Standard-Lücke zwischen Smart Grid und Smart Home geschlossen

| Redakteur: Hendrik Härter

Die Lücke ist geschlossen: Während der European Utility Week 2017 vom 3. bis 5. Oktober in Amsterdam präsentierten ESMIG, EEBUS und Energy@home als maßgebliche Herstellerallianzen für Standardisierungen im Bereich der Energieeffizienz ihre Lösung für die Anforderungen der EU an „Demand Side Flexibility“.
Die Lücke ist geschlossen: Während der European Utility Week 2017 vom 3. bis 5. Oktober in Amsterdam präsentierten ESMIG, EEBUS und Energy@home als maßgebliche Herstellerallianzen für Standardisierungen im Bereich der Energieeffizienz ihre Lösung für die Anforderungen der EU an „Demand Side Flexibility“. (Bild: EEBus)

ESMIG, EEBus und Energy@home haben sich in einer Allianz auf eine gemeinsame Sprache geeinigt. Eine wesentliche Lücke in der Standardisierung zwischen Smart Grids und dem Energiemanagement im Gebäude ist damit geschlossen.

Der Begriff „Demand Side Flexibility“ steht für die vernetzte Steuerung des elektrischen Verbrauchs, etwa in Heizungen, Haushaltsgeräten, Batterien, Wärmespeichern oder E-Mobilen durch Stromnetze (Smart Grids). Die Smart Grids sollen Geräte und Anlagen künftig abhängig von variabel verfügbarer Energie steuern. Eine flexible Steuerung des Verbrauchs wurde von der Europäischen Union (DG-CNECT und DG-ENER) im Zusammenhang mit der Energiewende und der wetterbedingt wechselnden Verfügbarkeit erneuerbarer Energien als notwendige Standardisierung erkannt und eingefordert.

ESMIG = European Smart Energy Solution Providers arbeitet seit vielen Jahren an einem vernetzten Energiemanagement. Die Herstellerallianz entstand aus dem Umfeld des Smart Meterings und beschäftigt sich heute vor allem mit politischen und technischen Fragen rund um das Energiemanagement im Gebäude.

Die EEBus Initiative und Energy@home arbeiten seit Jahren an der Interoperabilität zwischen Geräten und Systemen im heimischen Energie-Netzwerk. Die beiden Allianzen haben gemeinsam die internationale Sprache für den effizienten Einsatz von Energie etabliert. Mit dem plattformunabhängigen Standard SPINE, der auch Teil des von der EU initiierten „Smart Appliance Reference Framework“ SAREF 4 ENER ist, können alle Sektoren des Energiemanagements im Haus nahtlos über den effizienten Einsatz von Energie kommunizieren. Zusammen mit Mitgliedsfirmen von ESMIG schließen sie nun die Lücke in der Standardisierung zwischen Smart Grids und dem Energiemanagement im Gebäude.

Investitionen zahlen sich schnell aus

Eine aktuelle Studie über den Nutzen der flexiblen Verbrauchssteuerung auf Europäischer Ebene [1], die von ESMIG, EEBUS und Energy@home autorisiert wurde, zeigt vielversprechende Effekte auf. Der umfassende Einsatz von vernetzten Hausgeräten in einem offenen und flexiblen Energiemarkt soll Verbrauchern gemäß der Studie immense Kostenvorteile bieten. Unabhängig von den sozialen und wirtschaftlichen Effekten einer effizienten, umweltfreundlicheren Energieversorgung würde sich gemäß der konservativen Modellrechnungen die Investition in vernetzte Geräte – je nach Standort und Land – innerhalb von ein bis drei Jahren amortisieren.

Energieverbrauch flexibel steuern

Für die aktuelle Demonstration haben elf Mitgliedsfirmen der drei Organisationen ein Szenario entwickelt, in dem gewerbliche Anwendungen von Smart-Grid-Betreibern und Energie-Dienstleistern, Kommunikationssysteme sowie vernetzte Geräte in Gebäuden nahtlos zusammenarbeiten, um den Energieverbrauch flexibel zu steuern.

Mit einer Wärmepumpe, einer E-Mobility-Ladestation, Smart Metern und der zugehörigen Kommunikationstechnik steht die Demonstration für den Anfang des gemeinsamen Weges zur internationalen Sprache, mit der Smart Grids mit Smart Home über „Demand Side Flexibility“ kommunizieren.

Referenz

[1] Study „Demand Side Flexibility through Smart Homes“ by Joule Assets Europe and VaasaETT, April 2017, https://www.eebus.org/wp-content/uploads/2017/10/dsf_through_smart_homes_18_08_2017.pdf
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