Paul Otellini: Früherer Intel-Chef stirbt mit nur 66 Jahren

| Redakteur: Michael Eckstein

Intel-Urgestein: Paul Otellini war vom Beginn seiner Karriere 1974 bis 2013 bei Intel.
Intel-Urgestein: Paul Otellini war vom Beginn seiner Karriere 1974 bis 2013 bei Intel. (Bild: Intel Corporation)

Otellini war der erste Nicht-Ingenieur an der Spitze des bis vor kurzem größten Chipherstellers. Unter seiner Führung baute Intel eine Vormachtstellung für Desktop- und Server-Prozessoren auf. Der Umsatz stieg rasant, doch Intel verpasste den Einstieg ins Smartphone-Geschäft.

Am Montag, den 2. Oktober, wachte Paul Otellini nicht mehr auf. Craig Barrets Nachfolger an der Spitze des erfolgreichen Chipproduzenten wurde nur 66 Jahre alt. Er leitete das Unternehmen von 2005 bis 2013. Während seiner achtjährigen Führung boomte besonders das Desktop- und Server-Segment, der Jahresumsatz wuchs von 34 Mrd. auf über 53 Mrd. Dollar.

Zu Otellinis Erfolgen zählt die Einführung der überaus erfolgreichen Core-Prozessorarchitektur und Apples Abkehr von PowerPC-CPUs zugunsten der Intel-Chips. Auch schaffte er es, den Chip-Giganten in der rauen See während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf Kurs und profitabel zu halten.

In die Zeit seiner Führerschaft fällt andererseits auch das Streichen von rund 10.500 Arbeitsplätzen. Darunter waren auch 1.000 leitende Angestellte. Und: 2007 verpasste Intel die Chance, mit dem iPhone groß in das Smartphone-Geschäft einzusteigen. Erst 2012 kam ein Endgerät mit Intels Atom-Prozessor auf den Markt. Der war aber bereits fest in der Hand von ARM-basierten SoCs. Heute bestimmt Qualcomm mit seinen Snapdragon-SoCs die Richtung.

Starker Kapitän in rauer See

Unter Otellinis Führung konzentrierte sich Intel auf seine Kernkompetenzen und konnte so den aufstrebenden Konkurrenten AMD in Schach halten. Mit der Zeit gelang es sogar, sich finanziell deutlich von AMD abzusetzen und eine klare Vormachtstellung im Segment der Desktop- und Server-Prozessoren aufzubauen.

„Paul hat uns klar gemacht, dass wir nur erfolgreich sind, wenn wir den Kunden an erste Stelle setzen“, sagt Intels aktueller CEO Brian Krzanich. Er sei die rastlose Stimme des Kunden in dem so von Ingenieuren beherrschten Unternehmen gewesen.

Otellini wurde 1950 in San Francisco geboren, wo er 1972 sein Ökonomie-Studium mit einem Bachelor abschloss. Nach seinem Master in Berkley heuerte Otellini bei Intel an. Bei dem aufstrebenden Chiphersteller leitete er beispielsweise als Executive Vice President and General Manager die Architecture Group und war an der Einführung der ersten Pentium-Prozessoren Anfang der 1990er Jahre beteiligt.

Zwischen 1990 und 2002 bekleidete er unterschiedliche Positionen, darunter Executive Vice President and General Manager der Sales and Marketing Group. Schließlich wurde er 2002 Finanzchef (Chief Operating Officer, COO), bevor er 2005 die Gesamtleitung des Unternehmens übernahm.

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