HALE-D Spionage-Luftschiff fliegt mit Sonnenenergie

Redakteur: Peter Koller

Sogar in der Spionage-Branche macht sich der Öko-Gedanke breit. Zumindest könnte man das glauben angesichts eines solargetriebenen Luftschiffs für militärische Aufklärung.

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Beeindruckende Bild: HALE-D beim Rollout (Lockheed Martin)
Beeindruckende Bild: HALE-D beim Rollout (Lockheed Martin)

HALE-D nennt sich ein von Lockheed Martin gebauter Prototyp eines autonomen Luftschiffs, der gerade seinen Rollout erlebt hat. Das Akronym steht für High Altitude Long Endurance Demonstrator.

Das Luftfahrzeug wurde konstruiert, um versorgt von Dünnschicht-Solarzellen auf der Oberseite der Hülle bis in eine Höhe von 60.000 Fuß - fast 20 Kilometer - aufzusteigen. Dort, oberhalb des Jetstreams, wird der HALE-D vom gleichen Antriebssystem autonom und solargespeist für lange Zeit in der gleichen Position gehalten.

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Aus dieser Höhe haben Kamerasysteme ein Blickfeld auf die Erde mit einem Radius von etwa 600 Meilen – vergleichbar einem Erdbeobachtungssatelliten. Der Preis des Systems liegt laut Hersteller aber ein bis zwei Größenordnungen unter dem von Satelliten.

Als Aufgabengebiete für den HALE-D nennt Lockheed Martin Überwachung und Aufklärung, Raketen-Frühwarnung, Telekommunikationsdienste und Wetter-/Umwelt-Beobachtung.

Noch in diesem Sommer soll ein erster Testflug des solargetriebenen Spionage-Luftschiffes erfolgen.

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