Freihandelsabkommen in der Medizinbranche Spectaris spricht sich für TTIP aus

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Zusätzliche Wachstumspotenziale sieht der Branchenverband Spectaris im Freihandelsabkommen mit den USA speziell für die exportorientierte Medizintechnikunternehmen.

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Der Branchenverband Spectaris spricht sich für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA aus. Mit dem Transatlantic Trade and Investment Partnership, kurz TTIP, kann für die stark exportorientierte, deutsche Medizintechnikindustrie zusätzliche Wachstumspotenziale heben. Außerdem bietet das Freihandelsabkommen die Chance, die gegenseitige Anerkennung von Zertifizierungs- oder Marktzugangsverfahren für Medizinprodukte in den USA und der EU weiter voranzubringen. Damit bleibt der Verband bei seiner bereits im Sommer getroffenen Aussage.

„An oberster Stelle stehen für die deutschen Medizinprodukteunternehmen der Erhalt der hohen Versorgungsqualität sowie die Sicherheit für die Patienten. In dem sensiblen Bereich Gesundheit darf es kein bedingungsloses Wachstum auf Kosten der Qualität und Patientensicherheit geben“, erklärt Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris.

Allerdings: Mit Blick auf das große Wachstumspotenzial des Zukunftsmarktes Gesundheit stellten bürokratische, doppelte Marktzugangsverfahren derzeit das bedeutendste Handelshemmnis für die Medizintechnikunternehmen dar. Daher fordert der Verband im Rahmen der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen eine gegenseitige Anerkennung sowie eine Standardisierung der Marktzugangsverfahren nach dem Motto „Approved once, Accepted everywhere“.

Spezielles Kapitel für KMU

Da rund 95% der deutschen Medizintechnikunternehmen dem Mittelstand angehören, begrüßt der Branchenverband, dass das transatlantische Handelsabkommen ein spezielles Kapitel für KMU enthalten soll. „Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Vereinfachung der Zollverfahren und die Ausarbeitung von wirksamen Ursprungsregeln gelegt werden. Schließlich erwartet die deutsche Medizintechnikindustrie ein insgesamt deutlich transparenteres Verfahren der Verhandlungen, um rechtzeitig auf negative Konsequenzen für Qualität und Sicherheit in der Gesundheitsversorgung hinweisen und diese verhindern zu können“, sagt Kuhlmann.

Der insbesondere in Deutschland so kritisch gesehene Investorenschutz werde auch von der deutschen Medizintechnikindustrie als nicht zwingend erforderlich in einem Freihandelsabkommen zwischen zwei Partnerregionen mit funktionierenden Rechtssystemen angesehen.

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