50 Jahre BASIC

Das Spaghetticode-Monster wird 50

| Redakteur: Franz Graser

Der Startbildschirm des Commodore 64: So haben die meisten Computer-User in den achtziger Jahren die Programmiersprache BASIC kennengelernt.
Der Startbildschirm des Commodore 64: So haben die meisten Computer-User in den achtziger Jahren die Programmiersprache BASIC kennengelernt. (Bild: VBM-Archiv)

Am 1. Mai 1964 wurde das erste Programm in der Sprache BASIC geschrieben. Die Programmiersprache sollte Einsteigern den Umgang mit Computern erleichtern. Ihre große Ära kam mit den Heimcomputer-Boom der späten siebziger und frühen achtziger Jahre.

Schon der Name BASIC ist Programm. Das Kürzel steht für „Beginner's All-Purpose Symbolic Instruction Code“, also „Symbolischer Allzweck-Befehlscode für Anfänger“.

Genau darum geht es den Professoren John Kemeny und Thomas Kurtz vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire: Auch Nicht-Spezialisten sollten die Möglichkeit haben, Computer zur Lösung ihrer Aufgaben zu nutzen. Kemeny und Kurz waren sich klar darüber, dass die Informationstechnik in Forschung und Lehre enorme Hilfe leisten konnte. Aber um dieses Potenzial nutzen zu können, war es notwendig, die Einstiegsschwelle enorm zu senken.

Am 1. Mai 1964 war es schließlich soweit. Die beiden Informatiker riefen um vier Uhr morgens ihr erstes selbstgeschriebenes BASIC-Programm auf. Es lief auf einem GE-225-Computer von General Electric und bestand aus drei Zeilen:

10 LET X = (7+8)/3
20 PRINT X
30 END

Das Programm war für jeden lesbar, der mathematische Grundkenntnisse besaß. In der ersten Zeile wird der Variablen X der Term (7+8)/3 zugeordnet, die zweite Zeile gibt den resultierenden Wert 5 aus und die letzte Zeile beendet das kleine Programm. Die Zeilennummern strukturieren den Ablauf. In einer Zeit, in der die Interaktion mit Computersystemen größtenteils über Lochkarten abgewickelt wurde, war dies eine kleine Revolution.

Der Pferdefuß: Anfang der sechziger Jahre besaßen Privatleute keine Computer. Allerdings war es kurz zuvor möglich geworden, dass sich verschiedene Anwender die Rechenzeit an Mainframe-Rechnern teilen konnten. Dieses sogenannte Timeshare-Verfahren erlaubte es mehreren Usern, über Terminals auf den Computer zuzugreifen. Diese Terminals waren ursprünglich abgewandelte Fernschreiber. Ende der sechziger Jahre kamen schließlich Terminals auf, die mit Bildschirmen ausgestattet waren.

„BASIC demokratisierte zusammen mit dem Timesharing den Umgang mit Computern“, kommentiert heute Professor Tom Cormen vom Dartmouth College die Leistung der Pioniere Kemeny und Kurtz. „Durch Timesharing bekamen die Leute Zugang zu einem Computer. Und dank BASIC konnten sie eigene Programme schreiben.“

Solche Timesharing-Terminals wurden auch in öffentlichen Schulen der USA eingerichtet. An einem solchen Terminal erlernte zum Beispiel Bill Gates die Grundlagen der Computerprogrammierung.

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