Brand bei Bosch in Bamberg

| Autor / Redakteur: dpa / Julia Schmidt

Ein Feuerwehrmann steht bei Nachlöscharbeiten vor mehreren Feuerwehreinsatzfahrzeugen. Bei einem Feuer im größten deutschen Werk des Automobilzulieferers Bosch in Bamberg ist nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden.
Ein Feuerwehrmann steht bei Nachlöscharbeiten vor mehreren Feuerwehreinsatzfahrzeugen. Bei einem Feuer im größten deutschen Werk des Automobilzulieferers Bosch in Bamberg ist nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden. (Bild: Nicolas Armer/dpa)

Bei einem Feuer im größten deutschen Werk des Automobilzulieferers Bosch in Bamberg ist am Donnerstag nach ersten Schätzungen ein Schaden im Millionenbereich entstanden.

Bei dem Autozulieferer Bosch hat ein Feuer am Donnerstag (8.11.) eine Halle auf dem Werksgelände in Bamberg stark beschädigt. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe. Wie die Polizei und das Unternehmen berichteten, wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die Ursache des Feuers ist noch unklar, die Brandfahnder der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen dazu aufgenommen.

Eine Fabrikhalle wurde durch die Flammen derart stark beschädigt, dass das Gebäude vorläufig nicht mehr betreten werden darf. Die Mitarbeiter konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Werksfeuerwehr von Bosch hatte bereits kurz nach dem Ausbrechen des Feuers gegen 13.30 Uhr mit den Löscharbeiten begonnen. Anschließend kamen mehrere Feuerwehren aus der Umgebung zu Hilfe. Letztlich waren an dem Großeinsatz mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligt.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Polizei die Bürger in der Umgebung der Fabrik zuerst aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Streifenwagen sperrten die Straßen und leiteten den Verkehr um. Nach zwei Stunden waren die Flammen unter Kontrolle und die Warnung konnte aufgehoben werden. Eine Unternehmenssprecherin sagte, die genaue Schadenshöhe müsse erst noch geklärt werden.

Zukunft des Standort Bamberg gesichert

Nach monatelanger Unsicherheit ist die Zukunft des größten deutschen Produktionsstandorts von Bosch in Bamberg geklärt. Die Beschäftigten reduzieren für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit und müssen auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Im Gegenzug schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis ins Jahr 2026 aus und investiert in eine Neuausrichtung des Werks, das komplett am Verbrennungsmotor hängt. Werkleitung und Betriebsrat haben eine entsprechende Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt, wie sie am Donnerstag mitteilten. Zuvor waren die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung darüber informiert worden. Kurz nach der Bekanntgabe der Vereinbarung brach das Feuer in der Fabrik aus.

Bamberg ist im Verbund der Bosch-Standorte ein Leitwerk für Dieseltechnologie und der größte Produktionsstandort in Deutschland. Mehr als 7000 Menschen sind dort beschäftigt. Entsprechend stark bekommt das Werk schon seit längerer Zeit den Wandel in der Autobranche zur Elektromobilität und den damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach Verbrenner-Technologie zu spüren. Für einige andere Standorte hatte Bosch kürzlich schon Stellenstreichungen angekündigt. Andere Zulieferer wollen ebenfalls sparen und dafür die Zahl ihrer Mitarbeiter verringern.

Die Produktion von Brennstoffzellen soll ausgebaut werden

Bosch Bamberg soll nun zu einem Standort für die Produktion von Brennstoffzellen ausgebaut werden. Eine Vorserienfertigung gibt es dort bereits. Auch in Verbrenner wird aber weiter investiert. „Wir können uns nun auf die Industrialisierung der mobilen und stationären Brennstoffzelle konzentrieren und zugleich die Verbrennungstechnologie weiterentwickeln – denn auch die Mobilität der Zukunft kommt ohne den modernen Verbrenner nicht aus“, betonte Gutmann.

Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet bisher 35 Stunden pro Woche. Vom 1. April 2020 an sollen es dann sechs Jahre lang drei Stunden weniger sein – mit entsprechend sinkender Bezahlung. Wer bisher 40 Stunden arbeitet, muss um vier Stunden reduzieren. „Dies ist eine für das Werk Bamberg maßgeschneiderte Lösung, die in dieser Form neu bei Bosch ist“, sagte der kaufmännische Werkleiter Martin Schultz. Rund 6200 Tarifbeschäftigte sind davon betroffen, für den Rest gelten andere Regelungen.

Die Vereinbarung baue dem Standort Bamberg eine Brücke in die Zukunft, die man gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern geschlagen habe, sagte Bosch-Arbeitsdirektor Christoph Kübel. "Sie gibt uns und unseren Mitarbeitern dort über einen langen Zeitraum Planungssicherheit", betonte er. Das könne, trotz jeweils unterschiedlicher Bedingungen, auch ein Beispiel für andere Standorte sein. Wo immer möglich, sei es besser, die Arbeitszeit zu reduzieren, als Stellen abzubauen. (dpa)

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posted am 14.11.2019 um 12:38 von Unregistriert


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