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Weltraumforschung Stephen Hawking will Mikro-Raumsonden zu den Sternen schicken

Redakteur: Franz Graser

Der weltbekannte britische Astrophysiker Stephen Hawking hat das Projekt „Breakthrough Starshot“ angekündigt, das einen Schwarm winziger Raumsonden zu dem nächstgelegenen Stern Alpha Centauri senden soll. Als Finanzier ist der russische Internet-Milliardär Yuri Milner mit an Bord.

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Stephen Hawking, der weltbekannte britische Astrophysiker, will eine Flotte winziger Sonden auf den Weg zu unserem Nachbarstern Alpha Centauri schicken.
Stephen Hawking, der weltbekannte britische Astrophysiker, will eine Flotte winziger Sonden auf den Weg zu unserem Nachbarstern Alpha Centauri schicken.
(Bild: 2016 Getty Images/Breakthrough Initiatives)

Wie die New York Times berichtet, soll zunächst ein Mutterschiff etwa 1000 der Mini-Sonden in eine Erdumlaufbahn bringen. Diese Sonde, sogenannte Starchips, bestehen im Wesentlichen aus einem Wafer, der neben der nötigen Navigations- und Kommunikationsausstattung eine Kamera und eine batterie enthält.

Für den Antrieb soll ein sogenanntes Lichtsegel sorgen. Dieses Segel besteht aus einer Folie, die nur wenige hundert Atomlagen dick sein soll und einen Durchmesser von etwa einem Meter besitzt. Sobald sich die Mikro-Sondenflotte vom Mutterschiff in der Erdumlaufbahn freigesetzt wird, sollen Laserbatterien mit einer Leistung von über 100 Gigawatt in Aktion treten.

Der Plan lautet, die ultraleichten Segler mit der Laser-Energie auf eine Geschwindigkeit von etwa 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, die rund 300.000 Kilometer pro Sekunde beträgt, zu beschleunigen. Mit diesem Tempo könnten die Sonden in etwa drei Tagen am Kleinplaneten Pluto vorbeifliegen und den Stern Alpha Centauri in etwa 20 Jahren erreichen. Ihre Bilder und Telemetriedaten würden die Erde dann nach weiteren rund 4,3 Jahren erreichen.

Die für dieses Projekt notwendige Technik ist laut Yuri Milner, einem russischen Internet-Milliardär, der die Initiative mitfinanziert, nicht allzu weit entfernt. Die Nanosonden könnten innerhalb einer Generation startklar sein, zitiert das Online-Magazin Gizmodo den russischen Mäzen. Allerdings seien dafür noch einige gewaltige Hürden zu überwinden, so etwa der Aufbau der notwendigen Laserbatterie und der Kommunikationstechnik.

„Es ist ein ehrgeiziges Projekt, aber ich sehe keine unüberwindlichen Hindernisse oder fundamentale Unmöglichkeiten“, sagte Avi Loeb, Vorsitzender des Center for Astrophysics an der Universität Harvard, im Rahmen der Pressekonferenz im One World Observatory in New York, mit der das Projekt angekündigt wurde.

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Neben Yuri Milner und Stephen Hawking komplettiert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Leitungsgremium der Initiative. Im Beirat sitzen Pete Worden, der frühere Direktor des Ames-Forschungszentrums der NASA, der Physiker und Mathematiker Freeman Dyson, nach dem das Konzept der „Dyson-Sphäre“ benannt ist, der Physik-Nobelpreisträger Saul Perlmutter sowie die Schriftstellerin Ann Druyan, die Witwe des Astronomen Carl Sagan.

Die Kosten des Projektes werden auf fünf bis zehn Milliarden Dollar geschätzt. Yuri Milner will zu Beginn rund 100 Millionen Dollar für die notwendige Grundlagenforschung beisteuern.

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