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Statische Konfiguration von MOST-Netzwerken

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Aufgaben des NetworkMasters beim Netzwerkmanagement

Der NetworkMaster ist der Hauptakteur beim Netzwerkmanagement. Im Zustand NetInterface Normal Operation übernimmt der NetworkMaster folgende Aufgaben:

  • Er nimmt FBlockIDs.Status-Meldungen von den NetworkSlaves entgegen.
  • Er erkennt und löst Konflikte durch Vergabe gültiger FBlockID/InstID-Kombinationen.
  • Er erstellt die Central Registry.
  • Er setzt abschließend den System State auf OK.
  • Er überwacht, welche NetworkSlaves das Netzwerk verlassen oder neu hinzukommen.
  • Er beantwortet Anfragen an die Central Registry durch die NetworkSlaves.

Verbindungsmanagement mit dem Connection Manager

Ein Initiator fordert bei Bedarf beim Connection Manager den Aufbau einer Verbindung an. Der Connection Manager führt daraufhin die erforderlichen Schritte aus und meldet das Ergebnis. Wird die Verbindung nicht mehr benötigt, fordert der Initiator den Connection Manager zum Abbau der Verbindung auf, woraufhin der Connection Manager erneut die nötigen Aktionen ausführt und Vollzug meldet. Problematisch ist, dass für diesen Ablauf sehr viel Kommunikation erforderlich ist und dass es keine Erfolgsgarantie gibt (wenn zum Beispiel bereits eine andere Komponente die angeforderten Ressourcen belegt).

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Das Design-Time-Configuration-Konzept

Das Design-Time-Configuration-Konzept beruht auf der Annahme, dass sich die Konfiguration der Knoten im MOST-Netzwerk in vielen Fällen über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs nicht ändert, dass also die enthaltenen FBlocks und die nötigen Verbindungen erhalten bleiben. Wenn es aber keine Konfigurationsänderungen gibt, benötigt das MOST-System auch keine Komponenten, die solche Änderungen verwalten. Die Tabelle bietet einen Überblick über die entscheidenden Aspekte des Design-Time-Configuration-Konzepts im Vergleich zum traditionellen Konzept.

Vorgehen beim Hochfahren des Netzwerks

Das traditionelle und das vereinfachte Vorgehen beim Hochfahren des Netzwerks sind so lange identisch, bis der Zustand NetInterface Normal Operation erreicht wird. Es besteht aber ein struktureller Unterschied: Da es keinen NetworkMaster mehr gibt, werden die NetworkSlaves generisch als ‚nodes‘ bezeichnet. Es werden auch keine dynamischen logischen Knotenadressen mehr verwendet, sondern sämtliche Knotenadressen sind statisch. Im Zustand NetInterface Normal Operation kommunizieren die Knoten im MOST-System frei miteinander.

Wenn ein Controller einen Dienst (bzw. nach der MOST-Terminologie einen FBlock) adressiert, kann diese Anforderung je nach aktueller Verfügbarkeit des FBlock erfolgreich sein oder fehlschlagen. Da die Erstellung und Verteilung der Central Registry entfällt, nimmt der Netzwerk-Datenverkehr insgesamt trotz resultierender doppelter Dienste-Anfragen nicht zu. Um zu verhindern, dass es unmittelbar nach dem Hochfahren des Netzwerks zu erfolglosen Anfragen kommt, kann der Systemintegrator per Timer eine Verzögerung einbauen.

Verfügbarkeitsschwankungen von Diensten reduzieren

Durch die vorherige Definition der im Netzwerk existierenden FBlockID/InstID-Kombinationen werden Verfügbarkeitsschwankungen von Diensten minimiert. Sind diese Kombinationen festgelegt, müssen vom NetworkMaster keine Korrekturen mehr vorgenommen werden. Unterstützt wird dies durch Aufheben der Unterscheidung zwischen Central Registry und Decentral Registry. Stattdessen wird in jedem Knoten eine als FBlock Registry bezeichnete lokale Kopie vorgehalten.

Um das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter FBlocks zu melden, versenden die Knoten außerdem keine FBlockIDs.Status-Meldungen mehr an den NetworkMaster, sondern an die Blocking-Broadcast-Adresse. Hierdurch werden sämtliche Knoten im Netzwerk informiert und den Empfängern wird die Möglichkeit gegeben, auf diese Information zu reagieren. Weil keine Central Registry mehr gepflegt werden muss, müssen im Zustand NetInterface Normal Operation keine Übergänge zwischen den Systemzuständen (System States) OK und NotOK angestoßen werden.

Ohne System States ist keine Unterscheidung zwischen System- und Applikations-Kommunikation notwendig: Nach dem Übergang in den Zustand NetInterface Normal Operation können alle FBlocks uneingeschränkt kommunizieren. Wenn die Netzwerk-Konfiguration in der Entwurfsphase festgelegt wird, kann der NetworkMaster, der im traditionellen Konzept die Änderungen der Netzwerk-Konfiguration überwacht, komplett entfallen. Dementsprechend werden auch der System Scan, die Central Registry, die System States und das Verhalten ‚own configuration invalid‘ nicht mehr benötigt.

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