stromnetz zu trennen, denn viele Geräte verbrauchen auch dann noch Strom, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind. Durch schaltbare Steckdosen ist dies ganz einfach möglich.

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