3,5-Zoll-Festplatte

Seagate präsentiert Rekord-SSD mit 60TByte Speicherplatz

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Neue Rekord-SSD: Auf dem Flash Memory Summit im kalifornischen Santa Clara präsentierte Festplattenhersteller Seagate die welt erste 3,5-Zoll-SSD mit 60 TByte Speicherplatz.
Neue Rekord-SSD: Auf dem Flash Memory Summit im kalifornischen Santa Clara präsentierte Festplattenhersteller Seagate die welt erste 3,5-Zoll-SSD mit 60 TByte Speicherplatz. (Bild: Seagate / Twitter)

Im Rennen um das dichteste Speichervolumen hat Seagate einen neuen Rekord aufgestellt: Auf dem Flash Memory Summit 2016 im kalifornischen Santa Clara präsentierte der Festplattenhersteller eine SAS-SSD im 3,5-Zoll-Formfaktor mit 60 TByte Speicherkapazität. Die Tech Demo soll bis 2017 Marktreife erlangen.

Anfang des Jahres hatte Festplattenhersteller Fixstars mit einer 13-TByte-SSD eine neue Rekordmarke hinsichtlich der Kapazität von Flashspeichern aufgestellt, im März darauf begann Samsung mit der Auslieferung seiner 16-TByte-SSDs. Nun hat Seagate auf dem Flash Memory Summit 2016 diese bestehenden Bestmarken in den Schatten gestellt.

Das Unternehmen präsentierte eine Machbarkeitsstudie, die auf satte 60 TByte Speicherplatz in einem 3,5-Zoll-Formfaktor kommt. Der Strombedarf liege dabei durchschnittlich bei gerade einmal 15 Watt im laufenden Betrieb.

Die Speicherdichte wird über die 3-D-NAND-Technologie von Micron erreicht. Die noch namenlose SAS (Serial Attached SCSI) SSD besteht aus drei doppelseitig bestückten Platinen. Darauf sitzt ein Controller mit 20 Kanälen, der per Onfi-Bridge-Chips und Multiplexverfahren bis zu 64 Dies pro Channel ansprechen kann. Insgesamt enthält der Flashspeicher 1280 nach 3-D-NAND-Technologie gestapelte Dies zu je 384 GBit, mit einer Gesamtspeicherdichte von 61,44 TByte. Das entspricht laut Seagate einem Speichervolumen von 12,000 DVDs.

Wie das Unternehmen ausführt, sollte man mit der Technologie zudem in der Lage sein, die Speicherkapazität bis auf 100 TByte hochzuskalieren. Die Lesegeschwindigkeit der Machbarkeitsstudie liege derzeit bei 1500 MByte/s, die Schreibgeschwindigkeit bei 1000 MByte/s. Unter Dauerlast soll die SSD lesend 150.000 IOPS (Input-/Output-Operationen pro Sekunde) leisten.

Damit liegt die 60-TByte-SSD unter der von Samsung angegebenen Marke für die 15,36 TByte fassende SSD PM1633a (200.000 IOPS), die seit März diesen Jahres ausgeliefert wird, aber nur etwa ein Viertel der Speicherkapazität besitzt. Festplatten in diesen Kapazitäten werden in erster Linie zur Datenarchivierung eingesetzt, die hohe Anforderungen an Lesezugriffszeiten haben, bei denen eine hohe Schreibgeschwindigkeit aber eher nebensächlich ist.

Unter welchem Namen und zu welchem Preis die 60TByte-Festplatte erhältlich sein wird gab Seagate noch nicht bekannt. Das Unternehmen zeigt sich aber zuversichtlich, die SAS-SSD bis 2017 zur Marktreife zu bringen und nächstes Jahr an Kunden auszuliefern. Der Preis dürfte vermutlich im fünfstelligen bereich liegen: Die seit März im 2,5-Zoll-Formfaktor erhältliche PM1633a von Samsung kostet derzeit 10.000 US-$.

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