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Starthilfe für Solarspeicher-Start-up

| Autor / Redakteur: Richard Oed / Michael Eckstein

Wie lässt sich das eigene Produkt schnell und nachhaltig auf den Markt bringen? Die Gründer von VoltStorage erfuhren dies beim Time-to-Market Accelerator Day von Vertretern der BMK Group. Die Starthilfe war die Belohnung für den zweiten Platz beim TI TechMatch.

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Interessante Einblicke: Christoph Ostermöller (rechts) von BMK erläutert den Einsatz von 3-D-Druck in der Fertigung.
Interessante Einblicke: Christoph Ostermöller (rechts) von BMK erläutert den Einsatz von 3-D-Druck in der Fertigung.
(Bild: ElektronikPraxis / Richard Oed )

Private Solaranlagen auf Eigenheimen erzeugen Energie meist dann, wenn die Bewohner sie nicht nutzen können - nämlich tagsüber. Mit dieser Aussage umriss Felix Kiefl, einer der Gründer von VoltStorage, die Problematik. Das Münchner Start-up hat dafür einen Lösungsansatz entwickelt, mit dem es vergangenen Herbst beim TechMatch von Texas Instruments (TI) die Jury überzeugen konnte: Die Entwicklung eines Solarstrom-Speichersystems für Photovoltaikanlagen in Privathaushalten auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-(VRF-)Technologie brachte dem jungen Unternehmen den zweiten Platz ein.

Bestandteil des Preises war unter anderem ein von der Augsburger BMK Group gesponsertes Ramp-Me-Up Kit. Dieses unterstützt die Gewinner bei der Serienreifmachung ihrer Produkte und dem schnellen und erfolgreichen Hochfahren der Produktion. Als erstes Team der drei Top-Platzierten des TechMatch fanden sich die beiden Mitbegründer von VoltStorage, Felix Kiefl und Michael Peither in Augsburg ein, um mit BMK-Gesellschafter Dieter Müller und seinen Führungskräften im Rahmen eines Time-to-Market Accelerator Workshops ihre Entwicklung zu diskutieren.

Die Entwicklung beeinflusst die Produktkosten maßgeblich

Dabei ging es um so wichtige Themen wie die konstruktive Gestaltung der Leiterplatte. Diese sollte nicht nur so klein wie möglich sein, sondern auch optimal an die Belange der Fertigung und Montage angepasst sein, um Herstellungskosten zu drücken. Besonderes Augenmerk sollte hier auf der Reihenfolge der Bestückung und des Lötens liegen. Dies ermöglicht eine weitgehende Reduzierung der notwendigen Arbeitsschritte und einen optimalen Aufbau.

Auch die Verfügbarkeit der elektronischen Bauteile für die Serienproduktion und das Obsoleszenzmanagement sollten bereits bei der Entwicklung eine Rolle spielen. Diese Punkte sind wichtig, um die Produktion schnell hochfahren und eine unterbrechungsfreie Fertigung sicherstellen zu können. Auch die Auswahl der Bauelemente und die Teststrategie sind wichtig, denn sie tragen ebenfalls zu den Gesamtkosten bei. Insgesamt kann die Entwicklungsabteilung die späteren Kosten einer Platine zu 70 bis 80 Prozent beeinflussen, wohingegen mögliche Einsparungen bei der Fertigung im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen, erfuhren die beiden Gründer.

Der Reparaturaspekt spielt eine große Rolle

Ein Produkt bleibt nicht immer beim Kunden, es kommt auch manchmal zurück, erklärten die Vertreter von BMK unisono. Bereits bei der Entwicklung sollte daher auf eine möglichst einfache Reparaturmöglichkeit geachtet werden. Darauf machte Nafi Pajaziti, Geschäftsführer von BMK electronic services, aufmerksam. Ebenso wies er darauf hin, dass, um auf Rückläufe vorbereitet zu sein, die notwendigen Infrastrukturen und Prozeduren frühzeitig geschaffen werden müssten.

Etliche Aha-Erlebnisse gab es dann während einer Führung durch die Elektronikfertigung. Christoph Ostermüller, zuständig für die Produkteinführung bei BMK, erläuterte die wesentlichen Schritte und Kernpunkte der Fertigungsprozesse. Am Ende zeigten sich die beiden Mitgründer von VoltStorage sichtlich beeindruckt von der Komplexität und den vielfältigen Möglichkeiten einer modernen Fertigung.

Die VRF-Technik kommt nach Hause

Das im Rahmen des Workshops Gelernte wird das Start-up jetzt in die weitere Realisierung der Elektronik seines VRF-Heimspeichers einfließen lassen. Dieser soll schließlich eine Kapazität von 6,8 kWh haben und eine Maximalleistung von 3,5 kW liefern. Bisher hatte sich VoltStorage darauf konzentriert, einen vollautomatischen und zum Patent angemeldeten Produktionsprozess für die Batteriezellen zu entwickeln, der eine kostengünstige Fertigung der Stacks und damit einen Einsatz der Vanadium-Redox-Flow Technologie im Heimspeicher-Segment überhaupt erst ermöglicht.

Am Ende eines interessanten und hochinformativen Tages waren sich alle Beteiligten einig, dass der Meinungsaustausch auf diesem Time-to-Market Accelerator Workshop für alle ein Gewinn war. Die nächsten Schritte im Rahmen des Ramp-Me-Up Kits sind bereits vereinbart, damit die ersten Pilotinstallationen des Heimspeichers noch wie geplant dieses Jahr in Betrieb gehen können.

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