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Solarenergie aus Afrika: Licht und Schatten des Stroms aus der Wüste

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Die Finanzierung des Solarkraftwerkes in Ouarzazate

In der Zwischenzeit wurde unter marokkanischer Projektregie von MASEM ein Projekt angestoßen, auf das die Welt schaut. Am Tor zur Sahara im Süden Marokkos entsteht in Ouarzazate ein Solarkraftwerkskomplex mit einer Leistung von 580 MW. Das ehrgeizige Projekt ist Teil des marokkanischen Solarplans. Beim Treffen der Dii in Rabat berichteten Anfang Oktober einige Akteure über ihre Erfahrungen.

Insgesamt sind in der unwirtlichen Gegend drei große Solarkraftwerke unter dem Namen Noor, arabisch ‚Licht‘, geplant. Zudem entstehen noch PV-Anlagen. Der Nutzen für die Bevölkerung in der Region ist allerdings nicht unumstritten, wie erste Studien des SPD-nahen Wuppertal-Instituts bemerken. Dabei scheint die Finanzierung unproblematisch zu sein, wie die zuständige Projektmanagerin der Weltbank Silvia Pariente David in Rabat erklärte. Sie ist inzwischen pensioniert und arbeitet als Energieberaterin.

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Die Finanzierung haben Entwicklungsbanken übernommen. Bei der Weltbank stehen 1000 Millionen Euro in einem Clean Energy Fond für den Aufbau von 1000 MW Solarenergie in der Mena-Region zur Verfügung. Im Fall des Kraftwerks Noor 1 ging das Geld an MASEN, so Pariente David: „Das waren 190 Millionen Euro.“ MASEN beauftragte AcwaPower, einen weltweit agierenden Energiekonzern, der Kraftwerke baut. Dieser gründete die AcwaPower Ouarzazate und verkauft den Strom nun an MASEN, die ihn dann an den marokkanischen Energieversorger ONE liefert.

Mit den erzielten Erlösen kann MASEN den über 40 Jahre laufenden Kredit zurückzahlen. Nach zehn Jahren beginnen diese Rückzahlungen. Pariente David konstatiert, das Projekt laufe sehr gut, und sieht für die Rückzahlungen keine Schwierigkeiten, da das Königreich Marokko die Bürgschaft übernommen habe.

Die Frage nach der Möglichkeit zur Übertragung auf andere Länder beantwortet Pariente David wie folgt: „Ein ähnliche Bürgschaft für Tunesien ist nicht ohne Weiteres möglich, da das Land die Haftung nicht so übernimmt.“ Dabei würde MASEN die Unterstützung übernehmen und seine Erfahrungen gerne weitergeben.

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