SPS Messe: Nomen est omen

| Redakteur: Gerd Kucera

Die 30. SPS mit 1650 Ausstellern füllt 17 Messehallen, etwa 67.000 Besucher werden erwartet.
Die 30. SPS mit 1650 Ausstellern füllt 17 Messehallen, etwa 67.000 Besucher werden erwartet. (Bild: Mesago/Mathias Kutt)

Die Messe sps ipc drives zeigte 29 Jahre lang Technik zu Themen wie programmierbare Steuerung, IPC und Antriebe. Zum 30. Jubiläum präsentiert sie sich als Messe für Smart Production Solutions.

Nachdem Automatisierungsfunktionen wie Steuern, Regeln, Antreiben und Visualisieren als Software-Blöcke in unterschiedliche Hardware-Komponenten verteilt und IT-Techniken wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Digitaler Zwilling in die Automatisierung eingeflossen sind, traf die althergebrachte Namensgebung der Nürnberger Fachmesse sps ipc drives den Kern der Branche nicht mehr. Ab sofort steht das Akronym SPS für Smart Production Solutions. Der neue Name fasst zusammen, was die Ausstellung schon lange zeigt: den Wandel der elektrischen Automatisierungstechnik mit allen Facetten.

„Mit dem neue Namen SPS als Abkürzung für Smart Production Solutions können wir einerseits die sehr starke Marke SPS erhalten und diese international nutzbar machen, andererseits aber auch die zunehmende Darstellung ganzheitlicher Industrie-4.0-Ansätze widerspiegeln – auch durch neue Aussteller aus der IT“, konstatiert Christian Wolf, Turck-Geschäftsführer und Vorsitzender des Ausstellerbeirats.

Es begann in Sindelfingen mit 63 Ausstellern

Als zweizügige Veranstaltung starteten 1990 die SPS/PC/‘90 und die DRIVES/90, jeweils mit Kongress, in Sindelfingen. 63 Aussteller und 3000 Besucher kamen. Im Folgejahr als SPS/PC/DRIVES vereint, begleitete die Messe-Debütantin einen bereits florierenden Automatisierungsmarkt. Aussteller- und Besucherzahlen legten kräftig zu, sodass 1997 der Umzug auf ein größeres Ausstellungsgelände unumgänglich war. Das Messeareal in Nürnberg-Langwasser war für die SPS/IPC/DRIVES groß genug und bot ausreichend Wachstumsmöglichkeiten. Von besonderem Wert ist bis heute die intelligent angelegte Infrastruktur des Geländes samt U-Bahn-Anschluss direkt vor der Tür.

Die speicherprogrammierbare Steuerung gab es inzwischen in über 200 Gerätevarianten. Von allen Automatisierungsprodukten besaß sie das größte Anwenderpotenzial und dominierte in der Fertigungsautomatisierung, dessen Weltmarkt umgerechnet bereits über 20 Mrd. € ausmachte – bei einem Marktwachstum von 15% im Jahresdurchschnitt. Die USA führten mit etwa 8 Mrd. €, gefolgt von Westeuropa mit knapp 7 Mrd. €. Drei wesentliche Trends charakterisierten die Technikentwicklung: eine zunehmende Dezentralisierung der Computer-Leistung, das Verlangen nach offenen Kommunikationsnetzen für die Fabrik und das Anwachsen der Bedeutung von Industrie-Software. Preisverfall und Leistungssteigerung der Mikroelektronik stärkten diese Trends.

Ein wesentlicher Treiber der Industriekommunikation war das schon seit Mitte der 80er Jahre von General Motors initiierte Standardisierungsvorhaben MAP (Manufacturing Automation Protocol) für die Datenkommunikation. Es sollte die standortübergreifende Vernetzung der vielen Tausend speicherprogrammierbaren Steuerungen von GE ermöglichen. Trotz umfassender internationaler Entwicklungsbemühungen blieb MAP erfolglos. Auch ein verjüngtes Mini-MAP musste scheitern, weil letztendlich die Leistungsstärke der Mikroprozessoren und Software noch unzureichend waren. Ebenso konnte das spätere Konzept der CIM-Struktur (CIM; Computer Integrated Manufacturing) sich aufgrund fehlender leistungsfähiger Systeme nicht durchsetzen.

In der modernen Serienfertigung entwickelt sich mittlerweile das Thema Industrie 4.0 von der Vision zur Realität. Wenn man so will, wird dies die wohl gelungene Umsetzung von MAP und CIM sein. In der gegenwärtigen digitalen Transformation wachsen dazu auch die Branchen IT und Automation zusammen.

Die aktuelle Techniksituation spiegelt die Smart Production Solutions adäquat wider. „Mit ihrem Konzept bildet die SPS das komplette Spektrum der smarten und digitalen Automation ab“, konstatiert Mesago- Geschäftsführer Martin Roschkowski, „vom einfachen Sensor bis hin zu intelligenten Lösungen, vom heute Machbaren bis hin zur Vision einer umfassend digitalisierten Industriewelt.“

Auf der anstehenden SPS sind vom 26. bis 28. November 2019 in 17 Messehallen rund 1650 Anbieter mit Produkten und Lösungen zur intelligenten Fertigungsautomatisierung vertreten. Umfassende Einblicke in spezifische Themen erhalten Besucher auf Gemeinschaftsständen. Etwa „Automation meets IT“ in Halle 6, dort steht die digitale Transformation im Fokus. Die Foren der Verbände VDMA (Halle 5) und ZVEI (Halle 6) sowie die Messeforen (Halle 3 und 10.1) bieten Fachvorträge und Podiumsdiskussionen.

Der globale Markt hat das Umsatzvolumen von 500 Mrd. € deutlich überschritten. 2017 lag die Weltproduktion bei 520 Mrd. €. Daran hatte China einen Anteil von 45,4%, die EU 20,9% (Deutschland 8,2%) und 10,3% die USA. Die Wachstumsaussicht liegt laut ZVEI im unteren einstelligen Bereich.

Entwurf einer SPS-Steuerung mit integrierter IoT-Funktionalität

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