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Forschungsprojekt TEMEA Standardisierte Testtechnologien für eine höhere Softwarequalität im Automobil

| Redakteur: Thomas Kuther

Unter Leitung von FOKUS, dem Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme, wurde das von der Investitionsbank Berlin geförderte Projekt TEMEA – Testspezifikationstechnologie und -methodik für eingebettete Echtzeitsysteme im Automobil – gestartet.

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Prof. Dr. Ina Schieferdecker : „Trotz intensiver Bemühungen der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer sind die Probleme beim Testen und der Qualitätssicherung stetig komplexer werdender und zunehmend vernetzter Systeme noch nicht bewältigt.“
Prof. Dr. Ina Schieferdecker : „Trotz intensiver Bemühungen der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer sind die Probleme beim Testen und der Qualitätssicherung stetig komplexer werdender und zunehmend vernetzter Systeme noch nicht bewältigt.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Projekt TEMEA hat das Ziel, aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Qualitätssicherung in der Automobilindustrie durch Entwicklung und Bereitstellung standardisierbarer Testtechnologien zu lösen, die Qualitätssicherung softwaretechnischer Systeme im Automobil zu effektivieren und diese damit deutlich kostengünstiger zu gestalten. Neben den Fraunhofer-Instituten FOKUS und FIRST beteiligen sich die Unternehmen IT Power Consultants, Testing Technologies IST und Fourth Project Consulting sowie die Universität Göttingen. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren; erste Ergebnisse werden im Herbst 2008 erwartet.

Unnötig hoher Aufwand bei Testspezifikation und -durchführung

„Trotz intensiver Bemühungen der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer sind die Probleme beim Testen und der Qualitätssicherung stetig komplexer werdender und zunehmend vernetzter Systeme noch nicht bewältigt,” skizziert Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Projektleiterin von TEMEA am Fraunhofer-Institut FOKUS die Ausgangssituation. „So sind zum Beispiel Testspezifikationen für oft proprietäre Testsysteme und Testlösungen nicht wieder verwendbar – weder an der Schnittstelle zwischen Automobilhersteller und Zulieferer noch projektübergreifend innerhalb eines Unternehmens. Dies führt zu unnötig hohem Aufwand bei der Testspezifikation und Testdurchführung, erschwert die Kommunikation zwischen dem Automobilhersteller und seinen Zulieferern und verhindert die Wiederverwendung bereits vorhandener Testartefakte. Unter dem Strich leidet darunter auch die Qualität der Fahrzeuge.”

Qualitätssicherung wird effektiver und kostengünstiger

Der TEMEA-Ansatz ist speziell für das anforderungsgetriebene, systematische Testen elektronischer Komponenten und ihrer Integration im Automobil zugeschnitten. Basierend auf der standardisierten Testtechnologie TTCN-3 wird das Projekt TEMEA eine einheitliche Testspezifikationstechnologie bestehend aus textuellen und graphischen Testspezifikationsmitteln, einer flexible anpassbaren Testausführungsumgebung sowie eine darauf abgestimmte Testmethodik entwickeln, die sich sowohl auf die Bedürfnisse der Zulieferer als auch der großen Automobilhersteller eignet. Dies ist ein in dieser Kombination in der Automobilindustrie bisher nicht existierender Ansatz, der verspricht die Prozesse der Qualitätssicherung softwareintensiver Systeme durch standardisierbare Technologien zu effektivieren und dadurch kostengünstiger zu gestalten. Insbesondere werden aktuelle Standards der Automobilindustrie (AUTOSAR) berücksichtigt. Schwerpunkte des Projekts sind integriertes Testen von diskretem und kontinuierlichem Verhalten, plattformübergreifender Austausch von Testdefinitionen (MiL/SiL/HiL), Unterstützung über den gesamten Test- und Integrationsprozess, Analyse von Echtzeit- und Zuverlässigkeitsanforderungen, Testen von Komponenten der AUTOSAR-Architektur sowie Analyse der Qualität von Tests.

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