Infotainment Statische Konfiguration von MOST-Netzwerken

Autor / Redakteur: Renato Machelett * / Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Das Konzept der Konfiguration in der Entwurfsphase eines MOST-Netzwerks reduziert Komplexität und Kosten und verringert den Prüf- und Verifikationsaufwand.

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Einfach aber wirkungsvoll: Das Konzept der Konfiguration in der Entwurfsphase eines MOST-Netzwerks reduziert Komplexität und Kosten und verringert den Prüf- und Verifikationsaufwand.
Einfach aber wirkungsvoll: Das Konzept der Konfiguration in der Entwurfsphase eines MOST-Netzwerks reduziert Komplexität und Kosten und verringert den Prüf- und Verifikationsaufwand.
(Bild: ©djmilic/Fotolia.com)

MOST ist sehr flexibel, doch nicht jeder Autohersteller benötigt die gesamte verfügbare Flexibilität für alle Fahrzeugmodelle. Das Konzept der Konfiguration in der Entwurfsphase (Design Time Configuration) reduziert nicht nur die Komplexität und die Kosten, sondern es verringert auch den Prüf- und Verifikationsaufwand und bietet dadurch einen einfachen Zugang zu der von MOST gebotenen Funktionalität.

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Automotive-Anwendungen decken das gesamte Spektrum von einfachen bis zu hochkomplexen Lösungen ab. MOST bietet weitreichende Flexibilität beim Systemdesign, bei der Konfiguration und bei Änderungen während der Laufzeit. So kommt MOST bestens mit hochkomplexen Szenarien zurecht. Einfache Anwendungsfälle benötigen jedoch nicht die gesamte gebotene Flexibilität. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein System vorab konfiguriert wird und sich niemals ändert, wenn reduzierte Hardware- oder Performance-Anforderungen angestrebt werden oder wenn sehr spezifische Lösungen umgesetzt werden.

Ein Beispiel hierfür ist eine Head-Unit mit Kameras für Rundumsicht, die an MOST-Knoten ohne Steuergerät (remote controlled nodes) angeschlossen werden. In diesem Anwendungsfall vereinfacht die statische statt der dynamischen Adressierung das Systemdesign erheblich. Das folgende Konzept konzentriert sich auf die einfachen Szenarien und erlaubt die Implementation von MOST-Systemen mit kleinerem Footprint.

Beim Festlegen potenzieller Vereinfachungen auf Basis der MOST-Spezifikation Rev. 3.1 [1] sind drei Bereiche zu beachten: das Hoch- und Herunterfahren des Netzwerks, das Netzwerkmanagement und das Verbindungsmanagement. Die folgende Beschreibung des hier als ‚traditionell‘ bezeichneten derzeitigen Konzepts benennt auch die potenziellen Probleme.

Hochfahren und Herunterfahren des Netzwerks

Das Einschalten des MOST-Signals stößt im Zustand NetInterface Off das Hochfahren des Netzwerks an; in vielen Fällen erfolgt dies durch den PowerMaster. Die Knoten (nodes) im MOST-Netzwerk erkennen das MOST-Signal am Eingang und wechseln in den Zustand NetInterface Init. Die Knoten synchronisieren sich zum MOST-Signal des TimingMasters. Der TimingMaster setzt abschließend das System Lock Flag, was den Wechsel in den Zustand NetInterface Normal Operation bewirkt. Da diese Abfolge bereits hinreichend einfach ist, bleibt sie auch bei der Design Time Configuration erhalten.

Wenn das Netzwerk (oder ein bestimmter Teil des Netzwerks) nicht mehr benötigt wird, führt der PowerMaster folgende Aktionen aus:

  • Er initiiert das Herunterfahren des Netzwerks durch Aufruf von NetBlock.Shutdown.Start(Query).
  • Er führt die mehrphasige, mit NetBlock.Shutdown.Start(Execute) endende, Shutdown-Prozedur aus.
  • Er steuert den Energiesparmodus einzelner Geräte (Device Shutdown).
  • Er überwacht ggfs. die hitzebedingte Deaktivierung des Netzwerks.
  • Er übergibt die abschließende Phase des Shutdowns an das NetInterface, welches das Shutdown Flag setzt.

Somit werden verschiedene Prozeduren ausgeführt, bevor das Netzwerk heruntergefahren werden kann. Umfangreiche Verifikationen und Tests sind nötig, um sicherzustellen, dass das Netzwerk kontrolliert heruntergefahren wird – auch wenn möglicherweise beliebige Kombinationen widriger Bedingungen vorliegen.

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