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Geplante Obsoleszenz, Teil 1 Strategien im Kampf gegen den Elektroschrott

| Autor / Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Dem Elektroschrott den Kampf ansagen – das war ursprünglich das Ziel einer Studie zur sogenannten geplanten Obsoleszenz des Umwelt-Bundesamtes. Eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro- und Elektronikgeräte soll die Lösung sein. Ein umsetzbarer Vorschlag?

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Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: "Wir müssen über Mindestanforderungen an Produktlebensdauer und Qualität nachdenken – eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro- und Elektronikgeräte."
Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: "Wir müssen über Mindestanforderungen an Produktlebensdauer und Qualität nachdenken – eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro- und Elektronikgeräte."
(Bild: PhotostudioD29)

„Viele Geräte haben eine zu kurze Lebensdauer. Aus ökologischer Sicht ist das nicht akzeptabel. Die Herstellung der Produkte verbraucht wertvolle Ressourcen; Schadstoffe und Treibhausgase belasten Umwelt und Klima. Wir müssen über Mindestanforderungen an Produktlebensdauer und Qualität nachdenken – eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro- und Elektronikgeräte. Gleichzeitig werden viele Geräte ersetzt, obwohl sie noch gut funktionieren. Es ist daher genauso wichtig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte länger nutzen“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

„Problematisch ist die mangelnde Transparenz für die Verbraucher. Man sieht dem Produkt nicht an, für welche Lebensdauer es konzipiert wurde. Auch der Preis ist nicht immer ein zuverlässiger Indikator. Im Sinne der Verbraucher und der Umwelt wäre eine Kennzeichnung, die beispielsweise die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts in Nutzungsstunden angibt“, so Krautzberger weiter.

Interessanterweise sind sich Verbände, Elektrogerätehersteller und Studienkritiker in diesem Punkt einig: Der gemachte Vorschlag ist nicht praktikabel. Das Problem ist, dass man Haltbarkeit, im Gegensatz zu beispielsweise Energieeffizienz, nicht messen kann. Es gibt keine Norm dafür.“

„Um zu testen, ob eine Waschmaschine wirklich zehn Jahre hält, müsste man das Gerät zehn Monate unter Dauerbelastung betreiben. Das ist nicht praktikabel“, meint Werner Scholz vom ZVEI. Eine Kennzeichnung der Lebensdauer wäre somit eine Scheininformation für den Verbraucher auf die er sich nicht verlassen kann und die durch die Marktüberwachung nicht nachprüfbar ist. Zudem würde sich das in den Kosten niederschlagen. Laut Miele würde eine interne Prüfung auf 20 Jahre Lebensdauer pro Gerät mehr als 25.000 € Prüfkosten erzeugen.

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Über den Autor

Dr. Anna-Lena Gutberlet

Dr. Anna-Lena Gutberlet

Freiberufliche Autorin