So verdrahten Sie anschlussfertige Verteilerblöcke zeit- und platzsparend

| Autor / Redakteur: Stephan Pollmann * / Margit Kuther

Zeit- und platzsparend installiert: Das Verteilerblocksystem PTFIX.
Zeit- und platzsparend installiert: Das Verteilerblocksystem PTFIX. (Bild: Phoenix Contact)

Das Verdrahten elektronischer Schaltungen ist meist komplex. Anders beim Verteilerblock-System PTFIX, das beim Einsatz auf der Tragschiene im Vergleich zu gängigen Reihenklemmen-Systemen bis zu 50 Prozent Platz und 80 Prozent Montagezeit einspart.

Die professionelle Verdrahtung elektrischer Schaltungen erfolgt meist auf Tragschienen nach DIN EN 60715 – in komplexen industriellen Schaltschränken, aber auch in Kleinverteilern in Gebäuden. Moderne Reihenklemmensysteme sind hierfür konzipiert, sie werden meistens auf das Hutprofil NS 35 aufgerastet. Das Verteilerblocksystem PTFIX von Phoenix Contact bringt hier – aber auch in anderen Einbausituationen – viele Vorteile (Bild 1).

Beim Einsatz auf der Tragschiene spart das Verteilerblocksystem PTFIX im Vergleich zu gängigen Reihenklemmensystemen bis zu 50% Platz und 80% Montagezeit ein. Aber auch außerhalb der Tragschiene bietet PTFIX viele Vorteile. So können die Blöcke mechanisch miteinander verbunden werden. Auf die gleiche Art kann auch ein neues Flanschsystem angewendet werden, mit dem platzsparend und endlos direkt auf die Montageplatte verschraubt werden kann. Außerdem können PTFIX-Blöcke aufgeklebt werden. Bei einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 90 °C können Verteilungen schnell erweitert werden, wo die Tragschiene keinen Platz mehr hat.

Auch können die Verteilerblöcke in Installationsdosen als fliegende Verbindung eingesetzt werden, eine Qualifizierung nach DIN EN 60998-2-2 ist vorhanden. Das PTFIX-System bietet neben Blöcken mit multiplen Anschlüssen zur Potenzialverteilung auch sogenannte Monoblöcke mit der Funktion einer einfachen Reihenklemme. So kommt PTFIX als flexibles Anschlusssystem für nahezu alle Installation mit kleinen Dimensionen zum Einsatz.

Verteilerblocksystem mit Push-in-Anschluss

Mit den PTFIX-Verteilerblöcken wird die Last- und Steuerstromverteilung flexibel und wirtschaftlich. Erhältlich sind sie in drei Nennquerschnitten, unterschiedlichen Anschlusszahlen, Montagearten und Farben. Aus dem über 1000 Artikel umfassenden Produktprogramm lässt sich mit einem webbasierten Konfigurator bequem eine individuelle Lösung planen und bestellen.

Die Zeitersparnis bei der Potenzialverteilung beginnt bereits bei der Online-Konfiguration – nach wenigen Eingaben kann der Anwender seine Lösung online bestellen. Vor Ort wird nur noch ausgepackt und angeschlossen. Durch den Leiteranschluss vorbehandelter und starrer Leiter mit der werkzeuglosen Push-in-Direktstecktechnik wird zusätzliche Zeit gespart.

Und durch die komfortable Frontverdrahtung kann je ein Kabelkanal ober- und unterhalb der installierten Blöcke ohne Zwischenraum angesetzt werden. Zudem können die PTFIX-Blöcke quer auf der Tragschiene montiert werden.

Baugröße, Vielseitigkeit und Bedienbarkeit sind die Hauptvorteile von PTFIX. Damit lassen sich nicht nur Leitungen verbinden, damit lassen sich auch zusätzliche Funktionen implementieren. PTFIX muss nicht mit Zubehör beschaltet werden, da alle Anschlüsse eines Blockes bereits intern elek-trisch auf einem Potenzial verbunden sind. Alle Verteilerblöcke lassen sich mechanisch miteinander kombinieren, verbaut wird eine kompakte und konsistente Lösung (Bild 2).

Flexible Installationsmöglichkeiten

Für kleine Klemmenkästen gibt es zusätzlich Verteilerblöcke zur Montage auf 15-mm-Tragschienen. Auf geraden Flächen kommen die selbstklebenden Blöcke zum Einsatz – sie lassen sich ohne Montagevorbereitung schnell und werkzeuglos fixieren. Und mit Adaptern oder Flanschen können die Grundblöcke nach individuellen Anforderungen selbst konfektioniert werden – etwa zur Direktmontage auf der Rückwand im Schaltschrank mit Schraubflansch (Bild 3).

Bild 3: Die PTFIX-Blöcke lassen sich auf Oberflächen verschrauben und verkleben sowie auf alle gängigen Tragschienen in unterschiedlichen Ausrichtungen aufrasten.
Bild 3: Die PTFIX-Blöcke lassen sich auf Oberflächen verschrauben und verkleben sowie auf alle gängigen Tragschienen in unterschiedlichen Ausrichtungen aufrasten. (Bild: Phoenix Contact)

Die Verteiler- und Einspeiseblöcke mit sechs, zwölf und 18 Anschlusspunkten sowie die Einzelscheiben mit zwei Anschlusspunkten sind für die intuitive und sichere Installation in elf Farben erhältlich. Die Farbausprägungen sind mittlerweile zu einem wichtigen und beliebten Attribut zur Vermeidung von Verdrahtungsfehlern geworden.

Der Querschnittsbereich der Verteilerblöcke reicht von 1,5 mm² über 2,5 mm² bis hin zu 4 mm². Zu den einzelnen Querschnitten gehören jeweils Blöcke mit Einspeise- oder Sammelkontakt. Beim Nennquerschnitt von 1,5 mm² beträgt der Einspeisekontakt 4 mm², bei 2,5 mm² sind es 6 mm² und der 4-mm²-Anschluss bietet den wohl kleinsten verfügbaren Push-in-Kontakt mit 10 mm² Nennquerschnitt als Einspeiseanschluss.

Für alle drei Querschnittsbereiche gibt es sogenannte Monoblöcke - Einzelscheiben, die mit nur zwei Anschlüssen den schmalsten Block darstellen. Somit kann nun zusätzlich zur Verteilung und Sammlung im modularen PTFIX-System auch eine Durchgangsfunktion wie bei der einfachsten Reihenklemme aufgebaut werden.

Die Verteilerblöcke besitzen eine Prüfmöglichkeit für alle gängigen Prüfspitzen. Zur Implementierung von PTFIX in CAE (Computer Aided Engineering)–Tools werden die Blöcke standardmäßig mit einer alphanumerischen Kennzeichnung jedes einzelnen Anschlusspunktes ausgeliefert.

Mit dem webbasierten PTFIX-Konfigurator werden individuelle Verteilerblock-Kombinationen online erstellt. Dank einfacher Menüs, 2D- und 3D-Produktabbildungen sowie einer intuitiven Bedienoberfläche erfolgt die Konfiguration mit nur wenigen Eingaben per Drag-and-Drop. Somit werden auch die Logistikkosten reduziert. Der Konfigurator ist über die Internetseite von Phoenix Contact frei zugänglich, unter „Produkte, Konfiguratoren, Anschlussfertige Verteilerblöcke mit Push-in-Anschluss“.

Vom Online-Konfigurator direkt zur Bestellung

Mit wenigen Klicks wird im Konfigurator die gewünschte Lösung im erforderlichen Querschnitt, Farbe und der Montageart erstellt – inklusive individuell definierbarer Bedruckung. Der Anwender benötigt vor Ort weder Drucker noch Beschriftungsmaterial, das konstruierte Produkt wird mit fertig aufgebrachter Markierung geliefert.

Bild 4: Der Online-Konfigurator vereinfacht die Zusammenstellung und Markierung komplexer PTFIX-
Kombinationen.
Bild 4: Der Online-Konfigurator vereinfacht die Zusammenstellung und Markierung komplexer PTFIX-
Kombinationen. (Bild: Phoenix Contact)

Für die weitere Individualisierung sorgt das passende Zubehör. Die Visualisierung erfolgt bedienerfreundlich in Echtzeitdarstellung in 3D. Die fertige Lösung lässt sich dann in unterschiedlichen Perspektiven betrachten und überprüfen. Auch eine 3D-Bilddatei kann heruntergeladen werden. Eine falsch getroffene Auswahl kann durch einen Schritt zurück jederzeit korrigiert werden (Bild 4).

Der Online-Konfigurator spart Logistikkosten

Aus dem Online-Konfigurator geht die Anfrage direkt an Phoenix Contact – ein unverbindliches Angebot wird umgehend erstellt. Hier gibt es eine Schnittstelle zum E-Shop, und über ein Formular wird die Bestellung ausgelöst.

Auch kann der Vorgang an die Einkaufsabteilung zur Bestellung weitergeleitet werden. Der zur Konfiguration exklusiv ausgegebenen Lösungs-ID kann eine frei gewählte „sprechende“ Bezeichnung zugeordnet werden. Damit die Konstruktionsdaten direkt in der CAD-Software des Anwenders genutzt werden können, werden sie in 2D und 3D einfach heruntergeladen.

Fazit: Durch Überarbeitung und Erweiterung des PTFIX-Produktprogramms können neben der Potenzialverteilung nun auch Standardverschaltungen mit dem Blocksystem umgesetzt werden. Viele Anwender profitieren von den Verteilerblöcken und dem Online-Konfigurator gleich doppelt. Die direkte Anlieferung der fertigen Lösungen spart Platz und reduziert Logistikkosten. Und der Konfigurator erspart Zeit. Denn einmal angelegte Lösungen werden automatisch mit einer Lösungs-ID gespeichert.

* Dipl.-Ing. (FH) Stephan Pollmann, Product Marketing Reihenklemmen, Industrial Cabinet Connectivity, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg

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