Photovoltaik Solarwatt eröffnet drei neue Produktionsanlagen für Batteriespeicher und Solarmodule

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Der Photovoltaik-Systemanbieter Solarwatt aus Dresden hat in der sächsischen Landeshauptstadt vor 40 Gästen Europas größte Produktionsanlage für Glas-Glas-Solarmodule in Betrieb genommen.

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Modulproduktion in der neuen Solarwatt-Fertigung in Dresden.
Modulproduktion in der neuen Solarwatt-Fertigung in Dresden.
(Bild: Solarwatt)

Die ersten in der neuen Fertigung produzierten Module werden bereits in der kommenden Woche an Solarwatt-Kunden ausgeliefert. Im Rahmen der Veranstaltung wurden darüber hinaus zwei neue Fertigungslinien für Batteriespeicher offiziell vorgestellt. Insgesamt investiert Solarwatt in den nächsten Jahren über 100 Mio. €, davon rund 35 Mio. € in die drei neuen Produktionsstätten. Neben dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft an den Feierlichkeiten teil.

Wichtiger Meilenstein für den Solarstandort Deutschland

Für Geschäftsführer Detlef Neuhaus ist die Eröffnung der neuen Produktionsanlagen ein wichtiger Meilenstein für das Dresdner Unternehmen und den Solarstandort Deutschland: „Die Nachfrage von Kundenseite an Photovoltaik-Lösungen für Eigenheime und das Gewerbe steigt immer mehr – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir auch hierzulande eine starke Solarindustrie haben, die Innovationen vorantreibt und Lösungen anbietet, mit denen sich die Menschen möglichst schnell und einfach mit sauberer Energie versorgen können. Dadurch sorgen wir nicht nur dafür, dass die Klimaziele erreicht werden, sondern schaffen auch Arbeitsplätze in einer der wichtigsten Technologien der Zukunft.”

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Kopplung der Sektoren Energie, Mobilität und Wärme fortsetzen

Auch Solarwatt-Hauptanteilseigner Stefan Quandt sieht die Erweiterung der Produktionen als klares Signal, dass das Unternehmen den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen wird: „Die Dekarbonisierung, also die Abkehr von Kohlenstoff und Hinwendung zu einer CO₂-neutralen Wirtschaftsweise, ist das große Thema unserer Zeit - und eine Herkulesaufgabe. Ohne leistungsfähige und intelligente Photovoltaik-Systeme wird der Umbau zu einer CO₂-neutralen Wirtschaftsweise nicht gelingen. Vor diesem Hintergrund sind wir fest davon überzeugt, dass Solarwatt für die Zukunft hervorragend aufgestellt ist. Es zahlt sich nun aus, dass wir das Unternehmen vor einigen Jahren auf ein Systemhaus mit den Kernkompetenzen ‘Energie erzeugen’, ‘Energie speichern und ‘Energie managen’ neu ausgerichtet haben. Solarwatt produziert als einziger europäischer Anbieter sämtliche Komponenten eines Photovoltaik-Systems selbst und aus einer Hand – hier in Deutschland.“

Sektorenkopplung soll weiter vorangetrieben werden

Das Unternehmen hat darüber hinaus den Grundstein dafür gelegt, um die Kopplung der Sektoren Energie, Mobilität und Wärme weiter voranzutreiben, erklärt Geschäftsführer Detlef Neuhaus: „Das Potential zur CO₂-Einsparung durch die Sektorenkopplung ist riesig. Ein Hausbesitzer, der ein Elektroauto und eine Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Batteriespeicher betreibt, senkt die eigenen CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent. Hochgerechnet auf rund 16 Millionen Eigenheime in Deutschland sind das allein in diesem Bereich etwa 160 Millionen Tonnen CO₂, die jährlich eingespart werden könnten.”

400 neue Stellen bis 2025

Solarwatt beschäftigt weltweit aktuell rund 600 Mitarbeiter, wovon mehr als 400 Personen in Dresden arbeiten. Bis zum Jahr 2025 will das Dresdner Unternehmen 400 neue Stellen schaffen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer freut sich sehr, dass sich Solarwatt mit der Eröffnung der neuen Fertigungslinien klar zu seinem Standort bekannt hat: „Solarwatt hat in Dresden eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. Durch Innovationen und kluge Investitionen ist das Unternehmen vom Branchenpionier der Solarmodulproduktion zu einem Systemanbieter für intelligente Energielösungen gewachsen. Photovoltaik und intelligente Systeme sind Schlüsseltechnologien für das Gelingen der Energiewende. Die Inbetriebnahme der neuen Fertigungslinien von Solarwatt ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Photovoltaik-Standort Sachsen.“

Neue Fertigungslinie: Produktion von 1 Mio. Solarmodule pro Jahr

Die neue Solarmodulfertigung F8 hat eine Grundfläche von rund 3.500 qm und eine Produktionskapazität von 300 Megawattpeak pro Jahr. „Wir produzieren in der neuen Fertigung rund eine Million Module im Jahr. Damit können sich etwa 80.000 Haushalte vollständig mit grüner Energie versorgen”, betont Solarwatt-CEO Detlef Neuhaus. „Wir fertigen in Dresden ausschließlich Glas-Glas-Solarmodule, bei denen die stromerzeugenden Solarzellen auf beiden Seiten von einer Glasscheibe eingefasst sind. Dadurch sind unsere Solarpaneele deutlich robuster und langlebiger als herkömmliche Glas-Folie-Module. Solarwatt setzt in der neuen F8 auch größere Zellformate ein, wodurch wir die Leistungsklassen der Module steigern. Die 30-jährige Produkt- und Leistungsgarantie bleibt natürlich erhalten.“

Moderne Batteriespeicherproduktion

In unmittelbarer Nähe zur neuen Modulfertigung F8 ist in den vergangenen Monaten eine moderne Batteriespeicherproduktion mit einer Größe von etwa 2.500 m² entstanden. Hier findet die Endmontage des Stromspeichers Battery flex statt, den Solarwatt gemeinsam mit der BMW Group entwickelt hat. Solarwatt bezieht für die Produktion Original-Komponenten, wie beispielsweise die Batteriezellen, direkt von BMW. Diese kommen auch in Elektroautos des Weltkonzerns zum Einsatz. Der internationale tätige Automobil-Zulieferer Webasto fertigt im Auftrag von Solarwatt in Bayern das Zellmodul für den Batteriespeicher von Solarwatt. Diese ebenfalls dritte neue Fertigung hat eine Grundfläche von etwa 300 m² und stellt in rund zwei Minuten ein Zellmodul für Solarwatt her. Die Produktion in den beiden Batteriespeicher-Fertigungen ist bereits Anfang September angelaufen. „Die ersten Speicher werden in den kommenden Wochen an unsere Kunden ausgeliefert”, bestätigt Neuhaus.

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