Embedded-Entwicklung

Java erobert Mikrocontroller und den Raspberry Pi

| Redakteur: Franz Graser

Auf dem Raspberry Pi programmieren und dann den Binärcode auf ARM-Mikrocontroller übertragen: Die Java Micro Edition Embedded 3.3 wurde an den populären Single-Board-Computer angepasst.
Auf dem Raspberry Pi programmieren und dann den Binärcode auf ARM-Mikrocontroller übertragen: Die Java Micro Edition Embedded 3.3 wurde an den populären Single-Board-Computer angepasst. (Bild: Farnell)

Während das nächste große Release von Java noch etwas auf sich warten lässt, hat Oracle seine Java-Entwicklungsplattform auf ARM-Mikrocontroller der Familie Cortex M3/M4 und auf den Raspberry Pi portiert.

„This is big“, meldete Terrence Barr, leitender Produktmanager für Oracles Embedded-Java-Produktlinie vergangene Woche in seinem Weblog. Er gab bekannt, dass die Java-Variante ME Embedded 3.3 (ME steht für Micro Edition) nun für Cortex-Mikrocontroller der Familie M3 zur Verfügung steht.

Oracle veröffentlichte eine binäre Referenz-Implementierung für das ARM-Echtzeitbetriebssystem RTX auf dem Entwickler-Board MCBSTM32F200 des Herstellers Keil. Damit, so Barr, skaliert Java nun von Linux-basierten Embedded-Systemen bis hinunter zu Mikrocontroller-Plattformen, die starke Ressourcen-Einschränkungen aufweisen und deswegen überschaubare Echtzeitbetriebssysteme mit geringen Speicheranforderungen benötigen.

Die minimale Ressourcenanforderung von Java ME Embedded liegt bei einem 32-Bit-Mikrocontroller. 130 Kilobyte Hauptspeicher sowie 350 Kilobyte ROM- oder Flash-Speicher. Für die volle Konfiguration schlagen 700 KB Hauptspeicher sowie 2000KB Flash- beziehungsweise ROM-Speicher zu Buche.

Vor einigen Wochen hatte Oracle bereits die Version 3.3 von Java ME Embedded für den Raspberry Pi zum Download freigegeben. Aus Sicht von Programmmanager Terrence Barr hat dies enorme Vorteile für die Entwickler: „Sie können Ihre existierenden Java-Fähigkeiten und vertraute Tools wie Netbeans und Eclipse benutzen, um robuste und funktionelle Embedded-Applikationen für eine Reihe von Anwendungsfällen und Geräten entwickeln.“

Barr weiter: „Fangen Sie zum Beispiel damit an, Ihren Code auf einem mächtigen und flexiblen System wie dem Raspberry Pi zu erstellen. Dann nehmen Sie den unveränderten Binärcode der Applikation und spielen ihn einfach auf die Ressourcen-beschränkten Zielplattformen ein, auf denen Java ME Embedded läuft.“

Oracle-Manager Barr versichert, dass hierfür keine Cross-Kompilierung nötig sei, dass keine Schwierigkeiten aufgrund unvorhergesehener Abhängigkeiten von Plattformen, Tools, Compilern und Bibliotheken vorhanden seien, zudem verringere sich der Aufwand für Integration und Test. „Viele typische Schwierigkeiten bei der Embedded-Softwareentwicklung lösen sich einfach in Nichts auf“, so Barr.

Der Manager verwies auf ein englischsprachiges Tutorial der Java-Evangelistin Angela Caicedo, das die ersten Schritte mit Java ME Embedded 3.3 auf einem Keil-Applikationsboard erläutert.

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