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Feuerwerk-Automatisierung Software ermöglicht perfekte Pyro-Musicals

| Redakteur: Gerd Kucera

Mit Hilfe der LonWorks-Steuerungstechnik von Echelon konnte ein Feuerungssystem entwickelt werden, das erweiterbar ist, sicher und kostengünstig. Software synchronisiert das Feuerwerk mit der Musik. LONFire zeigt auf einem Bildschirm den Sound in Wellenform oder als Spektralanalyse.

Die von Sonning entwickelte Software synchronisiert das Feuerwerk mit der Musik.
Die von Sonning entwickelte Software synchronisiert das Feuerwerk mit der Musik.
(Bild: Sonning Fireworks)

Es ist nicht ungewöhnlich, ein Feuerwerk analog zu einer Musik zu choreographieren. Unternehmen, die Feuerwerke inszenieren, verlassen sich im Normalfall auf teure proprietäre kommerzielle Feuerungssysteme, die obendrein nur schwer oder oftmals gar nicht erweiterbar und modifizierbar sind. Sonning Fireworks, ein kleines Unternehmen im englischen Sonning, wollte ein Feuerungssystem entwickeln, das erweiterbar sein sollte, sicher und kostengünstig.

Mit Hilfe der LonWorks-Steuerungstechnik von Echelon, einer offenen, erweiterbaren Architektur, die herstellerunabhängige Geräte miteinander kommunizieren lässt, konnte Sonning diese Idee umsetzen. Das Unternehmen entwickelte LONFire, ein neues, tragbares Feuerungssystem, das Feuerwerke mit einem LonWorks-basierten Fernsteuerungssystem verbindet, welches gleichzeitig über Diagnoseprogramme und eine Zeitsteuerung verfügt. Die Feuerwerke sind über ein LON-Netzwerk verbunden und werden über die Knoten gesteuert. LONFire kann pro Knoten 42 elektrische Zünder steuern, welche die Lunten der Leuchtkörper zünden. Das System hat derzeit 10 Knoten, aber aufgrund der offenen Struktur des LonWorks Systems sind der Leistungsfähigkeit keinerlei Grenzen gesetzt.

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Für die Vernetzung des Systems setzt Sonning FTT-10-Free-Topology-Twisted-Pair-Transceiver von Echelon ein. Die Free-Topology-Verkabelung ermöglicht jede Art der Leitungsführung und reduziert so Zeit und Aufwand für die Systeminstallation, was sich positiv auf die Kosten auswirkt. Die Netzwerke sind leicht erweiterbar, da es keinerlei Beschränkung für das Kabelrouting, die Verbindung und die Knotenplatzierung gibt. Diese Art der Verkabelung unterstützt die Kommunikation über weite Entfernungen – ein sehr wichtiges Kriterium für Sonning, die natürlich strengste Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen haben.

Show-Download in die LonWorks-Knoten

„Die LonWorks Technologie lieferte uns einen robusten und flexiblen Rahmen, in dem wir unser Feuerungssystem entwickeln konnten“, konstatiert Chris Clarke, Systementwickler und -integrator bei Sonning, „so können wir uns auf die Funktionalität des Feuerungssystems konzentrieren, anstatt die komplette Systemarchitektur auf Fehler hin zu überprüfen.“

Um eine sichere und störungsfreie Show zu garantieren, führt LONFire automatische Tests durch. Dabei wird sichergestellt, dass das Feuerwerk korrekt mit dem System verbunden ist. So kann Sonning sofort Störungen ermitteln und diese schnell selber beheben, was den reibungslosen Ablauf der Show gewährleistet. Sobald das System einsatzbereit ist, lädt die Software die komplette Show als durchnummerierten Ablauf zu den Knoten herunter und schickt mittels der LonWorks-Technologie Zündbefehle an die Knoten.

Die von Sonning entwickelte Software synchronisiert das Feuerwerk mit der Musik. LONFire zeigt auf einem Bildschirm die Musik, entweder in Wellenform oder als Spektralanalyse. Auf diese Weise können die Sonning-Mitarbeiter genau den bzw. die Zeitpunkte während der Musik bestimmen, an dem/denen die Feuerwerke abgeschossen werden sollen.

LONFire nutzt Standardprotokolle der Entertainment-Industrie

Mit Hilfe der LonWorks-Technologie konnte das System LONFire für beinahe die Hälfte der Kosten eines proprietären, kommerziellen Systems entwickelt werden. Clarke schätzt, dass das Unternehmen die Kosten mit zwei großen Shows wieder reinholt.

Nicht nur, dass LONFire kostengünstiger ist als andere große kommerzielle Systeme, sondern das System bietet zu einem Bruchteil der Kosten zusätzliche Funktionen. LONFire kann leicht mit Standardprotokollen aus der Entertainment-Industrie integriert werden, wie DMX, das intelligente Beleuchtung, Video und Laser steuert. Hier kann Sonning weitere Funktionen für die Shows hinzufügen, etwa den gezielten Einsatz von Beleuchtung, Videos, Laser und Flammen.

„Mit LonWorks-Technologie ist alles möglich“, meint Chris Clarke, „mein großes Ziel ist, mehrere Shows an unterschiedlichen Orten simultan zu feuern, indem wir die Feuerungssysteme mittels einer sicheren VPN über das Internet verbinden. Das wäre einmalig in der gesamten Feuerwerkindustrie.“

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