Fotovoltaikindustrie

Solarstrom soll in den neuen Bundesländern bis 2012 15.000 neue Arbeitsplätze bringen

29.02.2008 | Redakteur: Andreas Mühlbauer

In den vergangenen drei Jahren sind in Ostdeutschland mehr Arbeitsplätze in der Solarindustrie entstanden als in der Chemie- sowie Energie- und Wasserversorgungsbranche; bis 2012 rechnet der BSW-Solar mit 15.000 neuen Stellen. (Grafik: Solargrafik.de)
In den vergangenen drei Jahren sind in Ostdeutschland mehr Arbeitsplätze in der Solarindustrie entstanden als in der Chemie- sowie Energie- und Wasserversorgungsbranche; bis 2012 rechnet der BSW-Solar mit 15.000 neuen Stellen. (Grafik: Solargrafik.de)

Solarenergie gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Stromversorgung. Damit erlebt auch die Solarindustrie einen kräftigen und anhaltenden Aufschwung. Dies gilt vor allem für junge Unternehmen in Ostdeutschland. Der BSW-Solar prognostiziert bis 2012 einen deutschlandweiten Stellenzuwachs um 20.000 Abeitsplätze, 15.000 davon in den neuen Bundesländern.

Die Solarstromindustrie in Ostdeutschland wächst rasant. Im Jahr 2007 wurden die Produktionskapazitäten für Solarzellen in den neuen Bundesländern verdoppelt. Sie überstiegen erstmals die GW-Marke. Weltweit stammt rund jede sechste produzierte Solarzelle aus Ostdeutschland, so aktuelle Erhebungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar).

„Die neuen Bundesländer sind das Herz der deutschen Solarproduktion und auch im internationalen Vergleich das ‚Solarvalley‘“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. Innerhalb weniger Jahre ist Ostdeutschland zum weltweit führenden Standort für Solartechnik aufgestiegen. Allein 2007 werden über 1 Mrd. € in den Ausbau der Fotovoltaikindustrie investiert. 15 neue Solarfabriken entstehen derzeit in den neuen Bundesländern und schaffen zahlreiche neue Arbeitsplätze.

Kooperation von Industrie und Forschung

Mittlerweile arbeitet jeder 100. Industriearbeiter der neuen Bundesländer in der Solarbranche. In den letzten zwei Jahren wurden in der ostdeutschen Solarwirtschaft mehr Jobs geschaffen als in der Chemieindustrie und Energiewirtschaft. Insgesamt zählt die Solarindustrie im Osten derzeit rund 7.200 Beschäftigte. Hinzu kommen weitere 6.300 Arbeitsplätze bei Zulieferern, Handel und Handwerk. Für die kommenden fünf Jahre prognostiziert der BSW-Solar über 20.000 neue Industriearbeitsplätze in der Fotovoltaikbranche in Deutschland, davon mehr als 15.000 in den neuen Bundesländern.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beobachten Wirtschaftsexperten inzwischen die Herausbildung regelrechter solarer Industriecluster. Um die Solarfabriken herum bilden sich durch Ansiedlung von Zulieferindustrie und Forschungseinrichtungen Wirtschafts- und Wissensnetzwerke wie etwa das ‚Solarvalley Mitteldeutschland‘. Hier haben sich 25 regionale Fotovoltaikunternehmen zu einem Verbund zusammengeschlossen und kooperieren mit zwölf Forschungseinrichtungen und der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.

Zu starke Senkung der Solarstromförderung bringt Probleme mit sich

Carsten Körnig sagt: „Die stark expandierenden solaren Wirtschaftscluster sind eine unverzichtbare Chance für die Reindustrialisierung strukturschwacher Regionen Ostdeutschlands. Sie sind ein Magnet für Milliardeninvestitionen aus dem In- und Ausland. Die Solarwirtschaft ist die Leitindustrie des 21. Jahrhunderts.“

Eine Bedrohung sieht der BSW-Solar in den jüngsten Vorschlägen der Bundesregierung zur Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Das Bundeskabinett hat dem Bundestag vorgeschlagen, die bisher geltende jährliche Absenkung der Solarstromförderung ab 2009 abrupt von 5% auf zeitweise über 9% zu beschleunigen. Carsten Körnig: „Forschung und Produktion arbeiten unter Hochdruck und Hand in Hand an der Kostensenkung und stellen sich ambitionierten Zielen. Der Bogen darf jedoch nicht überspannt werden. Um wettbewerbsfähig zu werden, braucht die junge Branche Spielraum für Innovation und Investitionen.“

Quelle: BSW-Solar

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