Erfolgstory

Stets am Puls der Zeit – 93 Jahre Conrad

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Die 90er Jahre, Conrad wird ein Welt-Unternehmen

Conrad hat in den achtziger Jahren eine Größenordnung erreicht, die dem Haus in Europa die Marktführerschaft im Elektronik-Versandhandel garantiert. Die nationalen Grenzen wurden dem Unternehmen allmählich zu eng. Diese Entwicklung repräsentiert am besten das schmucke Glasgebäude am Stammsitz in Hirschau.

Der imposante Bau empfängt den Besucher mit leuchtenden Begrüßungsformeln in fünf Sprachen, einschließlich Chinesisch – Symbol für den heißen Draht der Conrads zu den Zukunftsmärkten der Elektronik in Fernost. Um bei den dort entstehenden Trends von Beginn an dabei zu sein, betreibt die Firma Einkaufs- und Entwicklungsbüros in Shanghai, Hongkong und Shenzhen.

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Als der Eiserne Vorhang 1989/90 Risse bekam und schließlich fiel, stand Conrad bereits in den Startlöchern nach Osteuropa: mit Vertriebspartnern in Ungarn, Slowenien, Russland und Bulgarien sowie einer eigenen Tochtergesellschaft in Tschechien zählt Conrad auch dort zu den festen Größen im Elektronikbereich. Eigene Gesellschaften entstanden außerdem in Frankreich, Österreich, den Niederlanden und in der Schweiz, sowie Franchise-Partnerschaften in Rumänien, Irland und Oman.

Insgesamt liefert das Versandhaus in 137 Länder der Welt. Eines der Modewörter der neunziger Jahre sind die „Synergieeffekte“: Gegenseitiges Ergänzen, mit mehreren Ansätzen am gleichen Ziel arbeiten – bei Conrad Electronic steht der Ausdruck für die Kooperation von Vater und Sohn.

Seit 1993 stecken Klaus und Dr. Werner Conrad gemeinsam die Unternehmensziele ab. Der reibungslose Wechsel von Klaus Conrad in die Holding und Dr. Werner Conrad an die Spitze der GmbH bescherte dem inhabergeführten Unternehmen weiteres Wachstum. Der Juniorchef trat 1993 als Geschäftsführer an und leitete die weitere Internationalisierung ein. Dr. Werner Conrad veränderte auch das Sortiment.

Ab 1994 bieten die Conrad Kataloge unter dem Oberbegriff „Ideen&Design“ neben Elektronikprodukten auch spezielle Seiten, die zeigen, dass sich Technik und Ästhetik nicht ausschließen. Mit dieser Produktgruppe, in der vom Nostalgie-Radio bis zur Anstecknadel in der Form einer Leiterplatine alles vertreten ist, erschloß der vierte Conrad an der Spitze des Unternehmens zugleich eine neue Zielgruppe.

Die Mitarbeiter in den Filialen und in der Auftragserfassung merken es deutlich. Der Conrad Katalog mausert sich von der „Elektronik-Bibel“ zusätzlich zu einem Nachschlagewerk für alle, die ihre Wohnung mit Designprodukten verschönern wollen oder ein originelles Geschenk suchen.

1995, Conrad-Kunden wissen, dass sie sich auf Qualität und Service verlassen können. Um diese hohen Ansprüche einhalten zu können, braucht das Unternehmen modernste Technik. Dieser Gedanke steckt in dem Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz, nur wenige Kilometer von Hirschau entfernt. Klaus Conrad nannte dieses 50-Millionen-Mark-Projekt bei der Einweihung 1995 „die Krönung der Firmengeschichte“.

Das Logistikzentrum gehört zu den modernsten Nachschubzentralen Europas. 130.000 Paletten mit Ware aus allen Erdteilen werden dort pro Jahr angeliefert und in einem vollautomatischen Hochregallager eingelagert. Über eine 1000 Meter lange Kommissionierstrecke erreichen die Wannen und Kartons das Herzstück des Warenausgangs – einen 108 Meter langen Linearsorter, der von einem 20 PS starken Motor angetrieben wird. Bis zu 20.000 Pakete verlassen täglich den Versand.

1997 haben 6,4 Millionen Kunden in den Electronic-Centern eingekauft. Nach wie vor ist Conrad Trendsetter und hat das Ohr am Puls der Zeit: Bei der Einführung der Radio- und der Fernsehtechnologie war Conrad von der ersten Stunde an dabei. Das ist jetzt nicht anders. Das Internet als Kommunikationsmittel des 21. Jahrhunderts hat bei Conrad von Anfang an einen hohen Stellenwert.

So gründet Dr. Werner Conrad in diesem Jahr die Tochtergesellschaft CoMedia, die sich ausschließlich mit der Entwicklung der elektronischen Medien und den Internetaktivitäten des Unternehmens befasst. Und das Engagement soll sich auszahlen: Seit Jahren gehört conrad.de zu den Top Ten der meistbesuchten Internet-Shops in Deutschland.

Seit 1998 bearbeitet Conrad verstärkt den B2B-Markt und startet dazu mit einem Katalog speziell für diese Zielgruppe.

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