Spatenstich für spanische Photovoltaik-Freilandanlage mit 40 Megawatt Peak

| Redakteur: Thomas Kuther

Spatenstich in Spanien: Athos Solar realisiert Bau einer Photovoltaik-Großanlage mit 40 Megawatt Peak.
Spatenstich in Spanien: Athos Solar realisiert Bau einer Photovoltaik-Großanlage mit 40 Megawatt Peak. (Bild: Athos Solar)

In der südspanischen Provinz Castilla La Mancha hat Ende Oktober 2019 der Bau einer Photovoltaik-Großanlage auf einer 90 Hektar großen Freilandfläche begonnen.

Mit über 105.000 PV-Modulen wird der Solarpark jährlich mehr als 80 Mio. kWh klimafreundlichen Strom erzeugen. Das entspricht dem Strombedarf von etwa 22.600 Drei-Personen-Haushalten. Realisiert wird das Photovoltaik-Kraftwerk ohne staatliche Förderung von dem deutschen Unternehmen Athos Solar mit Sitz in Heidelberg. „Der erzeugte Solarstrom spart pro Jahr rund 41.500 Tonnen CO2 ein“, erklärt Christian Linder, Geschäftsführer des Photovoltaikunternehmens. „Der Netzanschluss der 40-Megawatt-Peak-Anlage ist nach einer Bauzeit von circa sechs Monaten für Frühjahr 2020 vorgesehen.“

Aufgrund gesunkener Investitionskosten und hoher Sonneneinstrahlung ist der Elektrizitätsmarkt in Spanien einer der Ersten, in dem die Photovoltaik günstiger ist als alle anderen Energieerzeugungsformen. „Südspanien gehört zu den Regionen mit der stärksten Sonneneinstrahlung in Europa. Die Solarstromerträge sind entsprechend hoch und machen dortige Photovoltaik-Kraftwerke zu einer sehr guten und nachhaltigen Infrastruktur-Investition“, so Christian Linder. „Begünstigt wird der Stromertrag durch die Wahl monokristalliner Photovoltaik-Module, die einen hohen Wirkungsgrad haben. Zudem werden die Module auf Nachführsystemen installiert. Die einachsigen Tracker folgen dem Verlauf der Sonne. Das ermöglicht eine Steigerung der Erträge um rund 25 Prozent. Der Solarpark auf einer Fläche von rund 130 Fußballfeldern nahe der Stadt Albacete ist der erste, den Athos Solar in Spanien realisiert.“

Schnelle Projektumsetzung und kurze Bauphase

Geplant ist, den Bau des gesamten Kraftwerks bis zum zweiten Quartal 2020 fertigzustellen. „Wir setzen auf kurze interne Entscheidungswege und die langjährige Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmen, das das Projekt selbst entwickelt hat und die Photovoltaik-Anlagen errichtet“, erläutert Christian Linder die Zeitspanne von einem Jahr vom Erwerb der Projektrechte bis zum geplanten Netzanschluss.

Der Anschluss des Solarkraftwerkes an das öffentliche Stromnetz wird zunächst über ein privates 132 kV – und anschließend über ein in die öffentliche Infrastruktur eingebundenes 400-kV-Umspannwerk realisiert. Das Umspannwerk umfasst dabei den größten derzeit in Spanien verbauten Transformator. An ihm werden nach und nach Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt 800 MW angeschlossen. Der Standort des großen Solarparks ist Teil eines Areals, das speziell für die Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt wurde.

Anlage ohne staatliche Förderung

Nach Fertigstellung des Baus plant das Heidelberger Unternehmen, den Solarpark an institutionelle Investoren zu verkaufen. Der Bau und Betrieb der fertigen Freilandanlage finanziert sich über den Verkauf des erzeugten Stromes an der Strombörse oder über einen langfristigen Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement) zwischen einem Stromabnehmer und dem Anlagenbetreiber. Die daraus entstehenden Erlöse stellen in beiden Fällen eine attraktive Verzinsung des investierten Kapitals auch ohne staatliche Förderung sicher.

Der Solarpark in Spanien ist das erste Netzparität-Projekt des deutschen Unternehmens. „Erneuerbare-Energien-Anlagen nehmen nur dann eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung ein, wenn die Investition und der Betrieb wirtschaftlich sinnvoll sind. Photovoltaik-Anlagen ohne Förderung erachten wir als nächsten Schritt im Umbau der Energieerzeugung und im Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Christian Linder.

Über 25 Photovoltaik-Anlagen, u.a. in Deutschland und Großbritannien, hat Athos Solar in seinem 10-jährigen Bestehen bereits realisiert. Die Solarparks werden dabei meist auf Brachflächen oder ehemaligem Agrarland mit schlechter Bodenqualität erbaut. Einige der Solarparks dienen inzwischen zusätzlich als Weideflächen. Auch der spanische Solarpark in Castilla La Mancha bietet neben der Fläche für die Photovoltaik-Anlage ein großes Areal zur Umsetzung konkreter Umweltschutzmaßnahmen wie Artenschutz- und Wiederaufforstungsprogramme. Insgesamt sind dafür zusätzlich 75 Hektar vorgesehen.

Seine Aktivitäten in Spanien will Athos Solar künftig weiter ausbauen. Dafür prüft das Unternehmen derzeit den Erwerb weiterer Projektrechte. Aufgrund der festgelegten Ziele der spanischen Regierung, bis 2050 die gesamte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu erzielen, der hohen Sonneneinstrahlung sowie der Verfügbarkeit von geeignetem Land erachtet Athos Solar den spanischen Solarmarkt als attraktiven Wachstumsmarkt für die kommenden Jahre.

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