Solarenergie-Rekordernte: Über 23 Terawattstunden im 1. Halbjahr 2018

| Redakteur: Michael Eckstein

Immer mehr Solarstrom: Mehr Photovoltaik-Anlagen und viele Sonnenstunden haben im ersten Halbjahr 2018 für eine Rekordernte von Solarenergie gesorgt.
Immer mehr Solarstrom: Mehr Photovoltaik-Anlagen und viele Sonnenstunden haben im ersten Halbjahr 2018 für eine Rekordernte von Solarenergie gesorgt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Solarkraftwerke in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2018 acht Prozent mehr Strom als im Vorjahr produziert. Der Bundesverband Solarwirtschaft drängt auf ein schnelleres Ausbautempo.

Die Betreiber der in Deutschland installierten über 3,5 Millionen Solaranlagen können sich im ersten Halbjahr 2018 über eine Rekordernte freuen. So lag allein die Produktion von Solarstrom mit rund 23,6 Terawattstunden fast acht Prozent über dem ersten Halbjahr 2017. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) hervor.

Die gute Sonnenernte der letzten Monate sind das Resultat eines ungewöhnlich sonnenreichen Frühjahrs und einer anziehenden Nachfrage. Die Vereinigung der führenden Solar- und Speicherunternehmen fordert die Bundesregierung auf, die Potenziale der inzwischen überaus preiswerten Solartechnik noch deutlich stärker zu nutzen, um gesteckte Klimaziele zu erreichen.

Ausbautempo erhöhen, um Klimaziele zu erreichen

„Rund 10 Millionen Menschen profitieren in Deutschland bereits unmittelbar von den Vorzügen der Solarenergie“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Klimaziele müsse das Ausbautempo für diese Ökostrom-Technologie jedoch vervielfacht werden. „Es mangelt weder an Sonne, intelligenten technischen Lösungen, noch an der Investitionsbereitschaft von Verbrauchern und Unternehmen, sondern oft an fairen Marktbedingungen und der klimapolitischen Durchsetzungskraft“, erklärt Körnig.

Der BSW fordert die Bundesregierung daher auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Sonderausschreibungen von vier Gigawatt Solarstromleistung in den kommenden beiden Jahren ohne Abstriche umzusetzen und durch den Abbau von Investitionsbarrieren auch in den Folgejahren deutlich mehr Solaranlagen zu installieren.

"Solarstrom kostet heute 5-10 Cent je Kilowattstunde"

Die Bundesregierung müsse das jährliche Photovoltaik-Ausbauziel von 2,5 Gigawatt auf rund 10 Gigawatt erhöhen und den im EEG verankerten 52-Gigawatt-Zubaudeckel noch in diesem Jahr streichen, fordert der Verband. Auch die aus Sicht des BSW diskriminierende finanzielle Belastung von Mietern und Unternehmen, die sich selbst oder im ökologischen Quartiersverbund mit Solarenergie versorgen wollen, gehöre getilgt.

Körnig stellt klar: „Diese Beschränkungen stammen aus einer Zeit, als Solarenergie noch teuer war.“ Inzwischen sei Solarstrom bei Preisen von 5-10 Cent je Kilowattstunde angelangt – und damit preiswerter als Strom aus vielen anderen neuen Kraftwerken. Es gebe daher überhaupt keinen Grund mehr, den Ausbau weiter zu deckeln, wenn wir nicht sehenden Auges das Klimaproblem weiter verschärfen und in eine Ökostrom-Lücke hineinlaufen wollen.“ Allein die Elektrifizierung des Autoverkehrs führe zu einem wachsenden Bedarf an Erneuerbaren Energien.

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