Winterstürme in Texas Stromausfälle beeinträchtigen Chipproduktion bei NXP und Infineon

Redakteur: Sebastian Gerstl

Aufgrund starker Winterstürme kam es in Texas zu Stromumleitungen und -ausfällen, unter denen auch einige Chipfertiger zu leiden hatten. Betroffen sind unter anderem Wafer-Fabs von NXP, Infineon und Samsung, die zwischenzeitlich heruntergefahren werden mussten.

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Hochspannungsanlage im Winter (Symbolbild): Unerwartet starke Winterstürme haben in Texas im Raum Austin zu einem Zusammenbruch der örtlichen Stromversorgung geführt. Um Haushalte und kritische Infrastrukturen weiter mit Strom versorgen zu können, mussten in Austin ansässige Wafer-Fabs von Samsung, NXP und Infineon zwischenzeitlich heruntergefahren werden.
Hochspannungsanlage im Winter (Symbolbild): Unerwartet starke Winterstürme haben in Texas im Raum Austin zu einem Zusammenbruch der örtlichen Stromversorgung geführt. Um Haushalte und kritische Infrastrukturen weiter mit Strom versorgen zu können, mussten in Austin ansässige Wafer-Fabs von Samsung, NXP und Infineon zwischenzeitlich heruntergefahren werden.
(Bild: Clipdealer)

Ein unerwartet starker Wintersturm in Texas hat in weiten Teilen des US-amerikanischen Bundesstaats zu wochenlangen Stromausfällen geführt. Um eine Grundversorgung von Haushalten und Krankenhäusern schnellstmöglich wieder herstellen zu können und die Infrastruktur wieder zu stabilisieren, haben in der vergangenen Woche lokale Strom- und Erdgasanbieter die Versorgung der Halbleiterhersteller in Austin vorübergehend eingestellt. So musste im Zuge der Maßnahmen unter anderem Samsung am 16. Februar seinen Betrieb der in Austin ansässigen Foundry Line S2 vorläufig aussetzen.

Ebenfalls betroffen ist NXP, dass die Produktion in seinen beiden Werken in Austin zwischenzeitlich stilllegen musste. Dies wird sich auf die laufenden Arbeiten in der Wafer-Fab auswirken, die 2015 mit Freescale übernommen wurde und Mikrocontroller für die Automobilindustrie herstellt. Auch die Chipfertigung liegt infolgedessen zeitweise still.

Dies wird zwangsläufig auch zu Lieferunterbrechungen führen. Betroffene Kunden werden direkt von NXP über die möglichen Lieferunterbrechungen informiert. Konkrete Aussagen über die Höhe des durch den Produktionsausfall entstandenen Schadens könne derzeit nicht getroffen werden.

Infineon ist ebenfalls durch die Ausfälle in Austin beeinträchtigt: Das deutsche Unternehmen betreibt dort seit der Übernahme des amerikanischen Chipanbieters Cypress dessen 200mm-Wafer-Fab, auch als Fab 25 geführt. In der Anlage werden Chips aus Cypress' PSoC-Familie sowie programmierbare Analog-Bauteile, Wireless-MCUs und Power Management ICs hergestellt.

Etwa 10% der amerikanischen Produktion durch die Ausfälle betroffen

Wie hoch das genaue Ausmaß der Produktions- und Lieferausfälle sein wird kann erst genauer eingeschätzt werden, sobald die Stromversorgungen wieder stabil und gesichert hergestellt sind. Laut Schätzungen der Halbleiter-Marktvorscher von VLSI Research liegt die kombinierte Wafer-Produktionsrate aus den in Austin ansässigen Werken von Samsung, NXP und Infineon zusammen bei etwa 115.000 Wafern pro Monat in 300-mm-Wafer-Äquivalenten. Die entspräche etwa 10% der gesamten aktuellen US-Kapazität.

„Wir beobachten die Situation sorgfältig und werden den Betrieb in unseren Einrichtungen in Austin so schnell wie möglich wieder aufnehmen“, zitiert EEnews Europe David Reed, Executive Vice President, Operations bei NXP, zu der aktuellen Lage. „Wir arbeiten daran, unsere Fabriken in Austin in einem sicheren Zustand zu halten, um eine hohe Qualität und zuverlässige Versorgung zu ermöglichen, sobald der Betrieb wieder aufgenommen wird. Sobald die notwendigen Versorgungsleistungen wiederhergestellt sind, wird unser Betriebsteam in der Lage sein, die Auswirkungen der Abschaltung zu bewerten und zu sagen, wann die Produktion wieder voll aufgenommen werden kann. In der Zwischenzeit liegt unser Fokus auf der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Gemeinde Austin.“

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