Computer-Abstürze

Blue Screens, Bomben, Gurus: Eine kurze Geschichte kritischer Fehlermeldungen

| Redakteur: Franz Graser

Kernel Panic bei Unix/Linux

Auch unter Unix/Linux gibt es kritische Betriebszustände, die es nicht mehr erlauben, das System kontrolliert weiter zu betreiben. Die sogenannte „Kernel panic“ wird dann initiiert, wenn das System einen Fehler entdeckt, den es nicht mehr beheben kann. Bereits in den frühen Unix-Versionen existierte eine Routine namens panic(), die im Wesentlichen eine Fehlermeldung auf die Konsole ausgibt, einen Speicherauszug für das Debugging erstellt und entweder einen automatischen Reboot vornimmt oder auf einen manuellen Neustart wartet.

Dennis Ritchie, einer der Väter des Unix-Betriebssystems, wollte die panic()-Routine im Unterschied zu den komplexen Fehlerbehandlungsmethoden anderer Systemplattformen so einfach wie möglich gestalten. „Wenn die Routine aufgerufen wird, stürzt der Rechner eben ab und Sie schreien dann halt den Gang herunter: Hey, bitte neu booten!“

Kernel Panic unter Linux.
Kernel Panic unter Linux. (Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei / CC0)

Linux kennt außerdem eine abgeschwächte Form der Kernel Panic, nämlich das Kernel Oops. Im Gegensatz zur Kernel Panic, die nur durch einen Neustart zu beheben ist, beendet Kernel Oops den fehlerhaften Prozess und der Betriebssystemkern arbeitet weiter. Allerdings kann das Oops dazu führen, dass bestimmte Ressourcen oder Unterprogramme nicht mehr zur Verfügung stehen, was zu einem späteren Zeitpunkt eine echte Kernel Panic auslösen könnte.

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