Autonomes Fahren Start-up Recogni entwickelt sparsamen Prozessor

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Zwei Konkurrenten haben sich zusammengetan und investieren gemeinsam in ein Start-up. Das Prozessor-Modul von Recogni verspricht nicht nur eine hohe Wahrnehmung der Umgebung, sondern ist bei der Datenauswertung äußerst effizient.

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Das Start-up-Unternehmen Recogni entwickelt einen sparsamen Prozessor für autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme.
Das Start-up-Unternehmen Recogni entwickelt einen sparsamen Prozessor für autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme.
(Bild: Recogni)

Beim automatisierten Fahren fallen enorm viele Sensordaten an, die vor Ort im Fahrzeug ausgewertet werden müssen. Das übernehmen Prozessoren, wie sie beispielsweise Nvidia oder Mobileye entwickeln. Aber auch Start-up-Unternehmen wie Recogni. Solche kleinen Firmen wecken bei Branchengrößen wie der Bosch-Gruppe oder dessen Mitbewerber Continental Interesse. Sie beteiligen sich, wie kürzlich berichtet, mit rund 50 Mio. US-Dollar an diesem Start-up.

Doch wenn sich zwei Konkurrenten für ein noch kleines Unternehmen interessieren, muss es eine weitreichende Entwicklung auf Lager haben. Denn das Ziel des Wettbewerbers ist es, den anderen mit der Investition auszuschließen und als Zulieferer den eigenen Kunden ein exklusives Produkt anzubieten. Was macht das amerikanisch-deutsche Start-up-Unternehmen Recogni anders? Der entwickelte Prozessor soll Sensordaten auswerten. Dazu benötigt er Energie und die bekommt er bei einem elektrisch angetriebenen Fahrzeug direkt aus der Batterie.

Prozessor von Recogni benötigt wenig Energie

Die Energie für den Prozessor fehlt dem Fahrzeug, sodass die Entwickler einen sehr energiesparenden Prozessor für die Datenauswertung bauen müssen. Denn genau das ist der Vorteil im Vergleich zu den Prozessoren von Nvidia und Mobileye. Denn wie bei einem menschlichen Fahrer müssen automatisierte Fahrzeuge in der Lage sein, ihre Umgebung wahrzunehmen. Die verwertbaren Informationen müssen ausgewertet und verarbeitet werden. Allerdings sind die großen Mengen an visuellen Daten sehr rechenintensiv, verbunden mit einem hohen Energiebedarf.

Recogni hat dazu das VCM (Vision Cognition Module) konzipiert, welches hochauflösende Kamera- und Sensordaten erfassen und verarbeiten kann. Laut Start-up benötigt der Prozessor bei 1000 TOPS (Tera Operations per Second) zehn Watt. Ein weiterer Vorteil des Prozessors: Er ist so konzipiert, dass er unter allen Verkehrs-, Wetter und Lichtbedingungen keine Einbußen bei der Wahrnehmung und Genauigkeit hat.

Grundlage des autonomen Fahrens

Deshalb ist der Prozessor für die Automobilindustrie so interessant: Er lässt sich nicht nur in selbstfahrenden Autos, sondern auch in Lkws, Robotaxis und Roboter-Lieferwagen einsetzen. Dabei kann der Prozessor für jede Stufe des autonomen Fahrens verwendet werden: von der Fahrerassistenz bis zum vollständig autonom fahrenden Fahrzeug. Dazu setzt Recogni auf eine offene Architektur.

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