Stimmungsbarometer zur Bundestagswahl So würde die Wirtschaft wählen

Redakteur: Margit Kuther

Der Ausgang der Bundestagswahl 2021 ist offen wie kaum je zuvor. Wohin tendiert die Wirtschaft bei ihrer Wahlentscheidung? In einer Umfrage findet die AfD überraschend viel Zuspruch.

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Bundestagswahl: Unternehmer favorisieren die FDP.
Bundestagswahl: Unternehmer favorisieren die FDP.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Bundestagswahl im Jahr 2021 ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und richtungsweisend. Nicht nur, dass erstmals der Amtsinhaber im Kanzleramt nicht mehr antritt und die Volatilität der Parteipräferenzen so groß wie selten ist.

Deutschland steht inmitten einer technologischen, weltpolitischen und gesellschaftlichen Umbruchphase. Der Corona-Lockdown hat die staatliche Verschuldung in ungekannte Dimensionen getrieben. Die Frage, wie und womit der Wohlstand des Landes künftig erarbeitet wird, wird daher zu einer der entscheidenden Weichenstellungen.

Bildergalerie

Wem trauen die Spitzen der deutschen Wirtschaft die Lösung dieser Aufgaben und den richtigen Weg zu? Welche Wahlabsichten haben jene, die diese großen Herausforderungen konkret mit ihren Ideen, Lösungen und Unternehmen schultern müssen?

Das Informationsnetzwerk „Die Deutsche Wirtschaft“ bat vom 17. bis 30. August seine Leser um Angabe ihrer Wahlpräferenz. Eingeladen wurden 63.000 Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte des wöchentlichen DDW-Unternehmernewsletters. 1.940 Leser haben sich beteiligt. Das Ergebnis ist naturgemäß nicht repräsentativ. Dennoch eröffnen die Ergebnisse bemerkenswerte Einblicke:

Gesamtergebnis

Denn ginge es nach den Wirtschaftsentscheidern, käme es mit satter Mehrheit zu einer christliberalen Koalition – unter FDP-Führung, wohlgemerkt. Denn die FDP liegt mit 33 Prozent weit vorne nach dieser Umfrage. Auf Rang 2 findet sich die Union. Mit 24 Prozent liegt sie in diesem nicht repräsentativen Stimmungsbild in etwa im Bereich der aktuellen Prognosen professioneller Institute. Die SPD kommt auf 9, die Grünen auf 11 und die AfD auf 19 Prozent (siehe Bild 1 der Bildergalerie).

Nach Funktionsebenen

Wir fragten die Teilnehmer nach ihrer Funktion. 55 Prozent waren Firmeninhaber, 13 Prozent (angestellte) Geschäftsführer, ebenfalls 13 Prozent Bereichs- oder Abteilungsleiter, 19 Prozent zählten zu sonstigen Berufsständen (Angestellte, Pensionäre, Beamte, sonstige). Signifikante Unterschiede ergeben sich dabei zwischen Inhabern (linke Balken) und den anderen Umfrageteilnehmern (rechte Balken) in Bild 2.

Die FDP findet bei den Firmeninhabern den mit Abstand größten Zuspruch. SPD und Grüne haben bei den Angestellten und Sonstigen einen fast doppelt so hohen Zuspruch als bei den Inhabern – wenn auch auf insgesamt geringem Niveau.

Nach Umsatzgrößen der Unternehmen

Wir fragten auch, in welcher Umsatzklasse sich die verantworteten Unternehmen befinden. Beim größten Anteil der Befragten, den Führungskräften in Unternehmen bis 10 Millionen Euro Umsatz (zu vermuten sind hier vor allem auch Selbständige), kommt die FDP mit 40 Prozent auf ihren höchsten Wert. Dieser nimmt mit wachsender Umsatzgröße bis auf 8 Prozent bei den Großunternehmen mit über 500 Millionen Euro Umsatz ab.

Andersherum verhält es sich bei CDU/CSU, die im Segment der kleinen Unternehmen kaum punkten kann (15 Prozent), hingegen bei den Großunternehmen auf 38 Prozent kommt. Bemerkenswerter Weise gilt dies auch für die AfD, die bei den Verantwortlichen der Großunternehmen mit 31 Prozent ihren höchsten Wert erzielt; ebenso wie die Grünen, die hier mit 15 Prozent ihren Spitzenwert erzielen (Bild 3).

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