Suchen

„Steile Lernkurve“ - Digitalisierung in Corona-Zeiten

Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Video-Konferenz statt Dienstreise, Cocktail-Party im Chatroom - ganz selbstverständlich seit der Corona-Krise. Wie diese sich auf die Digitalisierung auswirkt, soll die „#neuland“-Schau in Nürnberg zeigen.

Firma zum Thema

Die Ausstellung „#neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“, will zeigen, wie sich die erzwungene digitalere Lebensweise während der Coronakrise auf die generlle Digitalisierung des Alltags auswirkt. Die in Nürnberg strtende Schau ist eine Kooperation der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und der Nemetschek Stiftung.
Die Ausstellung „#neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“, will zeigen, wie sich die erzwungene digitalere Lebensweise während der Coronakrise auf die generlle Digitalisierung des Alltags auswirkt. Die in Nürnberg strtende Schau ist eine Kooperation der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und der Nemetschek Stiftung.
(Bild: Museum für Kommunikation Nürnberg)

Viele Menschen leben seit der Corona-Krise viel digitaler. Sie halten Video-Konferenzen im Homeoffice, schauen Konzerte per Livestream von Zuhause oder treffen sich mit den Freundinnen im Video-Chat statt im Restaurant. Eine „steile Lernkurve“ hat die Corona-Pandemie nach Ansicht von Tine Nowak von der Museumsstiftung Post und Telekommunikation ausgelöst. „Wir mussten uns alle möglichst schnell digitalisieren.“ Zugleich sieht sie aber auch die Gefahr, dass dadurch mehr Ungleichheit entsteht.

Befeuert die Coronakrise auch wirklich die Digitalisierung?

Nowak ist Kuratorin der Ausstellung „#neuland“, die die Digitalisierung in unserem Alltag thematisiert. Am Mittwoch dem 28. Oktober 2020 wird diese im Nürnberger Museum für Kommunikation eröffnet.

Zuvor war sie im Frankfurter Schwestermuseum zu sehen. Für Nürnberg haben Nowak und ihre Kollegin Silke Zimmermann von der Münchner Nemetschek Stiftung die Schau aber um die digitalen Phänomene der Corona-Pandemie erweitert - mit Exponaten wie Briefen, Paketen, Fotos und Masken, die Menschen auf einem Aufruf der Museumsstiftung eingereicht haben.

Dass die Corona-Krise die Digitalisierung an sich befeuert hat, findet Nowak nicht. „Es gab nicht unbedingt mehr neue digitale Angebote“, sagt sie. Bestehende Angebote seien aber mehr genutzt worden, auch solche, die man früher persönlich als nicht notwendig erachtet habe wie Video-Plattformen oder Messengerdienste. Im Homeoffice müsse man diese nun nutzen, was für manche eine sehr große Umstellung sei. „Es gibt durchaus Leute, die davon abgehängt werden“, gibt Nowak zu bedenken. „Man muss schauen, ob es eine digitale Ungleichheit gibt.“

Wie hat die Krise unsere private Kommunikation verändert?

Die Ausstellung veranschaulicht auch, wie unsere private Kommunikation sich mit der Corona-Pandemie verändert hat. Zum Beispiel trifft sich ein Freundeskreis einmal die Woche per Video-Konferenz zum Cocktailtrinken und gemeinsamen Singen. Dating-Apps haben ihr Angebot ausgebaut, damit man sich beim ersten Rendezvous virtuell nahekommen kann.

Auch die Influencer mussten sich an die Situation anpassen. Zum viralen Hit auf Youtube seien in der Zeit der Kontaktsperre Rezepte für Bananenbrot geworden, sagte Nowak. „Youtuber müssen permanent Inhalte produzieren. Auch sie waren mehr Zuhause und mussten sich dann dort nach Themen umsehen“, erläutert Nowak. So seien Koch- und Backrezepte, Gartenthemen und Putztipps weit vorne gewesen.

Die Ausstellung soll bis zum 25. April 2021 in Nürnberg verweilen. Im Mai 2021 soll „#neuland“ ins Berliner Museum für Kommunikation wandern - und dann um weitere Corona-Exponate ergänzt und abhängig vom Fortschritt der Digitalisierung auch teilweise neu konzipiert werden.

(ID:46956010)