Universitätsmedizin Mannheim Somatom Force ermöglicht CT-Diagnostik auch für sensible Patientengruppen

Redakteur: Stefan Liebing

Ein neuer Computertomograph (CT) von Siemens Healthcare, Somatom Force, wird seit wenigen Wochen an der Medizinischen Fakultät Mannheim als weltweit erstem Standort im Patientenbetrieb klinisch-wissenschaftlich evaluiert.

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Somatom Force, der neue Computertomograph (CT) von Siemens, wurde an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) weltweit erstmals öffentlich vorgestellt. Von links nach rechts: Prof. Dr. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsmedizin Mannheim und Prof. Dr. Hermann Requardt, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, CEO Sektor Healthcare.
Somatom Force, der neue Computertomograph (CT) von Siemens, wurde an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) weltweit erstmals öffentlich vorgestellt. Von links nach rechts: Prof. Dr. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsmedizin Mannheim und Prof. Dr. Hermann Requardt, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, CEO Sektor Healthcare.
(Bild: Siemens)

Wissenschaftler der Entwicklungsabteilung von Siemens und Mediziner des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) sowie Physiker des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin feilen gemeinsam daran, das enorme Potenzial des Somatom Force in der Anwendung am Patienten voll auszuschöpfen.

Heute wurde das High-End-Gerät erstmals öffentlich im Rahmen eines Festaktes an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorgestellt. Eines wurde dabei deutlich: Dieser Computertomograph hat die Erwartungen der Wissenschaftler bei weitem übertroffen.

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Somatom Force ist ein Dual-Source-Computertomograph, der also mit je zwei Strahlungsröhren und Detektor-Systemen ausgestattet ist und auf diese Weise mit besonders hoher Geschwindigkeit Aufnahmen erzeugen kann. Im klinischen Einsatz hat sich gezeigt, dass der neue CT-Scanner deutlich schneller und gleichzeitig präziser in der Diagnostik ist als bisherige High-End-Systeme.

Ein extrem schneller Scanmodus erlaubt es, in etwa einer Sekunde den gesamten Oberkörper eines Patienten zu erfassen und tausende von Schnittbildern für die Diagnose zu liefern. Auf die sonst übliche Anweisung des Radiologie-Assistenten – „Jetzt bitte Atem anhalten“ – um Bewegungsartefakte bei der Thoraxdiagnostik zu vermeiden, kann damit bei vielen Patienten verzichtet werden. Und auch ein schneller Herzschlag bei kardiologischen Aufnahmen zur Darstellung kleinster Herzkranzgefäße macht keine Probleme.

Das Besondere an dem neuen CT ist aber nicht nur dessen Schnelligkeit. Viel wichtiger sind für viele Patienten die erstaunlich niedrigen Dosiswerte beim Einsatz des Gerätes – in Bezug auf die Röntgenstrahlung und den Einsatz von Kontrastmittel. Möglich machen dies völlig neu entwickelte (Vectron-) Röntgenröhren, die Untersuchungen bei besonders niedrigen Röhrenspannungen erlauben. Die Gesundheitsbelastung bei der CT-Untersuchung sinkt damit auf ein Minimum: Im Schnitt benötigt Somatom Force bis zur Hälfte weniger Strahlendosis und Kontrastmittel als bisherige High-End-Systeme.

Im Einzelfall konnten die Dosiswerte in der Anwendung am Patienten sogar noch deutlich weiter gesenkt werden. Den Mannheimer Radiologen gelang es, mit Somatom Force Herz-CT-Untersuchungen durchzuführen, die die Strahlenbelastung für Patienten auf knapp ein Zehntel der Dosis bisheriger Spitzengeräte senken. „Die Dosisreduktion ist schlicht atemberaubend“, so PD Dr. Thomas Henzler, der am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin den Funktionsbereich Kardiothorakale Bildgebung, Computertomographie leitet.

Profitieren können von der deutlich weniger belastenden Diagnostik alle Patienten, insbesondere aber Patienten mit einer Funktionsstörung der Nieren, denen bislang eine Kontrastmittelgabe nicht zuzumuten war. Für diese Patienten konnte häufig keine ausreichende Bildqualität erzielt werden, um sie sicher diagnostizieren zu können. Besonders wichtig ist die schonende Diagnostik außerdem für Patienten, deren Krankheitsverlauf etwa im Rahmen der Krebsnachsorge beobachtet werden muss und die daher häufiger untersucht werden müssen.

Der neue CT von Siemens ist ein zentrales Kernstück des Forschungscampus M2OLIE („Mannheim Molecular Intervention Environment“), ein auf 15 Jahre angelegtes Projekt, das die Medizinische Fakultät Mannheim im September 2012 im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingeworben hat.

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