Infotainment

Statische Konfiguration von MOST-Netzwerken

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Wegfall des NetworkMasters erschwert Reset-Erkennung

Der Wegfall des NetworkMasters bringt allerdings ein Problem mit sich: Das Erkennen des Resets einer Applikation kann erschwert sein. Traditionell ist ein großer Teil der Funktionalität des NetworkMasters auf diese Erkennung ausgerichtet. Ohne die Fähigkeit zum Erkennen, ob ein FBlock einen Reset ausgeführt hat, kann ein Controller fälschlicherweise annehmen, dass seine Notification-Einträge nach wie vor bedient werden.

Allerdings lässt sich dieser Nachteil einfach und elegant beheben, indem man ‚implicit notification‘ auf eine Funktion anwendet, die für die Reset-Erkennung vorgesehen ist. Dies kann zum Beispiel eine als ApplicationStarted bezeichnete Property der Funktionsklasse Switch sein. ApplicationStarted.Status wird gesendet, sobald der Knoten im Netzwerk aktiv wird. Diese Nachricht informiert die Controller, wenn der FBlock (wieder) im Netzwerk erscheint. Die Controller nutzen dies als Trigger, um die Notification-Einträge zu verifizieren und zu aktualisieren.

Bildergalerie

Wann immer ein Controller die Nachricht ApplicationStarted.Status erhält, kann er davon ausgehen, dass der betreffende FBlock einen Reset durchlaufen hat. Dieser einfache Mechanismus beseitigt eine Reihe von im traditionellen Konzept oft auftretenden Schwierigkeiten nach dem Reset eines Knotens und dem Notification-Mechanismus.

Herunterfahren des Netzwerks ohne NetBlock.Shutdown

Da die Funktion NetBlock.Shutdown nicht mehr verwendet wird, entfällt eine Vielzahl optionaler und obligatorischer Aktionen, für die der PowerMaster zuständig ist. Beim Design-Time-Konzept stößt der PowerMaster den normalen Shutdown-Prozess an, indem er ein Off-Request an das NetInterface übergibt, was zum Setzen des Shutdown-Flags im MOST-Netzwerk führt. Nach dem traditionellen Verfahren leitet ein Off-Request lediglich die finale Phase der längeren Shutdown-Prozedur ein. Device-Shutdown und Hitze-Shutdown werden nicht mehr vom PowerMaster initiiert, sondern gemäß der Design-Spezifikation des Systemintegrators aktiviert und beendet.

Vorgegebene Liste mit Verbindungen

Nach dem Design-Time-Konzept verfügt der Connection Manger über eine vorgegebene Liste mit Verbindungen. Nach dem Hochfahren des Systems richtet der Connection-Manager gemäß dieser Liste selbständig Verbindungen ein. Um verschiedenen Audio-Szenarien gerecht zu werden, lassen sich mehrere Verbindungslisten vorhalten, die vom Connection-Manager abhängig von Triggerbedingungen, die vom Systemintegrator definiert wurden, aktiviert und deaktiviert werden. Dementsprechend werden die Funktionen BuildConnection und RemoveConnection des ConnectionMaster FBlock nicht mehr benötigt.

Diagnosis-FBlocks ermöglichen End-of-Line-Setup

Um das End-of-Line-Setup, d.h. die Versorgung von Steuergeräten mit Konfigurationsdaten im Produktionsablauf, im Kontext der Design Time Configuration zu ermöglichen, besitzt jeder Knoten anfänglich einen Diagnosis-FBlock. Nach dem Verbau der Steuergeräte im Fahrzeug während der Produktion wird der TimingMaster mit einem Diagnose-Tool verbunden. Das Diagnose-Tool verteilt dann die Systemkonfiguration bestehend aus FBlock-Registry, implicit-notification-Einstellungen und der Verbindungsliste über den Diagnosis-FBlock. Letzterer wird über eine Wildcard adressiert, was den Zugriff auf den angeforderten FBlock unabhängig von der tatsächlichen InstID ermöglicht. Hierdurch ist sichergestellt, dass die erfolgreiche Bereitstellung der Konfigurationsdaten nicht davon abhängt, welche InstID voreingestellt wurde.

In statischen Anwendungs-Szenarien bietet die Konfiguration schon beim Design hervorragende Kostensenkungs- und Vereinfachungsmöglichkeiten durch den Entfall aller Teile, die die traditionelle MOST-Systemkonfiguration zur Überwachung von Konfigurationsänderungen benötigt.

Literaturhinweise:

[1] HMOST Specification Rev. 3.1 Pre-Release. MOST Cooperation, 2015.

[2] HGrzemba, A.: MOST – The Automotive Multimedia Network – From MOST25 to MOST150. Franzis Verlag, Poing, 2011, ISBN 978-3-645-65061-8.

* Renato Machelett ist Inhaber von Machelett Software & Consulting und Koordinator der MOST-Arbeitsgruppe FCat Exchange Formats.

(ID:44269261)