Licht in die richtige Bahn lenken

So lässt sich mit Lichtleitern das volle Potenzial der LED ausschöpfen

| Autor / Redakteur: Sebastian Wette * / Hendrik Härter

Virtuelle Modelle werden in die Realität überführt

Maßgeblich für den Erfolg eines Spritzteils ist es, die virtuellen Modelle in den Werkzeugbau und den nachfolgenden Spritzprozess zu überführen. Grundsätzlich gilt dabei, dass eine steigende Qualität des Lichtbildes zu steigenden Kosten im Werkzeugbau führt. Daher muss gemeinsam mit dem Kunden ein Kompromiss zwischen Anforderungen des Lichtbildes und den korrespondierenden Werkzeugkosten erreicht werden.

Mit der Erfahrung aus vielen Projekten können spezialisierte Hersteller wie Mentor mit der virtuellen Simulationen Werkzeugalternativen für unterschiedlichen Oberflächengüten aufzeigen. Für das Spritzgusswerkzeug muss ein geeignetes Verfahren gewählt werden, um den Lichtleiter anzuspritzen und mit einem transparenten Kunststoff zu füllen. Hier sollte unbedingt vermieden werden, dass ungewollte Störstellen in Form des Anspritzpunktes auftreten. Der Anspritzpunkt sollte möglichst nicht auf einer optischen Funktionsfläche platziert sein.

Die Ambientbeleuchtung im Auto

Wie ein virtuelles Modell in einen realen Aufbau überführt wird, zeigt das Beispiel der Kennzeichenleuchte von Mentor. Die Parameter der Umgebung und des Systems wurden optimal erfasst. Das macht ein Vergleich zwischen realer Leuchtdichteverteilung gemessen mit einer Leuchtdichtekamera und dazugehöriger Simulation deutlich. Zusätzlich wurde beim Design der Leuchte die Regelung für die verschiedenen Automobilmärkte berücksichtigt, wodurch sich die Leuchte weltweit einsetzten lässt.

Ein weiteres Beispiel aus der Automobilbranche ist die Ambientebeleuchtung. Dazu wurde ein Lichtleiter konstruiert, der die Türinnenverkleidung bestrahlt. In den Lichtleiter eingebrachte Mikroprismen erzielen die gewünschte Leuchtdichteverteilung. Ein weiteres Beispiel aus der Industrie ist das IceLight von Busch-Jäger, das es in zwei Varianten gibt. Die erste Variante richtet das Licht von vier LEDs in Richtung Boden mit einem aluminiumbedampften Reflektor, der das ankommende Licht auf ein diffuses Austrittsfenster fokussiert und somit eine definierte Abstrahlcharakteristik erzeugt. Die zweite Version lenkt das Licht über eine refraktive Optik in alle vier Richtungen um 90° herum.

Nur die LED in der Beleuchtung reicht nicht mehr aus

Mit hochqualitativem Licht lassen sich bei individuellen Produkten entscheidende Akzente setzen. Und dieser Trend wird sich bei bestimmten Produktgruppen weiter fortsetzen. Die Beispiele der Interieursbeleuchtung zeigen, wohin die Entwicklung geht. Allein die LED reicht nicht aus, um aktuellen Designansprüchen gerecht zu werden. Die Kombination von LED und professionell entwickeltem LIchtleiter ermöglicht es aber, ein individuelles Produkt zu erschaffen.

* Sebastian Wette ist Experte für Lichttechnik und optische Techniken bei MENTOR Präzisions-Bauteile und entwickelt lichttechnische Produkte.

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