Sogar mit Sonderspannungen maßgeschneidert ab Losgröße 1

| Autor / Redakteur: Julia Baumgärtner * / Gerd Kucera

Statischer und dynamischer Boost für sichere Versorgung

Zum Starten schwieriger Lasten ist eine Leistungsreserve notwendig. Bei den Quint-Systemen werden durch einen statischen Boost und einen dynamischen Boost unterschiedliche Verbraucher zuverlässig versorgt. Denn eine Anlage wird häufig sukzessive erweitert, aber an den Summenstrom dabei selten geachtet.

Bei Standard-Stromversorgungen ist die Bereitstellung der nötigen Ausgangsspannung im Falle einer Überschreitung der Nennleistung nicht gegeben, da die Stromversorgung aus Eigenschutz herunterregelt. Ein Anlagenausfall kann die Folge sein. Mit Quint Power läuft die Anlage stabil weiter, da die Stromversorgung dauerhaft bis zu 125% des Nennstroms liefert. Wenn sie im statischen Boost arbeitet, wird ein Signal ausgegeben. Dadurch ist der Betreiber gewarnt, dass sich die Auslastung im oberen Bereich befindet; es bleibt aber dennoch genügend Zeit, um zu reagieren. Eine einfache Anlagenerweiterung ist daher jederzeit möglich.

Sind kapazitive Lasten mit hohen Anlaufströmen zu starten oder laufen mehrere 24-V-Verbraucher gleichzeitig an, liefert der dynamische Boost für fünf Sekunden bis zu 200% des Nennstroms. Wo sonst eine 20-A-Stromversorgung benötigt wurde, reicht nun eine Stromversorgung mit 10 A aus, da hohe Einschaltströme ohne Spannungseinbrüche abgefangen werden.

Neben den Leistungsreserven ermöglicht auch die SFB-Technik (Selective Fuse Breaking) eine sichere Versorgung. Um fehlerhafte Strompfade auf der Lastseite selektiv abzuschalten, stellt Quint Power mit dem 6-fachen Nennstrom für 15 ms genug Strom bereit, um handelsübliche Leitungsschutzschalter zuverlässig und schnell auszulösen. Fehler werden eingegrenzt und wichtige Anlagenteile bleiben in Betrieb. Stromkreise sind so wirtschaftlich und zuverlässig abgesichert (Bild 2).

Auch geringe Netzschwankungen können Anlagenausfall bewirken. Davor schützen die neuen Quint-Power-Modelle: Wenn am Geräteeingang eine komplette Sinuswelle von 20 ms (Periodendauer) ausfällt, bleibt die Ausgangsleistung dennoch vollständig erhalten. Angeschlossene Verbraucher arbeiten unterbrechungsfrei weiter.

Robust gegen elektrische und mechanische Störungen

Schutz gegen transiente Überspannungsimpulse, etwa durch Blitzeinwirkung in Versorgungsnetzen, bietet der integrierte Gasableiter. Dieser Überspannungsschutz (GDT; Gas Discharge Tube) kann einige 1000 A ableiten. Wenn beispielsweise durch den Not-Aus-Schalter ein schneller Stromabriss erfolgt, oder wenn im System eine Sicherung auslöst, sodass schlagartig der Stromfluss unterbrochen wird, können Störungen auftreten, die Standard-Stromversorgungen beschädigen. Quint Power ist auch in diesem Fall störfest und bleibt in Betrieb.

Quint Power kann zudem bei Umgebungstemperaturen von -25 °C bis +70 °C betrieben werden; selbst bei -40 °C startet die Stromversorgung zuverlässig und versorgt alle Lasten stabil. Nicht zuletzt ist sie stoß- und vibrationssicher, was unter anderem für den Betrieb von Druck- oder Verpackungsmaschinen wichtig ist: Eine Stoßenergie von 30 g und Vibrationen bis 2,3 g in Resonanz bei Auf- oder Abbau, Transport oder im Betrieb sind ohne Einfluss auf die Gerätefunktion.

Ferndiagnose hilft Fehler zu vermeiden

Für eine hohe Anlagenverfügbarkeit sorgt auch die präventive Funktionsüberwachung zur Ferndiagnose des Netzteils. Dabei werden Ausgangsspannung und -strom permanent überwacht. Kritische Situationen werden über den LED-Balken an der Frontseite visualisiert und über den potenzialfreien Relais-Kontakt sowie über die aktiven Signalausgänge der Steuerung gemeldet, bevor eine Störung auftritt. Liefert die Stromversorgung mehr als den angegebenen Nennstrom, befindet sie sich im Boost-Betrieb. Die Stromversorgung und die angeschlossenen Verbraucher arbeiten normal weiter, die Ausgangsspannung bleibt konstant.

Kommt es im statischen Boost zu einer weiteren Lasterhöhung, die auch der dynamische Boost nicht abfangen kann, würde die Versorgung einbrechen. Mit der präventiven Signalisierung wird reagiert, bevor Fehler auftreten. Ist etwa ein schwergängiger Motor lokalisiert, lässt sich dieser reparieren, bevor andere Verbraucher Spannungseinbrüche verzeichnen (Bild 3).

Ganz individuell konfiguriert ab der Stückzahl Eins

Quint Power passt sich auch den Anforderungen einer Anlage an - eine nach Kundenwunsch voreingestellte Stromversorgung ist ab Werk möglich. Mehr als 40 Parameter sind jetzt individuell anpassbar. Bei Bedarf wird die Stromversorgung über mobile Endgeräte oder PCs parametriert. Mit der integrierten NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) werden Änderungen von Meldeschwellen und Kennlinien noch einfacher. Alle Einstellungen lassen sich mithilfe einer App oder einer Software auf andere Geräte übertragen. Zum Schutz vor Manipulation können die frontseitigen Taster sowie alle anderen eingestellten Parameter mit einem Passwort versehen werden.

Die kundenspezifisch individuell eingestellten Quint-Power-Stromversorgungen sind online über den Konfigurator bestellbar. Die im Konfigurator vorgenommenen Geräteeinstellungen werden im Werk über die NFC-Schnittstelle vorgegeben. Jedes Gerät bekommt eine individuelle Nummer, die bei einer Nachbestellung jederzeit im E-Shop aufgerufen werden kann. Diese Information ist auch im NFC-Chip und auf dem Seitenlabel hinterlegt (Bild 4).

Und zum Schluss: Die hohen MTBF-Werte (Mean Time Between Failure) von über eine Million Stunden garantiert die sichere Versorgung aller angeschlossenen Verbraucher. Die neuen Geräte besitzen einen Wirkungsgrad von bis zu 94% und können über den integrierten Remote-Eingang angeschlossene Verbraucher abschalten. So werden zusätzlich Energie und Kosten gespart.

* Julia Baumgärtner arbeitet im Marketing-Communications-Team bei Phoenix Contact Power Supplies, Paderborn.

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