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Stellenmarkt für Ingenieure bricht ein: Die Krise als Chance

Autor: Sebastian Hofmann

Immer weniger Unternehmen suchen nach Elektroingenieuren. Ein Geschäftsfeld ist besonders betroffen. Welches das ist und was Unternehmen jetzt tun sollten, das hat uns ein Arbeitsmarktexperte erklärt.

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Im zweiten Quartal 2020 suchten Betriebe nur noch 3200 Elektroingenieure – 40% weniger als noch Anfang letztes Jahr (damals 5300).
Im zweiten Quartal 2020 suchten Betriebe nur noch 3200 Elektroingenieure – 40% weniger als noch Anfang letztes Jahr (damals 5300).
(Bild: ©zinkevych - stock.adobe.com)

2019 war ein gutes Jahr für Elektroingenieure. Das zeigt der Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays. Denn damals schrieben Betriebe so viele Stellen aus wie noch nie. Aber: Wer sich die vierteljährliche Erhebung heute ansieht, dem bietet sich ein ernüchterndes Bild. Inzwischen sind über 2000 freie Arbeitsplätze weniger als noch im ersten Quartal 2019. Es ist ein Rückgang von 40%.

„Kein Wunder in Zeiten von Corona“, denkt sich da jetzt mancher. Doch das ist ein Trugschluss. „Die Pandemie ist bloß ein Brandbeschleuniger, meint Oliver Kowalski, Director Technologie & Ingenieurwesen bei Hays. Seit Jahren berät der Experte Mittelständler zu Personalfragen. „Die wirtschaftliche Lage des Industriesektors war vorher schon schlecht.“ Trotzdem hatte sich die Nachfrage nach Elektroingenieuren Anfang des Jahres wieder verstärkt, wie der Hays-Index zeigt. „Durch Corona sind nun jedoch gerade in Unternehmen mit hohem Exportanteil viele Aufträge weggefallen“, fährt Kowalski fort. „Und das wirkt sich negativ auf die Stellenausschreibungen aus.“

Aber die Rezession bietet auch Chancen, weiß der Experte – etwa wenn es um die Rekrutierung von Spezialisten geht. „Weil die Nachfrage nach Fachkräften insgesamt zurückgeht, lichtet sich auch der Wettbewerb um Hochqualifizierte.“ Unternehmen sollten sich deshalb nun antizyklisch verhalten, rät Kowalski, und trotz der schwierigen Wirtschaftslage einstellen. „Irgendwann erstarkt die Konjunktur wieder und dann zieht auch der Fachkräftemangel erneut an. Dem kann man jetzt schon vorbeugen.“

Eine weitere Lösung könnten flexible Arbeitsmodelle sein, denkt Kowalski: „Gerade der Mittelstand ist bislang noch zurückhaltend was den Einsatz von frei angestellten Ingenieuren und Beratern angeht“, sagt er. Doch solche Beschäftigungsverhältnisse brächten einen entscheidenden Vorteil. „Geschäftsführer können diese Mitarbeiter flexibel zu Projekten hinzunehmen oder einsetzen, wenn es Engpässe gibt – allerdings ohne dass damit lange Kündigungsfristen einhergehen, wie es bei Festen der Fall wäre.“

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Über den Autor

 Sebastian Hofmann

Sebastian Hofmann

Journalist, Vogel Communications Group