SoundCam macht Geräusche in Echtzeit sichtbar

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Mit der Soundcam lassen sich Lärmquellen zukünftig visualisieren. Die Kamera verfügt über 64 Mikrofone und ein integriertes Display, auf dem das Geräusch, als auch dessen Position im Bild sichtbar wird. Nicht nur im Mobilitätssektor bieten sich damit viele neue Möglichkeiten.

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Hard- und Software der SoundCam wurden von der CAE Software und Systems GmbH komplett inhouse entwickelt.
Hard- und Software der SoundCam wurden von der CAE Software und Systems GmbH komplett inhouse entwickelt.
(Bild: Hersteller)

Jeder kennt das Problem: Geräte, Maschinen oder Fahrzeuge sind zu laut und stören die Konzentration oder unsere Ruhephasen. Doch bisher neigten wir dazu, Lärm als eine unveränderliche Tatsache des Lebens zu akzeptieren. Abhilfe könnte nun die SoundCam schaffen. Die Kamera lokalisiert Schallquellen in Echtzeit und zeigt die Ergebnisse umgehend auf dem Bildschirm an.

Soft- und Hardware inhouse entwickelt

Die SoundCam ist dabei nicht auf ein spezielles Anwendungsgebiet festgelegt. Unter anderem ist es möglich, Straßenverkehrslärm, Flug- und Zuggeräusche, Industrielärm und Maschinenlärm zu analysieren, Störungen zu erkennen oder Fahrzeugemissionen zu bewerten!

Um die einzelnen Geräusche lokalisieren zu können, sind in der Kamera 64 Mikrophone integriert. Die SoundCam wertet diese Informationen aus und analysiert die Laufzeitdifferenzen. Dadurch wird die exakte Position der Geräuschquelle ermittelt und anschließend grafisch dargestellt. Das System hat somit eine ähnliche Funktionsweise wie das GPS.

Die CAE Software und Systems GmbH hat die entsprechende Soft- und Hardware komplett inhouse entwickelt – das reicht vom FPGA mit den entsprechenden Algorithmen bis hin zur Benutzeroberfläche. Einerseits wurde dabei der Fokus auf eine selbsterklärende Bedienbarkeit gelegt, andererseits gibt es für Ingenieure und Wissenschaftler einen sogenannten Expertenmodus. In diesem Expertenmodus bietet die SoundCam tiefgreifendere Einstellungsmöglichkeiten, sowie weitere hochauflösende Algorithmen.

Über 15 Jahre an Expertise im Bereich akustischer Kameras

"Mit der Entwicklung von akustischen Kameras haben wir bereits vor 15 Jahren begonnen", erläutert Kau-Uwe Kohn, Entwicklungsleiter bei CAE. "Damals waren das immer nur einzelne Systeme, wobei jedes System ein einzelnes Projekt war." Denn: Der Zeitaufwand war zum damaligen Zeitpunkt immens. Bis zu zwei Stunden Vorbereitungszeit mussten in Kauf genommen werden, bevor erste Messungen möglich waren.

Durch die Digitalisierung und der Entwicklung von hochwertigen Smartphones in den vergangenen Jahren, habe man nun aber elektronische Bauteile zur Verfügung, die die SoundCam Realität haben werden lassen. Dabei sei neben der gestiegenen Qualität der einzelnen elektronische Bauteile auch das gesunkene Preisniveau entscheidend, so Kohn weiter.

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